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Rheinsberg Literaturmuseum soll erstmals seit 1990 Miete zahlen
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16:24 16.10.2018
Das Museum nutzt die Schlossräume rege für Ausstellungen oder Lesungen. Diese „Bereicherung“ reichte der Stiftung lange als Lohn. Quelle: Regine Buddeke
Rheinsberg

Wer an das Rheinsberger Literaturmuseum denkt, der hat sofort auch das Schloss vor Augen. Denn seit der Eröffnung der Institution im April 1991, die damals noch Kurt-Tucholsky-Gedenkstätte hieß, residiert diese in dem historischen Gemäuer – und genauso lange hat sie keine Miete gezahlt. „Wir sind eigentlich Hausbesetzer“, konstatiert der Rheinsberger Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler). Deswegen ist er nicht böse, dass die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten nun doch langsam Geld sehen will. „Nach 27 Jahren sollte man die Sache langsam regeln.“

30 Jahre Mietfreiheit ausgehandelt

Es habe auch schon mehrere Gespräche zwischen der Stiftung und der Stadtverwaltung darüber in den vergangenen Jahren gegeben, so Schwochow. Eine Einigung sei aber nicht erzielt worden. Das bestätigt Peter Böthig, der seit 1993 das Museum leitet. Mittlerweile gebe es aber einen aus seiner Sicht guten Kompromiss: Genauso wie beim Marstall soll die Stadt 30 Jahre Mietfreiheit bekommen. Diese laufen im Fall des Museums 2021 ab. Erst danach wird ein „geringer Betrag“ fällig. Beim Marstall, im dem die Verwaltung und das Archiv des Museums sowie die Stadtschreiberwohnung untergebracht sind und dessen Sanierung die Stadt 2002 mitfinanziert hatte, muss sie erst ab 2032 in die Tasche greifen.

Restanarchie aus der Wendezeit

Dass die Stiftung so lange kein Geld für die Räume wollte, liege an Hans-Joachim Giersberg, stellt Böthig klar. Der oft als „Herr der Schlösser“ bezeichnete langjährige Generaldirektor der Stiftung, der bis 2001 im Amt war, habe darauf bewusst verzichtet. Er sei der Meinung gewesen, dass das Museum das Schloss bereichert und dass Mietverträge überbewertet werden. „Die stillschweigende Übereinkunft war Restanarchie aus der Wendezeit, wo Papier keine Rolle spielte“, sagt Böthig.

Stadt will Ausgaben fürs Museum minimieren

Schwochow hingegen legt wert auf Papier. „Wir brauchen für das Museum Sicherheit.“ Um diese zu erreichen will er nicht nur den Mietvertrag unterschreiben, sondern sich auch um mehr Geld von außerhalb für die Institution kümmern. Bislang finanziert sie vor allem die Stadt, die derzeit etwa 155 000 Euro im Jahr zahlt. Land, Landkreis, Bund und andere Financiers geben zwar auch etwas dazu. Die Fixkosten muss die Stadt aber fast in Gänze alleine tragen.

Schließung definitiv nicht im Sinn

Schwochow will das Minus für die Stadtkasse minimieren. Wie genau, das will er den Stadtvertretern Anfang November vorstellen. Wobei er „definitiv nicht die Schließung“ im Sinn habe. Böthig kann mit dem Vorstoß gut leben. „Die Finanzausstattung ist im Moment gut. Es ist nicht chancenlos zu versuchen, die Stadtkasse zu entlasten.“

Von Celina Aniol

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