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Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg will mehr Verkehr
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg will mehr Verkehr
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11:12 11.08.2014
Seit 2006 fahren die züge nur im Saisonbetrieb nach Rheinsberg. Quelle: MAZ
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Rheinsberg

Fährt die Bahn bald auch wieder außerhalb der Saison nach Rheinsberg? Thomas Lilienthal, Rheinsberger Referent für Wirtschaftsförderung, ist da optimistisch. „Das ist keine Frage des Ob, sondern des Wann und Wie“, sagte er am Sonntag.

Lilienthal schöpft seinen Optimismus aus einem Gespräch mit Susanne Henckel, Chefin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB). Die 48-Jährige war jüngst auf Bitten der Rheinsberger in die Stadt gekommen – und hatte sich bestens vorbereitet. „Sie war zuvor an einem Wochenende privat mit der Bahn in Rheinsberg“, sagte Lilienthal. Bei dem eigentlichen Termin habe sie Verständnis für die Rheinsberger Bedürfnisse gezeigt. „Wir haben nicht so sehr die typischen Berufspendler. Wir haben vor allem viele Touristen“, betonte Lilienthal. Rheinsberg ist seit Jahren Touristenmagnet. Vor allem das Schloss, die Musikakademie und die Kammeroper locken mit ihren Veranstaltungen zuhauf Gäste an. Das Prinzenstädtchen hat dadurch mehr als 500000Übernachtungen pro Jahr. Mehr hat in Brandenburg nur die Landeshauptstadt Potsdam vorzuweisen.

Auf die Touristen müsste das Angebot von Bahn und Bus besser als bisher ausgerichtet werden, so Lilienthal. Er sieht erheblichen Verbesserungsbedarf und verweist auf ein Beispiel: „Der Mittagszug um 14.45Uhr ab Rheinsberg ist montags bis donnerstags völliger Unsinn“, so Lilienthal. Stattdessen müsste das Angebot von Freitag bis Sonntag ausgebaut werden – und zwar das ganze Jahr über und nicht nur von April bis Oktober wie seit 2006. Der Wirtschaftsreferent weiß, dass sich das nicht so schnell umsetzen lässt. „Bis zum Winter werden wir den ganzjährigen Bahnverkehr nicht hinkriegen.“ Doch nach Möglichkeiten dafür soll ab September in einer speziellen Arbeitsgruppe gesucht werden. In dieser werden nach ersten Vorstellungen der VBB, die kreiseigene Busgesellschaft ORP, die Bahntochter DB Regio, das Rheinsberger Rathaus und Abgeordnete vertreten sein. „Es geht um die Situation des gesamten öffentlichen Personennahverkehrs im Raum Rheinsberg“, so Lilienthal. Themen sollen dann ebenfalls Buslinien nach Menz und Gransee (Oberhavel) sowie nach Wesenberg und Mirow in Mecklenburg-Vorpommern sein. Zudem hält Rheinsberg an der Idee für eine Art Rundbus mit mehreren Stationen fest.

Dem Rathaus ist klar, dass ein verbessertes Verkehrsangebot nicht zum 0-Tarif zu bekommen ist. „Die Stadt würde sich natürlich an den Kosten beteiligen“, sagte Lilienthal. Das könnte demnach über einen Teil der Kurtaxe geschehen. Die Gespräche dazu sind aber längst noch nicht abgeschlossen. Gesprochen hat der Wirtschaftsdezernent indes bereits mit der Geschäftsführung der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB), die ab 2016 für den Zugverkehr nach Rheinsberg zuständig ist. Die NEB sei nicht abgeneigt, auf die Rheinsberger Bedürfnisse einzugehen, sagte Lilienthal. So wolle die NEB in der Woche mit kleinen Wagen nach Rheinsberg fahren, an den Wochenenden dann mit großen. In diesen wäre auch mehr Platz als jetzt für Fahrräder. Das wird die Gäste der Stadt freuen, die mit der Bahn anreisen und ihr Rad für Ausflüge mitbringen wollen.

In der neuen Arbeitsgruppe soll es ebenfalls um mögliche Bedarfshalte auf der Strecke gehen, etwa in Köpernitz, Klosterheide und Schönberg. Deshalb stimmt sich das Rheinsberger Rathaus mit dem Amt und der Stadt Lindow ab. Allerdings müssten die sogenannten Haltepunkte erst wieder auf Vordermann gebracht werden, bevor dort wieder Züge halten dürfen. Lilienthal glaubt, dass das mit Hilfe von Zuschüssen machbar ist.

Von Andreas Vogel

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