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Rheinsberg Operngala im Schlosshof begeisterte
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Operngala im Schlosshof begeisterte
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00:21 09.07.2018
Operngala bei der Kammeroper Rheinsberg. Quelle: Regine Buddeke
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Rheinsberg

Schöne Stimmen, zauberhaftes Ambiente und Perlen der Oper: Das Erfolgsrezept der Operngala geht auch in diesem Jahr perfekt auf. Rund 600 Gäste fanden sich am Donnerstagabend im Hof des Rheinsberger Schlosses ein, um dem „Freischütz“-Ensemble zu lauschen, um bei der Gala sich selbst und Ohrwurm-Arien vorzustellen.

Perlen der Opernliteratur und der internationale Spitzen-Nachwuchs: Das ist das Erfolgsrezept der stets gutbesuchten Operngala auf dem Rheinsberger Schlosshof.

Die musikalische Leitung lag einmal mehr in den Händen von David Marlow, der dem empfindsam und souverän aufspielendem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt die schönsten Töne entlockte. Als Moderatoren begrüßte Frank Matthus, künstlerischer Leiter der Kammeroper, Susanne Elmark und Friedemann Röhlig, die beide einst ihre Opernkarriere in Rheinsberg starteten und mittlerweile weltweit gefragt sind.

„Ich bin in allergrößter Dankbarkeit wieder hier – vor 23 Jahren fing für mich in Rheinsberg alles an“, sagt die Sopranistin, die im vergangenen Jahr den Meisterklasse-Kurs leitete: „Um Rheinsberg etwas zurückzugeben.“ In diesem Jahr leitet den Kurs ihr Sangeskollege Friedemann Röhlig. Der Bass sang vor 22 Jahren in Rheinsberg: „Von der ’Entführung’ ging es für mich direkt ins Engagement“, freut er sich noch heute. „Dass man so eine Chance bekommt, wächst ja nicht auf Bäumen. Ich wünsche allen, dass diese wunderbare Chance erhalten bleibt“, sagt er auch in Richtung von Martin Gorholt, der als Chef der Staatskanzlei das Land Brandenburg repräsentiert.

Die Operngala ist immer wieder gut besucht

Die beiden Sänger führen charmant plaudernd durchs Programm – Röhlig ist der Mann fürs Sachliche, während Susanne Elmark das „menschelnde“ Moment bedient und Details ausplaudert, die nicht im Programmheft stehen – das kommt gut an. Für das Publikum ist es amüsant zu hören, dass etliche der jungen Opernsänger bereits eine Karriere in einer Heavy-Metal-Band hinter sich haben. Dass Johannes Grau, der mit der Cavaradossi-Arie „E lucevan le stelle“ Begeisterungsstürme auslöste, HNO-Arzt für Sänger werden wollte, sollte es mit dem Singen nicht klappen.

Oder dass die israelische Sopranistin Mima Millo bereits sehr früh angefangen hat, die Violetta-Partie zu studieren, die sie absolut umwerfend und stimmstark in den Himmel schickte. „Mimas Mutter hat, als sie mit ihr schwanger war, immer „La Traviata“ gehört“, verrät Susanne Elmark. „So früh kann man beginnen, eine Partitur zu studieren.“

Sie verrät, dass Armina Aristak, die die Rosina-Arie sang, eigentlich einer Pfarrer-Dynastie entstammt – sich aber fürs Singen entschied. Filip Sever sieht dafür wie ein Pfarrer aus – und singt auch einen: Der Bass brilliert mit der Sarastro-Arie. Als Gegenpart fegt Leonhard Geiger wie ein Irrwisch durch die Zuschauerreihen und bezirzt die Damenwelt mit seiner Zauberflöte, dass sogar Landrat Ralf Reinhardt kichert.

Zwei Sänger, die vor mehr als 20 Jahren in Rheinsberg ihre Karriere begannen, moderierten die Gala

„Ognjen Milvojsa war Metal-Musiker, als er noch die Haare dafür hatte“, scherzt Susanne Elmark. Als die weg waren, hat er zur Oper gewechselt“, frotzelt sie den serbischen Bassbariton mit dem kahlen Schädel.

Das Programm lässt keine Wünsche offen: Das zauberhafte Blumenduett aus „Lakme“ ist zu hören, das grandiose Mimi-Rodolfo-Rendezvous aus „La Boheme“, das leidenschaftliche Duett der „Perlenfischer“ und ein Rigoletto-Quartett. Hyeon Yong Oh gewinnt mit „Dein ist mein ganzes Herz“ die Herzen des Publikums und selbst Schlosskater Sheldon wird vom Klang angelockt und lässt es sich nicht nehmen, das Orchester zu inspizieren und einmal quer durch alle Stuhlreihen zu tauchen.

Grandioser Abschluss ist das „O Sole Mio“ der vier Tenöre und – last not least – „Der Mond ist aufgegangen“ des ganzen Ensembles: Wie in jedem Jahr wird es dirigiert vom Kammeropergründer Siegfried Matthus.

Von Regine Buddeke

Der singende See und die Weltpremiere sind zwar schon gelaufen – trotzdem wurde am Donnerstag offiziell die Saison der Kammeroper eröffnet. Beim Festakt dabei war auch Staatskanzlei-Chef Martin Gorholt.

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