Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rheinsberg Künstlergespräch mit Barbara Klemm
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Künstlergespräch mit Barbara Klemm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:45 08.07.2018
Künstlergespräch: die Fotografin Barbara Klemm plaudert mit dem Literaten Durs Grünbein im Schloss Rheinsberg Quelle: Regine Buddeke
Rheinsberg

Der Bruderkuss ist nur die eine Seite der Medaille, bekennt Barbara Klemm, eine der bedeutendsten deutschen Fotografen. Viel mehr als die politischen Events und Ikonen hätten es ihr die Alltags-Szenen angetan. Das sieht man ihren Fotos an, die noch bis zum 5. August im Rheinsberger Kurt-Tucholsky-Museum ausgestellt sind.

Den guten Ruf hat sich Barbara Klemm in mehr als 40 Jahren, die sie im Auftrag der Frankfurter Allgemeine Zeitung an den Brennpunkten des Zeitgeschehens war, mit scharfem Blick und ruhiger Hand am Auslöser erarbeitet. Und auch mit etwas Glück, wie sie im Künstlergespräch bekennt, zu dem mehr als 60 Leute ins Rheinsberger Schloss kamen.

Klemms Gesprächspartner ist am Freitag Durs Grünbein, Büchnerpreisträger und einer der bedeutendsten deutschsprachigen Poeten der Gegenwart. Auch er wurde von Barbara Klemm schon auf Film gebannt – wie bei allen Fotos der „Grand Dame der deutschen Fotografie“ auf ganz besondere Art. Durs Grünbein liest aus eigenen Texten, die er über Barbara Klemm schrieb oder die von ihren Bildern inspiriert wurden. Und stellt viele Fragen. Wie kommt man denn nun zum perfekten Foto?

Die Gefragte plaudert aus dem Nähkästchen. Manchmal hat sie sich irgendwo hineingeschmuggelt, wo sie gar nicht eingeladen war. „Ich war ja ein Mädchen“, schmunzelt sie – mit 19 hat sie bei der FAZ begonnen und viele Jahre das A und O der Dunkelkammer gelernt: „Der zweite Weg zum guten Bild. Der erste ist natürlich: Es muss was auf dem Film sein.“ Oft hatte sie auch Glück und war im richtigen Moment am richtigen Ort. Manchmal blieb sogar Zeit, das Bild zu komponieren.

Oft nicht: „Es ist die ständige Angst des Fotografen, ohne Bild wieder zu kommen. Wenn wir den Moment nicht erwischen, ist er unwiderruflich weg.“ Zumal da noch die „schreckliche Meute der Kollegen“ lauere. „Alle brauchen das Bild.“ Aber wenn der Moment komme, sehe man ihn auch kommen.

Der Saal im Schloss war rappelvoll – etliche mussten aus dem Nachbarraum lauschen. Quelle: Regine Buddeke

Darüber hinaus schreibt Barbara Klemm in ihren Bildern nicht nur Geschichte sondern auch Geschichten. Wunderbare Aufnahmen zeugen davon. Das Leben auf den Straßen in aller Herren Länder fasziniert sie – sie fängt Augenblicke ein voll Witz, Ironie, Kontrasten und Melancholie. Auch ihre Porträts bekannter Menschen bestechen nicht durch Pose sondern Natürlichkeit.

„Wenn man Menschen fotografiert, nimmt man ihnen immer ein Stück ihrer Seele“, ist sie überzeugt. „Dann sollen sie sich beim Fotografieren wenigstens bequem fühlen, verrät sie. Sie versucht, viel über ihre Porträtierten zu erfahren, damit das Foto ihnen auch gerecht wird. Und oftmals müsse man sich überwinden, einfach „drauf zu drücken“.

„Es gibt vieles , das ich nicht fotografiert habe, obwohl ich es wollte“, bekennt sie. Trotzdem ist der Fundus ihrer Bilder riesig. Etliche Bücher zeugen davon – und das Archiv der FAZ. „500 Leitz-Ordner, randvoll mit Kontaktbögen“, sagt sie. Ein gewaltiges Werk in Schwarz-Weiß. Zur Farbe hat sie sich aus Prinzip nie bekannt: „Im Journalismus ist ein Schwarz-Weiß-Bild viel konzentrierter und macht den Inhalt besser klar.“ Farbe mache zwar vieles bunter, sage aber oft auch nicht mehr aus. „Ein Bild ist gut, wenn es neugierig macht auf den Text.“

Von Regine Buddeke

Ob Mozart, Puccini oder Verdi: Bei der Operngala am Donnerstag brillierte der junge, internationale Opern-Nachwuchs mit starken Stimmen und eingängigen Arien.

06.07.2018

Der singende See und die Weltpremiere sind zwar schon gelaufen – trotzdem wurde am Donnerstag offiziell die Saison der Kammeroper eröffnet. Beim Festakt dabei war auch Staatskanzlei-Chef Martin Gorholt.

09.07.2018

Bis Ende 2019 wird die Rheinsberger Kirche St. Laurentius aufwändig saniert. Restauratorinnen entdeckten bereits beeindruckende alte Malereien unter mehreren Schichten Putz im Chorraum.

05.07.2018