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Rheinsberg: nach Eklat berufen

Neuer Bauamtsleiter Rheinsberg: nach Eklat berufen

Guido Brückmann ist der neue Bauamtsleiter der Stadt Rheinsberg. Doch bevor der Neuruppiner in sein Amt berufen wurde, gab es einen kleinen Eklat in der Stadtverordnetenversammlung, in der die BVB/Freie Wähler/FDP-Fraktion dem Rathauschef „monarchisches“ Handeln bei dem Einstellungsprozedere vorwarf.

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Guido Brückmann ist Rheinsbergs neuer Bauamtsleiter.

Quelle: Celina Aniol

Rheinsberg. Das Namensschild für den neuen Amtsleiter, das Übergabegespräch, das er zufällig mit­bekam – all das missfällt Frank-Rudi Schwochow sehr. Denn diese beiden Sachen sind dem Rheinsberger Stadtverordneten im Rathaus bereits am Montagmittag aufgefallen – einige Stunden also, bevor der neue Bauamtsleiter von den Stadtverordneten berufen wurde. „Wie kann das sein?“, fragte der Fraktionschef von BVB/Freie Wähler/FDP am Abend in der Stadtverordnetenversammlung. „Ist das eigentlich nur eine Showveranstaltung hier, bei der wir nur abnicken, was schon umgesetzt wurde? Oder sollen wir wirklich eine Entscheidung treffen?“ Er jedenfalls empfinde das Vorgehen als „zutiefst undemokratisch“, das Gebaren trage „monarchische Züge“, entrüstete sich der junge Stadtvertreter.

Nach einer Ältestenratsberatung, die spontan wegen einer Kasperlefigur auf dem BVB/Freie Wähler/FDP-Tisch einberufen wurde, verteidigte sich der Rheinsberger Verwaltungschef. Er verbiete sich angesichts der Würde des Amtes Bezeichnungen wie „Monarch“, sagte Jan-Pieter Rau. Es sei zwar nicht in Ordnung, dass bereits ein Namensschild angebracht wurde. Das sei ihm auch nicht bekannt gewesen, so der Bürgermeister. In der Sache habe er sich aber richtig verhalten. Denn für arbeitsrechtliche Vorgänge sei er als Bürgermeister laut Hauptsatzung seit 2014 zuständig. Sprich: Jan-Pieter Rau darf allein entscheiden, wen er im Rathaus einstellt. Allein die Berufung zum Amtsleiter obliege den Stadtverordneten. Diese haben auch im nicht öffentlichen Teil ihrer Sitzung am späten Abend Guido Brückmann als neuen Bauamtsleiter bestätigt.

Der 44-Jährige lebt mit Frau und Kind in Gildenhall und war zuletzt im Bauamt der Stadtverwaltung Neuruppin tätig. Zuvor arbeitete der Bauingenieur in der Privatwirtschaft, davon zwölf Jahre lang bei der Firma Andersson Haus und Dach in Werder (Amt Temnitz). „Herr Brückmann wird eine ganze Menge Projekte zu bewältigen haben“, sagte Jan-Pieter Rau am Dienstag. Dazu gehören 2016 die Sanierung oder der Neubau der Kita Spatzennest, die Errichtung des Kiezzentrums oder die Erarbeitung des Regenwasserkonzepts für die gesamte Kommune. „Ich freue mich, dass unser Team jetzt komplett ist“, so der Bürgermeister. Schließlich sei die Doppelbelas­tung für den Stadtreferenten Thomas Lilienthal, der 14 Monate lang auch als kommissarischer Bauamtsleiter arbeitete, erheblich gewesen. Er habe zwar alles sehr gut gemeistert. „Ein Mitarbeiter kann aber nicht zwei Jobs leisten“, so Rau. Zumal die Bauamtsarbeit mit den umfangreichen Straßenbauprojekten 2015 aufreibender war als sonst. „Das Beben der Entlastung muss man bis nach Neuruppin gehört haben“, bestätigte Lilienthal. Er freue sich darauf, sich wieder auf sein eigentliches Aufgabengebiet mit der Umsetzung des Konzeptes Soziale Stadt oder den Arbeiten für die innerörtliche Entlastungsstraße in Rheinsberg konzentrieren zu können.

Von Celina Aniol

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