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Rheinsberg Einst Vorwerk, heute Kulturgutshaus
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09:39 04.12.2018
Markante Parkansicht: 2015 war die Sanierung des Gutshauses Köpernitz abgeschlossen worden. Quelle: Regine Buddeke
Köpernitz

Die Geschichte eines Hauses ist nie auserzählt. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Bernd Donner, der Vorsitzende der Fördervereins Kulturgutshaus Köpernitz, mit der Geschichte des Gutshauses. Immer wieder entdeckt er Neues. Etwa die Lebensgeschichte des Predigers, Pädagogen und Volksliedsammlers Joachim August Christian Zarnack.

Zum Auftakt der neuen Veranstaltungsserie „Brandenburger Köpfe und Porträts“ wird eine Experte den Besuchern den Kulturgutshauses erstmals das Leben und Wirken Zarnacks näherbringen. Geschichtsinteressierte wissen, dass Zarnacks Bruder Philipp zwischen 1830 und 1840 Bürgermeister von Rheinsberg war – und das Gutshaus ein kronprinzliches Vorwerk.

Butter und Käse waren dort produziert worden

Das Gutshaus ist ursprünglich aus der Meierei der in Rheinsberg ansässigen Familie von Bredow hervorgegangen. Butter und Käse waren dort produziert worden, aber auch Fleisch und Getreide. „Die Meierei war so etwas wie eine LPG des Spätmittelalters“, hat es Donner einmal beschrieben.

Ab 1753 ließ Prinz Heinrich von Preußen das kronprinzliche Vorwerk als eines der sechs Rheinsberger Erbzinsgüter und Kolonie ausbauen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ist die Kolonie enorm gewachsen – 25 Frauen, 23 Männer, 34 Kinder und 13 Kinder lebten dort. Leineweber, Schäfer, Schneider, Ziegelstreicher. Ein ganzes kleines Dorf.

Die vielleicht berühmteste Bewohnerin des Gutes ist die Gräfin Caroline La Roche-Aymon, die das Erbszinsgut gemeinsam mit ihrem Mann, dem letzten Adjudanten des Prinzen Heinrich, 1802 überschrieben bekommt. Fontane, der die Hausherrin nie wirklich kennengelernt hat, beschreibt sie in einen seinen „Wanderungen“ als „Gräfin Goldhaar“.

Die Gräfin soll ihre Wurstwaren bis zum Hofe geliefert haben

Die Gräfin bewirtschaftete das Gut bis zu ihrem Tod 1859 erfolgreich. Eine Wassermahl- und eine Schneidemühle sowie eine Ziegelei gehörten inzwischen dazu. Die Gräfin soll ihre Wurstwaren bis zum Hofe geliefert haben. Erste Erweiterungen des Gutshauses hatten vermutlich um 1800 stattgefunden. Auch später wurde das Haus immer wieder umgebaut. Die schlossähnliche Parkseite im Stile der Gründerzeit kam erst zum Ausgang des 19. Jahrhunderts dazu.

Nach dem Tod der Gräfin wurde das Gut zunächst von ihrem Neffen Ferdinand Zeuner bewirtschaftet. Als auch er stirbt, verkauft seine Witwe das Gut an die Hofkammer der Königlichen Familiengüter. Die Brandenburgische Denkmaltopographie listet verschiedene Pächterwechsel auf – 1945 dann wird der Hohenzollernsche Familienbesitz enteignet. Zum Jahresende bekommen Bauern mit wenig Land und Umsiedler der umliegenden Dörfer den Grundbesitz. Im Gutshaus selbst kommen zunächst Flüchtlinge unter.

Lesungen, Konzerte und Ausstellungen

Später wird das Haus Gemeindeverwaltung und Kindergarten. Aus dem Gartensaal macht man einen Kulturraum und eine Bauernstube mit Bücherei. Heute nutzt der 1998 gegründete Förderverein Kulturgutshaus Köpernitz das aufwändig sanierte Gutshaus für Lesungen, Konzerte und Ausstellungen.

Im September feierte der Verein sein 20-jähriges Bestehen mit einer Geburtstagsausstellung – 20 Fundstücke sollten 20 Jahre Vereinsgeschichte erzählen. Rund 200 Besucher kamen zum Tag des offenen Denkmals. Für das kommende Jahr hat der Verein wieder viel vor. Der Veranstaltungskalender für das erste Halbjahr 2019 ist schon fertig. Am Freitag geht er in Druck.

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