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Rheinsberg Ein Abend mit Edith Piaf
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00:31 02.05.2018
Anastasia Weinmar. Quelle: Regine Buddeke
Rheinsberg

Edith Piaf – auch der Spatz von Paris genannt – hat Musikgeschichte geschrieben. Ein kleines Mädchen, das sich quasi aus dem Schmutz der Gosse zum Weltruhm hinaufgearbeitet hat. Unvergessen sind ihre Chansons – Schlagzeilen machte auch ihr Privatleben samt den vielen Beziehungen zu Männern. Die Piaf liebte das Leben, die Liebe, die Musik – was sie tat, tat sie mit Hingabe. Die kleine kapriziöse Französin brannte an beiden Enden des Dochtes – wer sich so verströmt, bleibt auch von den Tiefen des Lebens nicht verschont. Die Piaf ist bestes Beispiel dafür.

Die russische Schauspielerin Anastasia Weinmar steht seit 2016 mit „Ich bin Edith Piaf“ – einem Schauspiel-Monolog von Nina Masur – auf der Bühne. Am Freitagabend gastierte sie mit dem anrührenden Werk um Glanz und Tragödie der Piaf auf der Bühne des Rheinsberger Schlosstheaters. 70 Gäste lauschten der Schauspielerin, die am Flügel brillant von Andrei Diakov begleitet wurde – bekannt aus den Kammeroper-Festivals. Beide stammen – ganz nebenbei – aus Sankt Petersburg und sind schon lange im deutschen Musikgeschäft zuhause.

Eins vorweg: Es ist immer eine Herausforderung, als Schauspieler in einem Ein-Personen-Stück mehr als anderthalb Stunden allein auf der Bühne zu stehen – ohne Stichwortgeber, ohne Souffleur. Noch härter ist es, wenn Deutsch nicht die Muttersprache ist – die Leistung Weinmars verdient daher allerhöchsten Respekt. Sie stürzt sich mit Inbrunst – und viel russischer Seelen-Dramatik – in die Rolle. Ihr Äußeres hat durchaus Ähnlichkeit mit der Figur, in die sie schlüpft. Die Chansons, die locker eingestreut sind, singt Weinmar mit glasklarer Strahlkraft und authentischem Timbre. Da gibt es absolut nichts zu kritteln – das Publikum honoriert jeden Song mit begeistertem Applaus.

Anastasia Weinmar hat ein Händchen für die Piaf-Songs

Gleichwohl verwundert, dass die Schauspielerin, die schon auf so vielen deutschen Bühnen stand und quasi ein alter Theaterhase ist, doch etliche Versprecher liefert. Aber geschenkt – das macht das Ganze immerhin lebendig – so als würde die Piaf ihre Erinnerungen grade frisch aus dem Ärmel schütteln. Der russische Akzent fällt auf, aber nicht ins Gewicht – die Piaf selbst hätte schließlich auch mit Akzent geplaudert, wenn sie denn deutsch hätte reden müssen.

Alles in allem gerät der Abend also zu einer absolut unterhaltsamen und hörenswerten Sache für alle Piaf-Fans und zudem zu einer Musik-Geschichtsstunde für alle, die das bewegte Leben des Stars noch nicht kannten. „War das toll? Der Wahnsinn“, schwärmt Ramona Martin aus Dierberg. Die anderen sehen das ebenso und so gibts eine Zugabe, bei der Weinmar ein spontan-ungeprobtes Duett von Piaf-Freund Charles Aznavour singt. Gemeinsam mit – die Überraschung des Abends – dem Pianisten. Der Mann kann ja auch singen!

Von Regine Buddeke

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