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Rheinsberg RCC-Narren feiern Spuk im Klosterkeller
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg RCC-Narren feiern Spuk im Klosterkeller
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00:20 13.02.2019
Die Ghostbusters tanzen. Quelle: Regine Buddeke
Rheinsberg

Alle Jahre wieder? Logisch – da lassen die Narren des Rheinsberger Carneval Clubs nichts anbrennen. Aber was das Motto betrifft, muss es alle 40 Jahre wieder heißen. 1979 war Spuk im Klosterkeller dran. Und so heißt das Motto denn auch in diesem Jahr. Unschwer zu erkennen – sitzen doch jede Menge Mönche verschiedenster Art im Publikum. Und nicht weniger treiben es auf der Bühne toll. Dazu ein buntes Trüppchen spukiger Gestalten: Zombies und Vampire, Fledermäuse und Gruselspinnen, Untote mit der Axt im Schädel oder dem Messer im Rücken, Hexen und blutige Horrorkrankenschwestern, Monster und Gespenster. Sie alle sind zur großen Karnevalsparty in den Saal des Seehotels Rheinsberg geladen.

Vampire und Zombies, Hexen und Horrorkrankenschwestern, Geister und Gruselspinnen, Untote und jede Menge Mönche tummelten sich auf der Bühne und im Saal. Der Rheinsberger Carneval Club feierte die närrische Zeit mit einem fast vierstündigen Programm und reichlich Spaß.

Punkt 19.19 Uhr geht’s los – so will’s die Tradition. In langer Formation rücken die RCC-ler ein, angeführt von Obermönch Hans-Norbert Gast. Die Sonne geht auf – so suggeriert es seine leuchtend gelbe Kutte. Und mit ihm die Kellergeister. Zuvorderst die Mini-Gostbusters. Funkenmariechen kann schließlich jeder, aber kleine Gruselgeister – das ist schon was anderes. Mit Eifer zeigen die kleinsten Nachwuchsnarren, was sie gelernt haben. Dafür – auch für die Choreografin – gibts den ersten Orden das Abends. Auch der hat in Rheinsberg Tradition – und zwar eine keramische. Wo sonst als in der Keramikstadt sponsert die ansässige Keramikmanufaktur schon einen zum Motto passenden Orden aus Ton – jedes Jahr einen anderen.

Das Prinzenpaar defiliert herein: Bernd II. und Petra V. Die Majestäten schauen mit Wohlgefallen aufs Geschehen. Eher ungläubig schaut der Elefant. Die Maus ist abhanden gekommen. Mit Käse locken? Pustekuchen. Erst als ein Kronenkorken von der Bierflasche ploppt, kommt sie angewieselt, als hätte sie seit Jahren in der Wüste gedarbt. Nach ein paar Schlucken kann sie sprechen: Über Klöster, Klosterbrüder und was die alles so brauen und brennen. „Klingt komisch“, sagt sie. „Is aber so“, echot der Saal. Der Arzt, so klagt die Maus, habe geraten, nur eine Flasche Bier pro Tag zu trinken. Warum sie dann nie nüchtern sei, interveniert der Elefant. „Glaubst du echt, ich hab nur einen Arzt“, kontert die Maus und erzählt von der Nonne mit dem Kinderwagen. „Kleines Kirchengeheimnis?“, habe die Maus gefragt. „Kardinalfehler“, moserte die Nonne. „Kann man glauben“, sagt der Elefant. „Muss man aber nicht“, johlt der Saal.

Tanzpause im Klosterkeller: Die fantasievoll kostümierten Gäste hatten viel Spaß. Quelle: Regine Buddeke

Die Sänger stellen sich in Positur: „Rheinsberger Nächte sind lang“, singen sie. Wohl wahr – das ganze Programm soll bis nach 23 Uhr dauern. Und dann wird noch ordentlich getanzt.

Eine Wahrsagerin beugt sich über ihre Kristallkugel und weissagt Dinge, die man eh schon weiß. Der kopflose Geist vor ihr, der sein zweitbestes Stück unter den Arm geklemmt hat, klagt ihr das Leid seines verflossenen Lebens, bevor die Geistertrommler ihre Knochen auf den Trommelfellen klippern und klappern lassen.

Dann wird dem Prinzenpaar der Rang abgelaufen: Die echten Majestäten erscheinen. Preußenkönig Friedrich II. bekommt Besuch von August dem Starken, dem Sachsenkönig. Heinz Karwath ist des Sächsischen mehr als mächtig und bietet dem Ollen Fritz alias Hans-Norbert Gast ordentlich Paroli, was die lokale und die hohe Politik betrifft. Wo nicht, besinnt er sich auf sein Alter. „Isch bin schon bissl ällder wie du, da kammer schon ma was vermähren“, grantelt er und kreuzt den Krückstock mit seinem Gegenüber. Es sei schon etwas anstrengend, in seinem Alter noch aus dem Sarg zu krauchen. „Hat er nicht 354 Kinder gezeugt? Da sollte der Sprung rin inne Kiste – raus aus der Kiste doch eine seiner leichtesten Übungen sein“, ätzt der Preußenkönig. Der potente Sachse geht schweigend darüber hinweg.

Rheinsberger Nächte sind lang. Quelle: Regine Buddeke

Ohne Atempause – sofern man die oft schweißtreibenden Tanzpausen nicht als solche rechnet – geht es weiter im ambitionierten Programm. Die Zombie-Sisters trotzen mit Charme und Gruftie-Chic den Gesetzen der Schwerkraft, Pfarrer und Vogelscheuche haben ihren Auftritt, die Addams Family hat einen Überraschungsauftritt und der Tod persönlich. Das reicht schon, um die bösen Puppen tanzen zu lassen. Ob Chucky, die Mörderpuppe dabei ist – wer weiß das schon so genau?

Das Programm ist breit gefächert: Eine Ode auf den Trunkenbold, ein Abiball im Klosterkeller zu den Klängen der ambitionierten Kapelle. Die Herren der Schöpfung werden zu Tanzmäusen – oder besser Monstern? Thriller heißt die Nummer – schriller wird die Show. „Ja, wir wollen Freude“, heißt es nach der Weinverkostung – später geht’s um Kussfreiheit und Bockwürste. Alles Wurscht? Alles Spaß. Bis in die frühen Morgenstunden.

Von Regine Buddeke

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