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Rheinsberg Green Summer Camp angelaufen
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00:21 03.08.2018
Die Mehlschlacht gehört dazu: Clara, Natalie und Lea (v.l.) haben viel Spaß beim Kochen im Green Summer Camp. Quelle: Regine Buddeke
Flecken Zechlin

Clara, Natalie und Lea sind im Gesicht völlig mit Mehl bepudert. Warum auch nicht – gerade haben die Mädels den Teig für die Brötchen geknetet. Am Tisch in der Freiluftküche sind Alessia, Francesca und Ahmad mit Gemüseschnippeln beschäftigt, während Jonas, Nicolas und Robin abwechselnd das Beil schwingen, um genügend Feuerholz für den Lehmbackofen zu haben, in dem die Brötchen später gebacken werden.

Gemüseschnippeln, Holz hacken, Umweltthemen bearbeiten sind nur die eine Seite – Schwimmen, Lagerfeuer und gemeinsam Spaß haben die andere. Im Green Summercamp in Flecken Zechlin haben die jungen Teilnehmer von jedem etwas.

„Holzhacken kommt immer gut“, schmunzelt Annette Zimmermann, die Leiterin des Projekts „Green Peers“, das in diesem Jahr zum dritten Mal in der DGB-Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin ein Green Summer Camp anbietet. Mit dem Ziel, die Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren anhand von Praxisprojekten Themen wie Umwelt, Nachhaltigkeit, Ressourcen und „Grüne Berufe“ nahezubringen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern so, dass sie Spaß haben wie in einem ganz normalen Feriencamp.

Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium und dem Europäischen Sozialfond gefördert. „Wir haben in den beiden vergangenen Jahren an einem Solarfloß und einem Schleppdach gearbeitet“, erzählt die studierte Politikwissenschaftlerin, der die Leitung des Camp-Projekts viel Spaß macht. „Man merkt, dass die Jugendlichen freiwillig kommen – sie sind offen und neugierig und eine gute Truppe“, lobt sie.

Es ist in diesem Jahr bereits das dritte Green Summer Camp

Bereits im Mai habe sie ihre Anmeldelisten voll gehabt. Die Kids kommen aus Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern – gut ein Drittel sind jeweils Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien. Dass den Jugendlichen der Spaß dabei nicht zu kurz kommt, sieht man in jedem der jungen Gesichter. Zwei Gruppen gibt es. Während die eine für alle kocht – und zwar ausschließlich vegetarisch oder vegan – beschäftigt sich die andere mit grünen Themen. Am Nachmittag wird gewechselt. Für alle Praxis-Workshops hat Annette Zimmermann Fachleute als Coachs organisiert.

Am Samstag war große Anreise – inzwischen haben sich alle gut eingelebt. „Man bekommt bei der Hitze die Kids kaum aus dem See“, schmunzelt Zimmermann. Am heutigen Mittwoch stehen drei Exkursionen zur Wahl: In die Bio-Ranch Zempow, um mehr über die Rinderzucht zu erfahren, zum Ökobauern, wo es viel über ökologischen Feldanbau zu erfahren gibt, oder in die Bio-Kräutergärtnerei Oberhavel, wo es ein spannendes Boden-Praktikum zu absolvieren gilt. „Praxis vor Ort und mit den Menschen reden“, erklärt Zimmermann. Viele der Jugendlichen hätten noch keine Ahnung, wie das Arbeitsleben so aussieht. „Schule ist halt was völlig anderes.“

Der Antrag für das Folgeprojekt ist bereits gestellt

„Ich bin hier, um in den Ferien nicht nur zuhause rumzusitzen. Und um Leute kennenzulernen“, sagt Alessia. „Es sind viele neue Erfahrungen“, schwärmt Jonas, der bereits im Vorjahr in Flecken war und damals bereits viel Spaß hatte. „Sonst würde ich nur im Bett rumliegen und nix tun“, sagt er. „Außerdem esse ich sonst nie vegan und koche auch nicht“, grient er und wendet sich wieder dem Holzspalten zu. Auch Nicolas findet es spannend, etwas über Nahrungsmittel gelernt zu haben. „Man achtet ja da im Alltag nie drauf – auch nicht über die viele Verpackung. Günstig – fertig. Aber jetzt werde ich da wohl in Zukunft etwas mehr drauf achten“, hat er beschlossen.

In diesem Jahr läuft das Drei-Jahres-Projekt aus. „Aber wir haben schon einen Antrag für das Nachfolgeprojekt gestellt“, berichtet Annette Zimmermann. „Wenn’s klappt, gibt es 2019 wieder ein Camp – nur unter einem anderen Schwerpunkt. Aber das Grundprinzip der Praxis-Arbeit hat sich bestens bewährt.“

Von Regine Buddeke

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