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Rheinsberg soll Kultur höher fördern

Minister Görke fordert mehr Geld von der Stadt Rheinsberg soll Kultur höher fördern

Bei seiner Sommertour hat Finanzminister Christian Görke (Linke) am Montag auch die neue Kultur-Gesellschaft in Rheinsberg besucht. Vom künstlerischen Niveau zeigte sich Görke angetan – von der Finanzierung weniger. „Darüber muss man mal reden.“

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Während der Proben haben sich die jungen Sänger der Rheinsberger Kammeroper für ein Bild mit dem Finanzminister zusammengestellt.

Quelle: Peter Geisler

Rheinsberg/Neuruppin. Deutliche Worte hat Finanzminister Christian Görke (Linke) am Montag für die neue Kulturgesellschaft Rheinsberg gefunden, die Kammeroper und Musikakademie vereint. Mit ihrem künstlerischen Know-how spiele die Gesellschaft in der Champions League – finanziert werde sie aber wie eine Fußballmannschaft der dritten Liga. Görke appellierte deshalb an Rheinsberg und den Landkreis, dass diese beiden Mitgesellschafter der Kulturgesellschaft ihre „überschaubaren Zuschüsse dynamisieren“.

Die Stadt Rheinsberg hat an ihrem Zuschuss nichts verändert und gibt für Kammeroper und Musikakademie zusammen wie in den vergangenen Jahren 10 200 Euro. Zusätzlich kümmert sich die Stadt um den Ticket-Vertrieb. „Das sind pro Jahr drei- bis vierstellige Arbeitsstunden, die wir damit als Leistung erbringen“, sagte Vize-Bürgermeister Andreas Neubert, der zugleich Rheinsbergs Kämmerer ist. Leicht gekürzt hat hingegen der Landkreis seinen Zuschuss – von 49 000 Euro im vergangenen Jahr auf nun 46 000 Euro. Allerdings schafft es die Kulturgesellschaft, etwa die Hälfte ihres Etats durch Spenden, Sponsoring und Eintrittsgelder zu erspielen.

Beeindruckt zeigte sich Görke von den jungen Sängern, die er kurz bei einer Probe zu „La Traviata“ belauschen konnte. „Sie sind mit so viel Feuer und Enthusiasmus unterwegs.“ Der Finanzminister will deshalb versuchen, noch eine Karte für eine der Aufführungen zu ergattern. Die Premiere von „La Traviata“ am 14. August ist bereits ausverkauft. Das verwundert kaum: Zählt doch die Kammeroper laut einer Studie des „Handelsblattes“ zu den zwölf besten Festivalorten im deutschsprachigen Raum. Rheinsberg steht damit in einer Reihe mit Bayreuth, Bregenz und Salzburg. „Es ist wichtig, dass dieser Leuchtturm nicht nur über die Sommerspielzeit leuchtet“, so Görke. Das Land werde deshalb seine Förderung nicht kürzen, betonte der Politiker. „Wir haben viel mit Rheinsberg vor.“

Weil die Zuschüsse nicht reichen, hatte die Musikakademie in diesem Jahr die traditionelle Osteroper ausfallen lassen müssen. Bis 2012 hatte es dafür bis zu 150 000 Euro vom Bund gegeben. Ob es im nächsten Jahr wieder Geld für die Osteroper geben wird, ist unklar.

Finanzminister  Christian Görke und OPR-Landrat Ralf Reinhardt

Finanzminister Christian Görke und OPR-Landrat Ralf Reinhardt.

Quelle: Andreas Vogel

Dabei überbrachte Finanzminister Görke am Montag die frohe Kunde an Landrat Ralf Reinhardt (SPD), dass der Landkreis bis 2018 zusätzlich knapp 4,3 Millionen Euro erhalten wird – wenn denn das Landeskabinett Ende August zustimmt. Das Geld stammt aus dem Investitionsförderprogramm des Bundes und ist für finanzschwache Landkreise gedacht. Jedoch darf das Geld nur für bestimmte Projekte ausgegeben werden, wie etwa für frühkindliche Bildung und die energetische Sanierung von Gebäuden. Die Landkreise müssen nur einen Eigenanteil von zehn Prozent beisteuern. „Ich erwarte, dass die Kreise das stemmen können“, sagte Görke. Das wird klappen, versicherte Landrat Reinhardt. Allerdings benötige die Verwaltung ein paar Tage, um die Bedingungen für den Zuschuss aufmerksam zu studieren. Reinhardt geht davon aus, dass das Gros des Geldes wohl ab 2016 ausgegeben werden kann.

Zusätzlich zum Bundesprogramm hat das Land einen neuen Fördertopf für Investitionen aufgemacht, der mit 130 Millionen Euro gefüllt ist. Allerdings liegt dort der Eigenanteil bei 40 Prozent.

Weiterhin unklar ist, ob und wann das Land die alte Panzerkaserne an den Landkreis abgibt, damit dort Unterkünfte für mehr als 100 Flüchtlinge entstehen können. Die Gespräche dazu laufen. „Wir wollen auf jeden Fall vermeiden, dass Flüchtlinge in Zelte untergebracht werden müssen“, betonte Reinhardt. Auch das Land setzt auf feste Unterkünfte. Da aber kaum damit zu rechnen ist, dass die einstige Kaserne noch in diesem Jahr mit finanzieller Hilfe des Landes saniert werden kann, hat Reinhardt einen Plan B: Demnach sollen neben der Panzerkaserne Container aufgebaut werden.

Von Andreas Vogel

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