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Rheinsberg Bäume kämpfen ums Überleben
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13:48 29.10.2018
Der Schlossgarten Rheinsberg im Sommer: Grüne Bäume, brauner Rasen. Die Trockenheit hat den Pflanzen stark zugesetzt. Quelle: Mathias Gebauer/Schlossgarten Rheinsberg
Rheinsberg/Neuruppin

Endlich ist die Hitze vorbei. Besonders die Pflanzen hatten zu leiden. Doch während die Hitze gewichen ist, bleibt die Trockenheit bestehen. Wie groß die Schäden tatsächlich sind, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen – zumindest für die alten und großen Bäume.

„Fragen Sie mich das noch mal in fünf Jahren“, sagt Mathias Gebauer, Schlossgärtner in Rheinsberg auf MAZ-Anfrage. „Den Bäumen haben drei Faktoren zugesetzt: Die starke Trockenheit, die Hitze und die starke UV-Strahlung. Und trocken ist es ja immer noch.“

Zwar habe es in den vergangenen Wochen etwas Regen gegeben, allerdings habe der nicht gereicht. „Die ersten Zentimeter Boden sind jetzt feucht“, sagt der Gärtner. „Aber das reicht nicht für die Bäume, die tiefe Wurzeln haben.“

Die alten Bäume im Schlosspark haben gelitten

Der Schlossgarten Rheinsberg hat einen reichen Bestand an großen und alten Bäumen. Einige Exemplare stammen noch aus der Zeit Friedrich II. in der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert. Er selbst wies die Bepflanzung an. Einen Eindruck, wie sehr die alten Bäume gelitten haben, so Gebauer, werde es im nächsten Frühjahr geben, wenn sie wieder austreiben. „Wir werden aber immer noch die nächsten Jahre beobachten müssen, wie die Bäume reagieren.“

Schlossgärtner Mathias Gebauer. Quelle: Peter Geisler (Archiv)

Doch warum nicht einfach wässern? „Dafür ist der Bestand einfach zu groß“, sagt Gebauer. Bei den jungen Pflanzen haben sie es gemacht. Junge Bäume und Sträucher haben in diesem Jahr 6000 Kubikmeter Wasser bekommen. „Das war sehr viel. Wir hatten Jahre, in denen wir mit 1000 Kubikmetern gewässert haben.“ Trotzdem sind einige Sträucher, die in den vergangenen Jahren gepflanzt wurden, eingegangen.

Für dauerhaftes Wässern ist der Schlosspark zu groß

Auch bei einigen wertvollen alten Bäumen haben die Rheinsberger Gärtner gewässert. Das kann aber keine Lösung sein. „Wenn es so trocken bleibt, auch im Winter, und die Bäume treiben im Frühjahr aus, werden wir erhebliche Verluste im historischen Baumbestand haben“, sagt Gebauer. Im Moment ist das Wasserproblem aber nicht allzu tragisch: Weil die Bäume ihre Blätter abwerfen, brauchen sie nicht so viel Wasser.

Von einem Problem in Folge der Trockenheit blieb der Schlossgarten Rheinsberg verschont: Grünastabbrüche. Die kamen andernorts häufiger vor. „Bei uns sind einige Äste abgebrochen, weil viele Eicheln dranhingen“, sagt Mathias Gebauer. Im Rheinsberger Schlossgarten gibt es in diesem Herbst auffallend viele Eicheln. „Aber das hängt nicht mit dem trockenen Sommer zusammen, sondern mit dem guten Frühling ohne späten Frost.“

Es wird immer schwieriger, im Frühjahr Pflanzen anwachsen zu lassen

Für die Zukunft würde eine so starke Trockenheit bedeuten, dass es immer schwieriger wird, im Frühjahr Pflanzen anwachsen zu lassen. Davon ist der Fachmann überzeugt. „Für unser Gros an Pflanzen werden wir wahrscheinlich dazu übergehen, im Herbst zu pflanzen.“ Das betreffe vor allem Gewächse, die im Herbst und Winter kein Laub tragen und deswegen weniger Wasser benötigen.

Bäume umstehen auch die Egeriagrotte im Schlosspark Rheinsberg. Quelle: Peter Geisler

Auch in Neuruppin hatten die Bäume und Sträucher zu kämpfen. Aber auch die Försterin in der Oberförsterei Neuruppin, Vera Preuße, sagt: „Wir können heute noch nicht abschätzen, wie stark die Schäden sind.“ Und doch sagt sie: „Es wird zu weiterem Absterben kommen, das kann ich jetzt schon sagen. Weil viele ältere Bäume so geschwächt sind, dass sie anfällig für Krankheiten aller Art und für Insekten sind.“ Ein Beispiel ist der Borkenkäfer.

Auch der Borkenkäfer hat den Bäumen zugesetzt

Die Käfer haben besonders den Fichten und Lärchen zugesetzt. In diesem Sommer konnten sich die Tiere stark vermehren. Zur Eiablage bohren die Käfer Gänge in die Rinde, die Schutzschicht des Baumes. „Die Bäume wehren sich normalerweise mit ihrem Harz gegen den Borkenkäfer“, sagt Preuße. „Sie konnten in diesem Jahr aber nicht genug Harz produzieren, weil ihnen das Wasser dafür fehlte.“

Das nächste Jahr spiele für die Entwicklung der Pflanzen eine entscheidende Rolle. „Von der Witterung hängt es ab, ob sich die Bäume wieder stabilisieren. Und ob sich ein Gegenspieler wie zum Beispiel der Borkenkäfer durchsetzen kann.“

Von Annika Jensen

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