Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rheinsberg Ausstellung im Kulturgutshaus am Tag des offenen Denkmals
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Ausstellung im Kulturgutshaus am Tag des offenen Denkmals
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 13.09.2018
Am Tag des offenen Denkmals im Kulturgutshaus Köpernitz kamen viele Neugierige, um die Ausstellung "20 Jahre - 20 Fundstücke" zu sehen. Quelle: Regine Buddeke
Köpernitz

„Es war voll“, freut sich Bernd Donner über die rund 200 Besucher. Der Vorsitzende des Vereins Kulturgutshaus Köpernitz hat allerdings gemeinsam mit seinen Vereinskollegen lange daran gearbeitet, den Besuchern am Sonntag ordentlich was zu bieten. Es ist schließlich Tag des offenen Denkmals und ein solches ist das Köpernitzer Gut durchaus.

Viel Geschichte steckt in dem „alten Kasten“, in dem einst die „Gräfin Goldhaar „residierte, den Fontane in seinen Wanderungen erwähnte und den der Verein mit Schweiß, Fleiß und visionärem Enthusiasmus zum vorzeigbaren Schmuckstück wieder hergerichtet hat. Auch von diesen 20-jährigen Bemühungen zeugt die Ausstellung, die – ob der vielen Leihgaben – nur an diesem einen Tag zu sehen war.

Immer wieder geben Bernd Donner und sein Förderverein viel Liebe und Arbeit, wenn es um das Köpernitzer Gutshaus und die Historie drumherum geht. In einer eintägigen Schau stellte das Team die 20-jährige Erfolgsgeschichte des Vereins vor. 200 Gäste kamen, guckten, gratulierten.

„20 Jahre – 20 Fundstücke“ heißt die Schau, die Donner und seine Mitstreiter zusammengetragen haben. Es ist eine Geburtstags-Ausstellung, mit der der Verein sich selbst und 20 Jahre unermüdliche Arbeit fürs Gutshaus feiert. Die 20 „Fundstücke“ – Vitrinen, Schautafeln, Karten, historische und auch moderne Relikte, Fotobücher, Bilder und mehr zeugen nicht nur von der Geschichte von Köpernitz, Heinrichsdorf und Co. sondern auch von den Schwerpunkten der Vereinsarbeit, die sich seit 20 Jahren kontinuierlich ausgeweitet hat.

Es begann mit dem Ziel, das Haus zu erhalten und für die Einheimischen als Begegnungsstätte zu öffnen. Inzwischen wird auch viel historische Forschung betrieben: Über Fontane, die beschriebene und realen Orte und nicht zuletzt über die Geschichte derer La Roche Aymons – da ja die Gräfin bis zu ihrem Tode auf Köpernitz residierte und Geschichte und Geschichten schrieb. Das Thema wird im Verein groß geschrieben.

Ausstellung dreht sich um 20 Jahre Arbeit des Vereins

Die 20 thematischen Schau-Stücke drehen sich um Heinrichsfelde, Neuköpernitz, den Waldfriedhof und die Pläne für den Gutspark, um die verschiedensten Künstler, die in Köpernitz bildhauerten, malten oder musizierten. Es ging um die schrittweise Sanierung des Herrenhauses, um den Gartensaal, die restaurierte Eingangstür und um die Wiederkehr des Bildes der Gräfin. Eine erstmals gezeigte Neuentdeckung des Vereins, eine Spezial-Vollmacht, dokumentiert die Besitzüberschreibung des Gutes von Graf zu Gräfin.

„Ein königlicher Ritterschlag für die Feuerspritze“ dreht sich ums Heinrichsdorfer Spritzenhaus, „Früher dachte ich beim Vorbeifahren immer, das sei eine süße kleine Dorfkirche“, gesteht Ausstellungsbesucher und Naturparkleiter Mario Schrumpf schmunzelnd.

Sie war nur einen Tag lang zu sehen

An allen Vitrinen stehen die Besucher – zumeist tiefgebeugt, um jedes kleine Detail unter die Lupe zu nehmen – im wahrsten Sinne des Wortes. „Sehr interessant“, sagt Arnold Baron, den als Neuköpernitzer vorzugsweise die erstmals gezeigte Karte des Kolonistendorfes interessieren dürfte. Und natürlich die historischen Erstbebauungs-Fotos, die Donner jüngst in einer Haushaltauflösung aufstöberte. „Eine ganz besondere Ausstellung – vor allem, wenn man hier aufgewachsen ist“, lobt auch Stan Rönnefahrt, der in einer der Vitrinen die Bodenreform-Urkunde seines Opas entdeckte.

Der Verein widmet sich in der Ausstellung auch den Unterstützern, Sponsoren, Mitstreitern und Weggefährten seiner Arbeit. So verwundert es nicht, dass viele am Sonntag gekommen sind: Die Fontaneforscher Gotthard Erler und Gabriele Radecke, die einstige Vorsitzende des Historischen Vereins der Grafschaft Ruppin, Uta Land, der Rheinsberger Antiquar Frank Krüger, Chefrestaurator Jochen Hochsieder, Historiker und Autor Robert Rauh.

200 Besucher kamen und schauten

„Viele Gratulanten sind mit Blumen, Geschenken und einem ’Weiter so’ gekommen“, erzählt Bernd Donner gerührt. Die Rheinsberger Bibliothek etwa habe Fontane-Ausgaben gespendet – der Verein sammelt diese.

„Meine komplette Familie hat hier am Haus mitgearbeitet“, erzählt der Maler Dietmar Baron stolz, der einst die Fassade strich. „Was Bernd Donner hier geleistet hat, verdient Hochachtung“, lobt auch Vereinsmitglied Ramona Martin. „Was ich allerdings bedauerlich finde, ist, dass die beiden Dumann-Brüder nirgendwo erwähnt wurden. Die gehören ja zur Vereins-Geschichte auch dazu.“ Andreas Kirsch, Lothar und Werner Dumann hatten den Förderverein 1998 aus der Taufe gehoben.

Beide Dumanns waren am Sonntag auch gekommen und hatten dem Vereinsvorsitzenden ein Büchlein überreicht, in dem sie etliches Material aus den ersten Gründerjahren gesammelt hatten. „Ich bin überwältigt vom Einsatz des Vereins“, schwärmt Besucherin Margrit Jacobsen. „Die Ausstellung ist fachmännisch auf hohem Niveau und so detailliert – faszinierend.“

Von Regine Buddeke

Das Berliner Theater im Palais eröffnet die „Saisoneröffnung“ im Rheinsberger Schlosstheater, das sich künftig ganzjährig und spartenübergreifend öffnen will. Carl Martin Spengler und Ute Falkenau brillierten mit einer Otto-Reutter-Hommage.

12.09.2018

Seit vielen Jahren ist die Baumschule Fischer Partner des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land. Zum Menzer Apfeltag bietet der Familienbetrieb historische Obstsorten an. Mehr als 2000 Apfelhochstämme haben so seit 2003 den Weg in Gärten und Streuobstwiesen im Naturpark gefunden.

09.09.2018

Südlich von Rheinsberg soll ein 44 Kilometer langer Wanderweg entstehen. Künstler erarbeiten in Kunsterspring an Skulpturen, die den Pfad säumen sollen.

06.09.2018