Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rheinsberg Fünf Orte – fünf Frauenschicksale
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Fünf Orte – fünf Frauenschicksale
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:51 04.11.2018
Der Autor Robert Rauh (l.) zeigt ein Mitbringsel – eine Muschel aus dem Moncaprice-See. Quelle: Cornelia Felsch
Köpernitz

Es war kein Geringerer als der Schriftsteller, Journalist und Theaterkritiker Theodor Fontane, der einst feststellte: „Die Verpflegung ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste“. Für den Vorsitzenden des Vereins Kulturgutshaus Köpernitz, Bernd Donner, gab dies der Anstoß, die anstehenden Fontanelesungen mit einem leckeren Mal zu verbinden. Wir veranstalten heute zum zweiten Mal einen Fontane-Brunch und wir beabsichtigen, es zur Tradition werden zu lassen“, sagte am Sonntagvormittag zur Begrüßung seiner Gäste, die sich vor allem das Hochzeitssüppchen munden ließen.

Gastfreundschaft im Gutshaus Köpernitz

Der große Dichter Fontane sollte mit seiner Aussage Recht behalten – die Veranstaltung war auch diesmal bis auf den letzten Platz ausverkauft. Doch es war wohl dennoch die geistige Nahrung, die die Besucher anlockte, denn der Autor Robert Rauh hat bereits eine Fangemeinde in der Region. In seinem Buch über Fontanes Frauen, das er am Sonntag vorstellte, hat er nicht nur dem Gutshaus Köpernitz und der einstigen Hausherrin, der Gräfin La Roche-Aymon ein umfassendes Kapitel gewidmet, sondern auch lobende Worte für den Hausherren Bernd Donner gefunden: „Der 75-jährige Donner macht den Gästen des Hauses auf solch vornehme und charmante Weise die Honneurs, dass die Gräfin ihn umgehend engagiert hätte“, schreibt er.

Fontane hätte sich wohl kaum über ausbleibende Gastlichkeit beschweren können. Er besuchte Köpernitz im September 1873 und beschwerte sich damals über einen unhöflichen Empfang der Familie Zeuner, die ihn nicht einmal persönlich begrüßte. „Das ist nicht unsere Art von Gastfreundschaft“, sagte Bernd Donner. Aber wir haben ja schließlich 2012 auch den Fontanepreis für Kunst und Kultur bekommen.“

Enttäuscht vom gräflichen Wohnsitz

Der Schriftsteller Robert Rauh war im vergangenen Jahr erstmals in Köpernitz. Er wollte den für sein Buch ausgewählten Frauen nachspüren und interessierte sich für die Originalschauplätze. So besuchte er neben Köpernitz die Schlösser Zerben und Benrath, in denen einst Effi Briest liebte und lebte sowie Tangermünde die Heimatstadt von Grete Minde. Er bezog Quartier in der Warener Villa, in der einst Fontanes Tochter Martha lebte und reiste nach Hoppenrade, dorthin wo Charlotte von Arnstedt lebte. „Von Köpernitz war ich erst ein wenig enttäuscht“, gibt er am Sonntag zu. „Ich hatte mir als Wohnort der Gräfin ein Schloss oder zumindest ein großes repräsentatives Palais vorgestellt.“

In seinem Buch zitiert Robert Rauh Fontane: „Das Herrenhaus ist von großer Einfachheit; ein Erdgeschoss mit Dach und Erker“. So beschreibt es der märkische Dichter in seinen Wanderungen. „Überrascht war Robert Rauh dann ein zweites Mal: „Ich war begeistert, von dem was ich hier erlebte. Wie es dem Verein gelungen ist, Kultur und Kulinarisches auf so anspruchsvolle Weise miteinander zu verbinden. Bernd Donner und sein Verein haben mich tatkräftig bei meinen Recherchen unterstützt.“

Bemooste Steine rufen Erinnerungen an Schottland wach

Begeistert war der Autor auch von dem kleinen Friedhof, zu dem ihn Bernd Donner bei seinem Besuch führte. „Es ist einer der schönsten Friedhöfe, der seinesgleichen sucht“, schwärmt der Autor. „Die bemoosten Feldsteine erinnern an Schottland. Es ist eigentlich ein Wunder, dass Fontane diesen Vergleich nicht aufgegriffen hat.“

Robert Rauh erkundete den Lebensraum seiner Heldinnen auf modernere Weise als es Fontane tat. Er quälte sich mit dem Fahrrad durch den märkischen Sand, stapfte durch den schlammigen Untergrund des Moncaprice-Sees im Löwenberger Land – begleitet von Laptop, iPhone, einer Drohne und seinem feinsinnigen Humor, der am Sonntag die Zuhörer begeisterte.

Von Cornelia Felsch

Seit 25 Jahren kommt Jan Olberg mit seinen Primanern nach Rheinsberg. Am Donnerstag erhielt er für seine Leistungen den Förderpreis der Musikakademie. Eingebettet war die Preisverleihung in das Konzert des Herbstkurses für Alte Musik.

02.11.2018

Ein Streit eskalierte, die Polizei kam – das hinderte einige Jugendliche nicht daran, sich weiter zu prügeln. Offenbar waren auch Drogen im Spiel.

01.11.2018

Seit Monaten streiten die Rheinsberger Stadtverordneten mit dem Bürgermeister erbittert über die Personalhoheit im Rathaus – ausgelöst durch zwei umstritten Kündigungen. Jetzt gibt es offenbar einen Kompromiss. Beide Seiten geben nach.

01.11.2018