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Rheinsberg Erinnerung an glückliche Kindertage
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02:25 29.04.2018
Die Leipzigerin Gesine Höhnert, heute Jüttner (r.), mit ihrer Freundin Andrea bei einem Sommerbesuch Anfang der 1970er Jahre. Quelle: privat
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Prebelow/Leipzig

Gesine Jüttner gerät noch immer ins Schwärmen, wenn sie an die Sommerferien in der Jugendherberge in Prebelow denkt. Dabei liegt es nun schon 50 Jahre zurück, als die damals Zehnjährige das erste Mal in Prebelow Ferien machen konnte. Gesine, die seinerzeit Höhnert hieß, war in der Arbeitsgruppe Junge Reporter an der Schillerschule in Leipzig, und einer ihrer Lehrer hatte eine ganz besondere Vereinbarung. Er sprang jedes Jahr für drei Wochen als Urlaubsvertretung für den Leiter der Jugendherberge in Prebelow ein. Damit verschaffte er vielen seiner Leipziger Schülern unvergessliche Sommerferien. Denn „Lehrer Lange“ fuhr natürlich nicht allein nach Prebelow, sondern lud stets bis zu 60 Schüler sowie zwei weitere Lehrer zum Urlaub in Prebelow ein.

Bedingung: Schwimmen und Rad fahren können

Die Bedingungen waren einfach: „Wir mussten schwimmen und Fahrrad fahren können“, sagt Gesine Jüttner. Grund: Zum einen liegt die Jugendherberge direkt am Prebelowsee, zum anderen waren die An- und Abreise aus heutiger Sicht etwas beschwerlich. Mit dem Zug, samt dem eigenen Rad, ging es von Leipzig bis nach Löwenberg – und von dort mit dem Rad bis nach Prebelow. Das sind immerhin mehr als 40 Kilometer. Dennoch denkt Gesine Jüttner nicht an Beschwerlichkeiten, wenn es um Prebelow geht, sondern an die glücklichen Tage ihrer Kindheit. „Wir hatten dort sogar ein eigenes Bootshaus mit Booten.“ Außerdem haben sich die Ferien der Leipziger in der Jugendherberge wohl deutlich vom benachbarten Ferienlager unterschieden. „Da ging es mit Pfiff ins und wieder aus dem Wasser.“ An derartige Anordnungen kann sich Gesine Jüttner in der Jugendherberge nicht erinnern. Sie weiß nur noch, dass sich die Leipziger immer dann ins Ferienlager geschlichen haben, wenn dort Filme im Zeltkino gezeigt wurden.

Als Dank Streuselschnecke und Faßlimonade

Die Leipziger Kinder fühlten sich mit ihren Ferien in Prebelow wohl. „Wir haben für die LPG gearbeitet, für Vietnam gespendet, und als Dank gab es Streuselschnecke und Faßlimonade. Das war schön.“ Zudem gab es viele Fahrradausflüge. Dadurch blieb auch keine Zeit für Heimweh, immerhin waren die Leipziger für drei Wochen am Stück fernab von ihren Eltern und ihrem eigentlichen Zuhause. Die Kosten je Kind lagen bei 60 Mark für alles.

Gesine Jüttner erinnert sich gern an diese Zeit, dazu hat die Leipzigerin, die in einem Reisebüro arbeitet, seit Kurzem immer wieder Gelegenheit. Denn das Fernsehen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) plant einen Film über den „glücklichsten Sommer der Kindheit“ und hat dabei auch bei Gesine Jüttner angefragt. Seitdem wälzt sie immer wieder alte Fotoalben, um Fotos von Prebelow, Rheinsberg und Umgebung zu finden. Immerhin haben viele der Leipziger Schüler seinerzeit gerade das Fotografieren gelernt.

Wer kennt den Bäcker von damals?

Zudem hofft Jüttner, dass bis zu den Dreharbeiten Anfang Juni vielleicht Kontakt zu einigen Einwohnern von Prebelow oder Zechlinerhütte geknüpft werden kann, die sich an die Leipziger Schüler von damals noch erinnern können, wie etwa an die Bäckerei, die die Jugendherberge jeden Morgen mit frischen Brötchen belieferte.

Ilona Schenk, die Ortsvorsteherin von Kleinzerlang, kann sich an die Leipziger Schüler von damals nicht erinnern – schon weil auch damals jedes Jahr viele Sachsen ihren Sommerurlaub in Rheinsberg und an den Seen in der Umgebung genossen haben. Ilona Schenk kennt Prebelow natürlich wie ihre Westentasche. Immerhin ist sie in Rheinsberg zur Schule gegangen. Auch diese Klassen waren regelmäßig in Prebelow. „Das war ja ein Ausflug gleich vor die Haustür.“ Die Ortsvorsteherin freut sich, dass die Jugendherberge auch nach so langer Zeit noch einen so guten Ruf genießt. „Das ist eine schöne Werbung für die Region.“

Von Andreas Vogel

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