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Rheinsberg Rückzugsort für den neuen Roman
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Rückzugsort für den neuen Roman
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00:22 01.03.2019
„Ich mag alles Alte“: Akos Doma. Quelle: Peter Geisler
Rheinsberg

 Die Rheinsberger Stadtschreiberwohnung liegt ein wenig versteckt im Marstall. Am Abend verschließt ein Sicherheitsmann dort alle Türen. In dem großen Gebäude ist dann niemand mehr. Ein guter Ort, um ein wenig zurückgezogen von der Welt zu schreiben.

Anfang Februar zog Rheinsbergs neuer Stadtschreiber Akos Doma in die kleine Wohnung. Er will seinen neuesten Roman weiterentwickeln. „Der Roman ist schon sehr weit fortgeschritten“, sagt er. Von seiner Handlung will Doma nicht all zu viel verraten. Sie interessiert ihn auch nicht. Ihm geht es um das Grundsätzliche, die großen Themen des Romans – das Fremdsein in der Gesellschaft und den Rückzug. Und die prinzipielle Andersartigkeit von Mann und Frau.

„Das ist das einzig interessante Thema für mich“, sagt Doma. Schon sein letzter Roman, der 2016 erschienene „Der Weg der Wünsche“, spürte den so unterschiedlichen Kräften eines Paares nach – des etwas unpraktisch veranlagten Károly und der standhaften Térez.

Flucht aus Ungarn

„Der Weg der Wünsche“ ist zugleich ein autobiografisch inspirierter Roman. Er erzählt die Flucht einer Familie, die sich von Ungarn über Italien zunächst nach England und später nach Deutschland rettet. Der 1963 in Budapest geborene Doma war neun, als seine Familie nach einer Zwischenstation in Italien zunächst in ein kleines Themsestädtchen flüchtete. Er war 14, als die Familie später in Deutschland ankam.

„Ich musste immer wieder neu anfangen“, sagt Doma. Sich in einer neuen Heimat zurechtfinden, aber sich auch in einer neuen Sprache einleben. Schreiben wollte Doma schon als Kind. Seine ersten Texte schrieb er auf Ungarisch. Seinen ersten Roman entwickelte er, als er bereits Dozent für Anglistik und Amerikanistik war.

Schreiben ist Handwerk

Mehrmals schrieb er den 2001 erschienenen „Müßiggänger“ um, bis er endlich mit seiner Sprache, seinem Rhythmus zufrieden war. Schreiben, sagt Doma, sei ein Handwerk, das auch eine gewisse Zähigkeit erfordert. „Man muss es wirklich wollen.“ Immer wieder überarbeitet Doma seine Texte. „Ich bin sehr kritisch mit mir.“

In Schreibwerkstätten bringt Doma Jugendlichen sein Handwerk näher. Was heißt Erzählen? Warum reißt ein Text seinen Leser mit? Warum lässt ein anderer Text seinen Leser kalt? Das sind Fragen, auf die Doma und die jungen Gäste der Schreibwerkstätten Antworten suchen. „Das ist sehr fruchtbar“, sagt Doma. „Es ist das Gegenteil von dem, was sie sonst machen.“

Brandenburgs schöne Alleen

Seit Langem ist Doma mit seiner Familie im bayerischen Eichstätt zu Hause. Rheinsberg kannte er zuvor nur oberflächlich. Die Weite der Brandenburger Landschaft gefällt ihm. „Diese Alleen – das ist etwas, was es in Bayern schon nicht mehr gibt.“ In Rheinsberg selbst hat er bisher vor allem die Gegend um den See erkundet. „Ich habe da eine wunderschöne Stelle entdeckt“, sagt er. Zu Fuß ein ganzes Stück von seiner Wohnung entfernt.

Die Ruhe vor dem Touristen­ansturm im Sommer stört ihn nicht. Sie gefällt ihm sogar. „Ich bin kein Großstadtmensch“, sagt Doma. Der 55-Jährige schätzt Rückzugsorte. „Ich brauche das, ich suche das“, sagt er. „Die Welt drängt immer heftiger auf einen ein.“

Wider die Versprechen des Konsums

Doma will sich nicht vereinnehmen lassen, will Konsumversprechen trotzen. Ein eigenes Handy hat er nie besessen. Autos und Musikanlagen haben ihn schon als Jugendlichen nicht interessiert. „Ich bin technophob“, sagt er und lacht. „Mich langweilt das.“ Doma bleibt stattdessen den grundsätzlichen Fragen verhaftet. „Wie kann man wahre Werte wie Familie leben –in einer Gesellschaft, die das negiert?“

Von Frauke Herweg

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