Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rheinsberg Proben zum Kindermusical „Ada“ laufen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Proben zum Kindermusical „Ada“ laufen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:26 18.12.2018
„Extra-Extra“ ist nur eine aus einer Vielzahl mitreißender Nummern im Musical. Quelle: Regine Buddeke
Rheinsberg

Zu – auf! Zu – auf! Zu – auf! Immer wieder klappen die Kinder ihre Zeitung im Takt auf und zu. Und singen zur Choreografie: „Extra, extra!“ Es raschelt im Blätterwald. Und es knistert Spannung in der Luft. Bis zur Premiere des Kindermusicals im Januar ist nicht mehr viel Zeit. Und so vieles muss noch geprobt werden bis dahin. Am Wochenende trafen sich alle beteiligten Schüler des Rheinsberger Bildungscampus mit Regisseur, Choreografin, Kostümbildnerin und den anderen erwachsenen Musical-Machern, um innerhalb eines knapp gestrickten, minutiösen Zeitplans alle Soli, Tänze, Chöre und Sprechpartien des Musicals „Ada“ zu proben.

Oben in der Aula übt Regisseur Stefan Labenz mit ein paar Solisten und dem Chor, Kostümbildnerin Sigrid Herfurth schneidert den Protagonisten bereits die Kostüme auf den Leib. Musiklehrer Andreas Konopka, Konzertmeister und Bandleader in einem, schafft sich mit der Band den mitreißenden Sound drauf. Denn beim Musical – einem Kooperations-Projekt der Musikkultur Rheinsberg, dem Rheinsberger Kinder-und-Jugendmusik-Förderverein Kijumu und der Bildungsstätte Flecken Zechlin – sind die Kinder die Hauptdarsteller.

Noch laufen die Proben in der Schule, bald gehts auf die Schlosstheater-Bühne. Quelle: Regine Buddeke

Labenz bringt einige seiner Schüler aus Berlin mit – die Rheinsberger Kids und einige Schüler der Evangelischen Schule Neuruppin steuern ebenfalls viel Manpower bei: Nicht nur auf der Bühne sondern auch dahinter – bei Technik, Licht, Kostüm und Bühnenbild. Das gehört zum berufsfördernden Projekt Inisek I, das vom Brandenburgischen Bildungsministerium gefördert wird. Und das sich all die Jahre bewährt hat: Die verschiedenen Musicals der vergangenen Jahren zeugten stets von hoher Qualität und Enthusiasmus aller Beteiligten.

Wo es im Vorgängermusical „Zwiebelchen“ noch um eine Kindergeschichte ging – allerdings durchaus klassenkämpferisch – widmet sich „Ada“ dem Leben von Ada Byron, der Tochter Lord Byrons und Countess of Lovelace – einer bekannten britischen Mathematikerin, die als erste Programmiererin der Welt gilt, auch wenn der mechanische Computer „Analytical Engine“ von seinem Erfinder Charles Babbage nie fertiggestellt wurde. Ihren Lebensweg zeigt das Musical auf – wie die Mutter sie streng auf Mathematik drillte, um ihr die literarischen Flausen des verstorbenen Vaters auszutreiben.

Choreografin Angelina Fiedler (l.) achtet auf jedes Detail. Quelle: Regine Buddeke

Ada, neugierig und ein Wirbelwind, lässt sich aufs Leben ein: Sie mag den Zeitungsjungen Willy, sie schwärmt für die Maschine von Charles Babbage, auch wenn der oft ein absoluter Stiesel ist. Ein Sittenbild der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts tut sich auf: Mit Investoren der Londoner Börse, mit englischen Pferderennen in Ascot, aber auch mit Kindern, die hart in einer Baumwollfabrik schuften müssen, um ihre Familien zu ernähren. Das Kindermusical hat durchaus historischen und dialektischen Anspruch.

Choreografin und Libretto-Schreiberin Angelina Fiedler, die sich bereits in den Vorjahren einen guten Ruf und viel Zuneigung erarbeitet hat, wieselt im weihnachtlichen Rudolf-Rotnase-Kuschelpullover durch die Sporthalle, rückt hier ein Kind zurecht, zupft da einem die Zeitung etwas höher und hat die Horde hüpfender Schüler bestens im Griff. „Hast du nicht auf den Probenplan geschaut? ‚Aufs falsche Pferd gesetzt‘ ist erst morgen dran“, sagt sie einem Mädchen und fragt die Größeren, die gerade zu den kleinen Tänzern dazugekommen sind: „Habt ihr euch Extra-Extra noch mal angeschaut?“

Man hat – die Probe läuft gut. Nele Weidner und Lea Winkelmann schauen vom Rand zu. Die beiden Mädchen, die im vergangenen Zwiebelchen-Musical als Kirschlein und Zwiebelchen schon Hauptdarsteller-Erfahrungen sammeln konnten, sind die Mini-Adas: Die A- und B-Besetzung der Protagonistin. Es gibt noch zwei ältere für die erwachsene Ada.

Die Mini-Adas: Nele Weidner und Lea Winkelmann sind begeisterte Musical-Darsteller. Quelle: Regine Buddeke

„Ich finde ‚Einfach fliegen‘ toll – es ist das schönste Lied“, sagt Nele Weidner. Obschon singen und tanzen zugleich ziemlich anstrengend sei. Das bestätigt „AdaLea Winkelmann. Dafür gebe es in diesem Jahr deutlich weniger Sprechtexte zu lernen, sind sich beide einig. Aber als alte Musical-Hasen kommen sie mit beidem gut klar. Marla Miller dagegen ist neu im Team. Warum? „Meine Freundin hat erzählt, dass es total cool ist. Da wollte ich auch mal mitmachen“, sagt sie. Sie spielt eine der Kinder-Fabrikarbeiterinnen und – ja – sie findet es genauso cool wie angekündigt.

Auch Theo Gast hatte Bock, mitzuspielen und hat sogar eine kleine Hauptrolle erobert: Tommy. „Aber das Text-Merken ist schon ganz schön schwer“, bekennt er. Dann ruft Angelina Fiedler wieder zu Extra-Extra. Noch ist viel zu proben bis zur Premiere, zu der auch der altbewährte Komponist und Songschreiber Micha ‚Wudi‘ Wudick aus Amerika anreisen wird.

Premiere von „Ada“ ist am Freitag, 11. Januar um 19 Uhr im Rheinsberger Schlosstheater. Weitere Vorstellungen sind am Samstag, 12. Januar um 15 und um 18 Uhr sowie am Montag, 14. Januar, 10 und 13 Uhr.

Von Regine Buddeke

Der frühere Rheinsberger Bürgermeister weist Kritik in Bezug auf die von der Stadt versäumte Fristen zurück. Er findet, dass man entsprechende Fragen an den zuständigen Mitarbeiter im Rathaus stellen sollte.

17.12.2018

Die Festdekoration der Familie Schwarz ist im Herbst verbrannt – genauso wie alles andere bei ihrem Hausbrand. Das Schlimmste: Die Brandopfer wissen immer noch nicht, wie es bei ihnen weitergeht.

17.12.2018

Aufruhr wegen mehrerer frei umherlaufender Pferde am Sonntagnachmittag bei Rheinsberg: Einige der ausgebüxten Tiere liefen dort auch über die Landstraße und es kam zu Zusammenstößen mit Autos. Erst am Abend waren alle Pferde wieder eingefangen.

17.12.2018