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Rheinsberg reißt Wohnblöcke später ab

Rewoge verändert Prioritäten Rheinsberg reißt Wohnblöcke später ab

Eigentlich wollte die Rheinsberger Wohnungsgesellschaft Rewoge nur 20 Wohnungen in diesem Jahr sanieren. Am Ende erneuerte sie aber 60 – und gab dafür das dreifache der ursprünglich vorgesehenen Summe aus. Dadurch kann die Rewoge den für 2015 geplanten Abriss von Wohnblöcken in Rheinsberg und Kleinzerlang nicht erledigen.

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Zwar wurden die Wohnblöcke in Rheinsberg und Kleinzerlang bereits leer geräumt und entkernt. Abreißen will die Wohngsgesellschaft die Plattenbauten aber erst 2016.

Quelle: Celina Aniol

Rheinsberg. Eigentlich sollten die zwei Blöcke der Wohnungsgesellschaft Rewoge in Rheinsberg und in Kleinzerlang noch in diesem Jahr abgerissen werden. Doch daraus wird doch nichts, wie Rewoge-Geschäftsführer Stephan Greiner-Petter berichtet. Zwar seien die beiden Häuser mittlerweile komplett entkernt – den Rückbau von insgesamt 56 Wohnungen in beiden Orten will die Gesellschaft allerdings erst 2016 in Angriff nehmen.

Der Hauptgrund dafür ist, dass die Rewoge in diesem Jahr eine viel größere Summe für die Sanierung von leerstehenden Wohnungen ausgegeben hat als vorgesehen – und folglich kein Geld mehr für den Rückbau hat. Ursprünglich wollte die Gesellschaft 2015 nur 20 Wohnungen mit einem Aufwand von rund 100 000 Euro neu herrichten. Am Ende hat sie aber 60 Wohneinheiten für rund 350 000 Euro erneuert. Zwar waren darunter 41 Wohnungen für Asylsuchende, deren Sanierung vom Landkreis finanziert wird. Das Geld sei bei der Rewoge, die bei den Arbeiten in Vorleistung gegangen ist, aber noch nicht angekommen, sagt Stephan Greiner-Petter.

Deshalb war an den Abriss nicht mehr zu denken. Zwar wird das Vorhaben vom Land mit über 200 000 Euro gefördert. Die Gesellschaft muss aber einen Eigenanteil von rund 100 000 Euro beisteuern. „Und den hatten wir in diesem Jahr nicht mehr übrig“, erklärt der Rewoge-Geschäftsführer. „Wir waren in diesem Jahr finanziell ganz schön gefordert.“

In Rheinsberg hätte die Gesellschaft aber ohnehin den Wohnblock in der Siedlung Am Stadion nicht abreißen dürfen. Denn dort hatte ein Sachverständiger Exkremente von Fledermäusen gefunden. Er ging davon aus, dass eine Fledermauspopulation den Plattenbau als Winterquartier nutzt, woraufhin der Landkreis den Abriss stoppte. Das Pikante: Die Kreisverwaltung wollte das Haus als Unterkunft für Flüchtlinge nutzen, Rheinsberg wehrte vehement ab und begann mit den Entkernungsarbeiten – bis die Tiere ins Spiel kamen, die aber weder Rewoge-Mitarbeiter noch der Gutachter gesehen haben (die MAZ berichtete).

Das Geld vom Kreis braucht die Wohnungsgesellschaft indes nicht nur für den Abriss, der in beiden Orten Platte für Platte erfolgen soll. Die Rewoge will im kommenden Jahr auch ein großes Sanierungsprogramm für die Fenster und Fassaden auflegen. Über 1000 Fenster in 200 Wohnungen sollen dabei erneuert werden, an zwei Häusern werden die Fassaden renoviert. Außerdem will das Unternehmen für rund 100 000 Euro Bäder in vielen Wohneinheiten altersgerecht umbauen. Die Devise der Gesellschaft dabei: Die Kosten für die Arbeiten sollen aus eigener Tasche bezahlt und nicht auf die Mieter umgelegt werden. „Wohnen muss immer noch bezahlbar bleiben“, sagt Stephan Greiner-Petter. „Egal, was wir machen.“

Für die Zukunft hat sich die Rewoge den altersgerechte Umbau der Wohnungen samt Errichtung von Fahrstühlen in vielen Aufgängen in der Siedlung Am Stadion auf die Fahnen geschrieben. Diese Arbeiten sollen nach und nach erfolgen. Wann genau, das sei wieder von der Finanzlage abhängig, so Greiner-Petter. Denn Kredite kann die Gesellschaft, die einen Sieben-Millionen-Schuldenberg abtragen muss, kaum aufnehmen.

Von Celina Aniol

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