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Rheinsberg bleibt hilfsbereit

In der Kernstadt könnten bald 200 Flüchtlinge leben Rheinsberg bleibt hilfsbereit

Vor allem Syrer sind in leerstehenden Wohnungen in Rheinsberg untergebracht. Sie stellen ehrenamtliche Helfer und die Schulen vor eine Herausforderung. Viele Rheinsberger wollen helfen, wissen aber nicht wie. Die zuständige Sozialarbeiterin der Ruppiner Kliniken stand am Mittwochabend dem Sozialausschuss Rede und Antwort.

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Die Sozialarbeiterin Romy Starke (vorn) stand den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort.

Quelle: Christian Schmettow

Rheinsberg. Die Flüchtlinge sind in Rheinsberg angekommen. 54 leben seit einer Woche in Zechlinerhütte, 20 in Heimland. In den Neubauwohnungen der Rheinsberger Kernstadt sind zurzeit 79 Menschen in 14 Wohnungen untergebracht. 50 von ihnen kamen allein im September dazu.

Der Rheinsberger Sozial- und Bildungsausschuss nimmt das am Mittwochabend zum Anlass, nachzufragen, wie die soziale Betreuung der Flüchtlinge und das Zusammenleben mit den Rheinsbergern funktioniert. Die Sozialarbeiterin Romy Starke ist seit Mitte Juli für die Flüchtlinge in der Kernstadt zuständig. Sie steht dem Ausschuss Rede und Antwort.

„Gibt es Probleme?“, fragt Marion Grefrath. „Ich habe etwas von Lärm gehört.“ Es habe vereinzelt Beschwerden gegeben, dass es abends zu laut ist, räumt Romy Starke ein. In solchen Fällen habe sie die Flüchtlinge darauf hingewiesen, dass sie Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen müssen – gern auch zwei- oder dreimal. „Weder ich noch der Wachschutz können aber 24 Stunden Kindermädchen spielen“, sagt sie. Andererseits werde Rheinsberg anderswo gerade dafür gelobt, dass es die Flüchtlinge in ein Wohngebiet integriere, sagt der Jugendsozialarbeiter Mario Stärck. Er ist Mitglied des Sozialausschusses.

Bis zu sechs Leute in einer Dreiraumwohnung

Jedem Flüchtling stehen fünf bis sechs Quadratmeter zu. So komme es, dass sechs Leute in einer Dreiraumwohnung untergebracht sind, erklärt Romy Starke. Manchmal stehen zwei oder drei Betten in einem Zimmer. Zur Grundausstattung gehören Betten, Bettzeug, Handtücher, eine kleine Spüle, ein Kühlschrank und eine Waschmaschine. Vier derart ausgestattete Wohnungen seien in Rheinsberg noch frei, weitere 20 werden vorbereitet. Damit könnten bald 200 Flüchtlinge in der Stadt leben.

Bei Romy Starke gehen viele Hilfsangebote ein, vor allem Möbel- und Kleiderspenden. Mitarbeiter des Landkreises holen die Möbel ab. Passende Kleidung sollten sich die Flüchtlinge aber lieber selbst in der Kleiderkammer aussuchen. Weil viele Rheinsberger gern helfen würden, aber nicht wissen, was gerade benötigt wird, kommt im Ausschuss die Idee auf, im Haus der Begegnung ein schwarzes Brett mit Wünschen und Angeboten einzurichten – zum Beispiel für Deutschunterricht.

Unfreiwillig komisch wird es dann zwischen den beiden Streithähnen des Ausschusses, Walter Luy (CDU) und Hans Georg Rieger (Freie Wähler): Rieger doziert schwäbelnd, für den Deutschunterricht müsse man nicht unbedingt pädagogisch geschult sein, sondern – „klar Deutsch spreschen“, fällt Luy ihm ins Wort – in breitem Niederrheinisch. Es brauche vor allem viel Geduld, ergänzt Mario Stärck.

Drei Viertel der Flüchtlinge kommen aus Syrien

Drei Viertel der Flüchtlinge in Rheinsberg sind Syrer. Sie sprechen Arabisch. Dazu kommen wenige Tschetschenen, Serben und Albaner. Detlef Pagel schlägt vor, die Flüchtlinge vorher nach Nationalitäten aufzuteilen – einfach, um an den Wohnorten weniger Dolmetscher zu brauchen. Doch auf die Zuteilung aus Eienhüttenstadt hat der Kreis keinen Einfluss.

24 Flüchtlingskinder bringen auch die Willkommensklassen an Rheinsbergs Schulen an ihre Grenzen. Der Schulleiter Pagel fragte nach Fördermöglichkeiten, um geeignetere Schulbücher für die Flüchtlinge zu besorgen.

Ein Antrag der freien Wähler und der FDP findet im Ausschuss keine Mehrheit. Sie fordern von der Stadtverwaltung, den Landkreis um verstärkte Hilfe zu bitten. Das sei längst geschehen, sagt Lysann Gutenmorgen (CDU). Den jüngsten Streit zwischen Rheinsbergs CDU-Bürgermeister und dem SPD-Landrat um Flüchtlingsunterkünfte nennt Hans-Georg Rieger „eine erschreckende Außenpolitik der Stadt“.

Von Christian Schmettow

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