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Rheinsberg 10. Schleppertreffen mit vielen alten Schätzen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg 10. Schleppertreffen mit vielen alten Schätzen
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00:28 30.05.2018
Männer und Traktoren: Beim 10. Schleppertreffen Zechow gab es viel zu staunen und fachsimpeln. Quelle: Regine Buddeke
Zechow

Der Lanz Bulldog ist heiß. Er bebt und bullert wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Grade hat sein Besitzer Norbert Krüger aus Gransee ihn mit einer Lötlampe vorgeglüht, auf dass er bei der großen Ausfahrt auf Touren kommt. Beim betagten Alter des Lanz braucht das ein wenig – das gute Stück ist immerhin Baujahr 1938 und damit älter als die meisten Besucher des 10. Schleppertreffens in Zechow, bei dem anlässlich der runden Zahl eine Sonderschau mit Vorkriegstraktoren lockt.

114 Traktoren und jede Menge Bewunderer: Das 10. Schleppertreffen in Zechow wartete mit einer moderierten Sonderausstellung von Vorkriegstraktoren auf.

Ein gutes Dutzend der metallenen Veteranen reihen sich nebeneinander und werden von Alexander Dornbusch von den organisierenden „Schlepperfreunden Ruppiner Schweiz“ vorgestellt.

Die Schätzchen werden bestaunt und bieten Spielwiese für viel Fachsimpelei. Etwa der Deering Baujahr 1930, der viele Bewunderer findet. „Ich hab noch den letzten TÜV-Bericht von 1947. Und das Originalkennzeichen. IM bedeutet in diesem Fall „in der Mark“, erklärt Besitzer Mario Marquardt aus Schönow, der mit Sohn Christian zum ersten Mal in Zechow dabei ist. „Wir kennen die Schlepperfreunde schon durch verschiedenste Treckertreffen“, sagt er, „und wollten sie mit dem Deering überraschen.“

Es war indes nicht die einzige Überraschung für Organisator Roy Wollitz und seine Mitstreiter. Die Bulldogfreunde aus dem Erzgebirge, zu denen die Zechower eine ganz besondere Freundschaft pflegen, haben den Schlepperfreunden zum 10. Treffen ein ganz besonderes Geschenk verehrt: einen eisernen Schwibbogen – made in Erzgebirge – mit aufwendig gearbeitetem Zettelmeyer-Motiv.

Seit zehn Jahren organisiert Roy Wollitz das Treffen

„Ich mag die alten, nicht so aufgemöbelten Teile“, sagt Heidi Streckert. „Wir hatten früher ne Landwirtschaft und ne Brockenhexe“, erklärt die Lindowerin ihr Faible für die rostigen Schönheiten. Auch Horst und Ursula Rönnebeck aus Banzendorf schlendern von Trecker zu Trecker. „Wir haben Freude an der alten Technik“, gestehen beide. Gekauft wird keiner. „Wir haben genug Trecker daheim“, sagt die Ehefrau. „Sie nennt es Schrott – aber ich kann mich so schwer trennen“, sagt er und sie lächelt verschmitzt.

„Den haste ja gut hingekriegt“, bekommt Dirk Nimke nicht nur einmal zu hören. Sein Lanz Bulldog, Baujahr 38, ist eine Augenweide. „Ich bin jedes Jahr hier, mit großer Begeisterung“, sagt der Zernikower. An dem Lanz hat er ein Dreivierteljahr geschraubt, erzählt er. „Die Ersatzteilbeschaffung vorher hat deutlich länger gedauert.“ Den Bulldog kennt er, seit er sechs Jahre alt ist. „Von Vaters Hof“, sagt er. „Er hat mich nie mehr losgelassen.“

Auch Hartmut Siebert ist ein Zechower Wiederholungstäter. Er stellt sein einziges Schätzchen vor: einen Deutz, Baujahr 53. „Reines Hobby“, so der Nauener.

Unterstützt wird er von den Schlepperfreunden Ruppiner Schweiz

Der Rüthnicker Verein Falut ist mit acht Treckern und einem Standmotor angereist. Peter Herzog etwa hat seinen Liebling, einen 1940er Kramer Allesschaffer dabei. Interessiert äugen die Neugierigen, wie Herzog den Veteran mit Glimmpapier und viel Kurbeln in Gang bringt. Es knattert, dampft, duftet.

Dann beginnt die Ausfahrt. Der Platz leert sich. Fast alle fahren mit. „Schenk nem Mann nen Trecker und er ist glücklich“, sagt ein Zuschauer. Offensichtlich.

Von Regine Buddeke

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