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Rheinsberg könnte auch in Lindow kehren

Bauhof arbeitet immer effektiver Rheinsberg könnte auch in Lindow kehren

Der Bauhof der Prinzenstadt ist mit seinen neuen Maschinen so effektiv geworden, dass er seine Leistungen auch anderen Kommunen anbieten kann. Die interkommunale Zusammenarbeit steht aber noch ganz am Anfang.

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Enrico Lemm hat „gelbes Blut“ in den Adern. Der Bauhofmitarbeiter plant seinen Arbeitstag gern selbst.

Rheinsberg. Der Staubsauger hat so viel gekostet wie ein Porsche. Mehr als 50 Sachen sind auf der Landstraße trotzdem nicht drin. Dafür hat der orangefarbene Zweisitzer einen Laderaum von 1,8 Kubikmetern. Seit der Rheinsberger Bauhof seine neue Kehrmaschine im Einsatz hat, haben die Männer wieder mehr Zeit für andere Aufgaben. Wo die Mitarbeiter früher zum Besen griffen, erledigt nun ein Fahrer mit dem „City Cat“ das Straßenfegen in einem Bruchteil der Zeit. Knapp 100 000 Euro blätterte die Stadt im September 2014 dafür hin.

Nachdem die Maschine in den ersten Monaten erst einmal eine Grundreinigung in die Stadt und ihre Ortsteile gebracht hat, kann sich der Rheinsberger Bauhofkoordinator Ronald Oelke nun sogar vorstellen, auch außerhalb des Rheinsberger Gemeindegebietes zu kehren. Wenn beispielsweise die Nachbarn in Lindow Bedarf nach sauberen Straßen und Gehwegen haben, dann könnte das doch mit anderen Verwaltungsleistungen verrechnet werden, die Lindow vielleicht für Rheinsberg übernimmt. Eine solche Zusammenarbeit funktioniere auch schon bei Aufgaben des Standesamtes, ergänzt der Rheinsberger Kämmerer Andreas Neubert. Die interkommunale Zusammenarbeit stehe aber noch am Anfang.

Man merkt schnell, dass Ronald Oelke gern über den Tellerrand hinausdenkt. Nach Feierabend spielt er beim Theatersommer Netzeband mit (bisher mehr als 100 Vorstellungen), bei Gericht engagiert er sich als Schöffe. Seit seinem Antritt im Rheinsberger Bauamt vor fünf Jahren hat der inzwischen 50-Jährige den Bauhof kräftig umgekrempelt. Derzeit richtet sich der Bauhof seine neue Betriebsstätte im Gebäude der Rabs ein. Die Beschäftigungsgesellschaft werde künftig mehr Migranten betreuen, sagt Oelke voraus – das werde aber eher im Kiez-Zentrum geschehen. Eine Tischlerei, die Schlosserei und die Elektronik-Werkstatt sind nun in den alten Rabs-Räumen geplant. Die Küche und der Aufenthaltsraum sind fertig, auch das Büro des Koordinators. Zurzeit schaut Ronald Oelke vom Fenster seines Büros noch auf den Grienericksee. Künftig sieht er auf einen mit Strohmatten verblendeten Zaun. Umso besser, findet er – da könne ihn nichts vom Arbeiten ablenken. Ronald Oelke geht analytisch an seine Aufgaben heran: An erster Stelle müsse der Bauhof Vermögenswerte der Stadt wie Gebäude und Gemeindestraßen erhalten. Das erledigt er zum Teil mit den 15 eigenen Leuten, zum Teil mit Aufträgen an Fremdfirmen.

Ein Multicar ersetzte den viel zu großen Unimog

„Was sind die Aufgaben? Wie organisiere ich das? Was brauche ich dafür?“, fragt Ronald Oelke. Es gelang ihm, einen Beschluss von 2008 zum Stellenabbau im Bauhof rückgängig zu machen und neue Maschinen zu kaufen. Neben der Kehrmaschine und einem Kipper waren das ein Multicar, der den viel zu großen Unimog ersetzte, und der Stiga-Geräteträger. „Yellow Blood – gelbes Blut“, hat Enrico Lemm auf die Frontscheibe der gelben Maschine geklebt. Der 31-Jäh­rige mäht damit gerade den Rasen vor der Linower Feuerwehr.

Der junge Mann ist einer, den Oelke neu einstellen konnte. Einer, der mitdenkt und der seine Arbeit selbst organisieren darf. Die Maschine zwischen den Dörfern mit 20 Kilometern pro Stunde hin- und herzufahren, kostet Zeit. „Also arbeite ich lieber mal zwölf Stunden durch, um eine Tour fertig zu machen“, sagt Lemm. Sein Mäher kann – wie die Kehrmaschine – dank ihres Knickgelenkes eng um Bäume und Laternen herum­manövrieren. Mindestens viermal Mähen im Jahr sei jedem Ortsteil versprochen worden. „Wir sind jetzt beim achten Durchgang“, sagt Enrico Lemm stolz. Trotzdem fände er es schön, künftig an einigen Stellen auch Wildblumenwiesen blühen zu lassen, die nur zweimal im Jahr gemäht werden. Darüber soll im Herbst geredet werden. „Wir sind hier im Naturpark _ da muss es nicht aussehen wie in Sanssouci“, findet Enrico Lemm.

Keine Kompromisse macht der Bauhof bei der Baumpflege. In seiner Zeit habe es trotz extremer Wetterlagen noch nicht einen versicherungsrelevanten Baumschaden gegeben, sagt Ronald Oelke.

Von Christian Schmettow

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