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Rheinsberg sucht den Osterklang

Familientage der Musikakademie Rheinsberg sucht den Osterklang

Mit neuen Aktionen will die Musikakademie Rheinsberg Musiker und ihr Publikum enger zusammenbringen. Zu Ostern lud die Akademie zum Klängesuchen ein. Die kleinen und großen Besucher konnten das Haus erkunden, junge Musiker und ungewohnte Instrumente.

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Das Marimbaphon mit seinen weichen Tönen zog vor allem die kleinen Besucherinnen wie Felicitas (4) in seinen Bann.

Quelle: Reyk Grunow

Rheinsberg. Jannik Kloditz warnt seine Zuhörer vor: „Das ist ein Schlagzeug und es ist etwas laut.“ Dann lässt der Zwölfjährige die Trommelstöcke in rasendem Tempo über die Trommeln und Becken wirbeln. Seit sieben Jahren spielt Jannik inzwischen Schlagzeug und er gehört zu den besten Musikern seiner Altersgruppe in ganz Deutschland. Gerade hat er sich für den Bundesausscheid im Wettbewerb „Jugend musiziert“ qualifiziert. Es ist beeindruckend, in welcher Geschwindigkeit Jannik seine Instrument bearbeitet. Felicitas (4) macht das trotzdem ein bisschen Angst. Die Trommeln sind so laut, dass sich das Mädchen kaum traut, selbst draufzuhauen, als Jannik ihr seinen Stuhl anbietet. Er reicht ihr statt der Trommelstöcke ein paar Besen. „Damit kann man leiser spielen.“ Zusammen mit ihrer Mama Isabell Merz probiert Felicitas das vorsichtig aus. Und hat dann doch Spaß.

Meisterkursteilnehmer machen Lust auf mehr

Zum ersten Mal hat die Musikakademie Rheinsberg zu Ostern ein „Klängesuchen“ veranstaltet. Zwei Tage lang konnten Kinder und Erwachsene Schlaginstrumente erkunden – von den großen Pauken bis zum Marimbaphon.

Noah Choi (17) kam aus dem Allgäu zum Üben nach Rheinsberg

Noah Choi (17) kam aus dem Allgäu zum Üben nach Rheinsberg.

Quelle: Reyk Grunow

Die Idee dazu hatte Juliane Wandel, die seit einem Jahr künstlerische Direktorin der Musikakademie ist. Sie will versuchen, das Haus neben dem Schloss noch mehr für die Rheinsberger und die Menschen aus der Region zu öffnen. Natürlich bleibt die Akademie ein Ort, an dem Musiker konzentriert an ihrem Können arbeiten. Gleichzeitig will Juliane Wandel die hervorrangenden Musiker enger mit ihrem Publikum zusammenbringen.

Am Osterwochenende gab die Schlagzeug-Professorin Cornelia Monske von der Hamburger Hochschule für Musik und Theater einen Meisterkurs in Rheinsberg. Neben Studenten kamen dazu aus ganz Deutschland Jugendliche, die sich wie Jannik auf den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ vorbereiten. Juliane Wandel hat Musiker gleich für ihr Projekt eingespannt. Jeder konnte sich und sein Instrument in einem Raum vorstellen. Die Besucher liefen von Station zu Station durch die Akademie und durften sich selbst als Schlagzeuger versuchen.

Solche Aktionen könnte es künftig öfter geben. „Ich finde, davon haben alle etwas“, sagt Juliane Wandel. Die Besucher lernen neue Musik kennen, die Akademie kann sich und ihre Angebot vorstellen, die jungen Musiker üben ihr Stück, indem sie es immer wieder vorspielen und sie lernen, wie man die Begeisterung für Musik weitergibt. Denn das wird in Zukunft noch viel wichtiger, ist Juliane Wandel überzeugt: Musiker müssen nicht nur ihr Instrument gut beherrschen. „Sie müssen auch Musikvermittler sein.“ Auf der Bühne zu sitzen und zu spielen genügt nicht. Das Publikum erwartet mehr, die Zuhörer wollen einbezogen werden, selbst lernen. Das will die Akademie bieten.

Von Reyk Grunow

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