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Rheinsberg nimmt weitere Asylbewerber auf

Unterkünfte für Flüchtlinge im Ruppiner Land Rheinsberg nimmt weitere Asylbewerber auf

Der Landkreis steht unter enormen Zeitdruck. Die zur Verfügung stehenden Unterbringungsmöglichkeiten reichen nur noch bis zum Herbst. In Rheinsberg will der Landkreis etwa 70 Asylbewerber unterbringen.

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OPR-Landrat Ralf Reinhardt rechnet mit einer höheren Zahl von Flüchtlingen.

Quelle: Peter Geisler

Rheinsberg. Begeisterter könnte man die Ankunft weiterer Asylbewerber in Rheinsberg gar nicht begrüßen. „Ich freue mich auf die Familien“, sagte Stadtjugendpfleger Mario Stärck. „Endlich wieder Kinder hier.“ Einige andere im Saal der Einwohnerversammlung äußerten sich ähnlich. Rheinsberg, so scheint es an diesem Abend, begegnet der Aufnahme weiterer Flüchtlinge mit Offenheit.

Etwa 80 Interessierte waren am Dienstagabend zu einer Einwohnerversammlung gekommen, um sich über die Unterbringung von Asylbewerbern zu informieren. Landrat Ralf Reinhardt hofft, in diesem Jahr etwa 70 Asylbewerber in Rheinsberg unterbringen zu können. Die zehn von der Wohnungsgesellschaft angebotenen Wohnungen werden dafür nicht reichen. Aber Bürgermeister Jan-Pieter Rau ist optimistisch, mehr Wohnraum anbieten zu können.

Nach Einschätzung des zuständigen Schulrates wird es in Rheinsberg genügend Schulplätze für Flüchtlingskinder geben. Waltraud Kuhne, Dezernentin für Gesundheit und Soziales, würde sich wünschen, dass jüngere Flüchtlingskinder auch in die Kita gehen können. „Das ist gerade bei diesen Kindern besonders wichtig, damit sie spielerisch Deutsch lernen können.“ Allerdings, so Kuhne, hätten Asylbewerber keinen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz.

Bislang hat Rheinsberg drei Flüchtlingsfamilien aufgenommen. Ein Elternpaar besucht bereits einen Deutschkurs in Neuruppin. „Wir hoffen sehr, dass wir auch in Rheinsberg einen Deutschkurs eröffnen können“, sagt der Koordinator für Asylbewerber und Flüchtlinge, Martin Osinski. Dafür allerdings müsste es genügend Teilnehmer geben.

Vor zwei Wochen eröffnete eine Sozialarbeiterin in Rheinsberg ihr Büro. Sie wird versuchen, den meist aus Kriegsgebieten geflüchteten Menschen die Ankunft zu erleichtern. Üblicherweise sei ein Sozialarbeiter für 120 Flüchtlinge zuständig, sagt Dezernentin Kuhne. Dafür übernehme der Bund die Kosten. In Ostprignitz-Ruppin betreut ein Sozialarbeiter 70 Asylbewerber. Doch auch das sei nicht ausreichend - „wenn man die weiten Wege im Landkreis bedenkt.“

Helfer mit Sprachkenntnissen werden dringend gebraucht

In Rheinsberg baut sich bereits ein Kreis von Ehrenamtlichen auf, der Asylbewerber unterstützen möchte. Vor allem Helfer mit Sprachkenntnissen werden gebraucht. „Wer sein Russisch noch nicht ganz vergessen hat, ist uns sehr willkommen“, sagt Osinski. Dringend gebraucht zudem: Kurdisch-Kenntnisse. Bislang war der Landkreis davon ausgegangen, dass er in diesem Jahr 639 Asylbewerber aufnehmen muss. Landrat Reinhardt rechnet inzwischen mit einer höheren Zahl von Flüchtlingen. „Wir stehen unter großem Zeitdruck“, sagt Reinhardt. Die zurzeit angebotenen Unterbringungsmöglichkeiten reichten bis spätestens Anfang Oktober. „Danach werden wir uns nach Alternativen umsehen müssen“, so Reinhardt. „Es kann auch in Ostprignitz-Ruppin passieren, dass wir provisorisch Turnhallen nutzen müssen.“

In den vergangenen Monaten hatte der Landkreis versucht, möglichst viele Wohnungen zu akquirieren. Zugleich wurde beschlossen, die Wusterhausener Gemeinschaftsunterkunft von 100 auf 250 Plätze zu erweitern. Im Herbst sollen zudem in Neuruppin Container für bis zu 120 Menschen aufgestellt werden.

Von der Ankunft neuer Asylbewerber erfährt der Landkreis in der Regel erst eine Woche vorher. Er kann keinen Einfluss auf ihre Herkunftsländer nehmen. „Die Zuweisung erfolgt willkürlich“, sagte Dezernentin Kuhne. Rheinsbergs Wunsch, ausschließlich Familien aufzunehmen, musste Reinhardt eine Absage erteilen. „Das können wir schlichtweg nicht garantieren.“

Von Frauke Herweg

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