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Rheinsberg Singschwäne gegen Windräder
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Singschwäne gegen Windräder
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02:20 31.05.2018
Graugänse und Singschwäne auf einem Feld bei Vielitz Quelle: Montage: Peter Geisler
Rheinsberg

Es ist weiterhin offen, ob bei Dorf Zechlin nördlich von Rheinsberg sechs jeweils gut 200 Meter hohe Windkraftanlagen errichtet werden dürfen. Über einen entsprechenden Antrag der Firma EnBW Windkraftprojekte aus Stuttgart hat das Landesumweltamt immer noch nicht entschieden. Zudem sei unklar, bis wann eine Entscheidung fallen könnte, sagte Malin Walther, eine Sprecherin der Behörde, der MAZ.

Seit Monaten Unruhe in der Region

Das Windradprojekt sorgt seit Monaten für Unruhe in der Region. Zum einen, weil das Areal bei Dorf Zechlin weder in dem aktuellen noch in dem künftigen Plan der Regionanen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel als sogenanntes Windkrafteignungsgebiet ausgewiesen ist. In dem Papier wird festgelegt, in welchen Gebieten Windräder errichtet werden dürfen. Hinzu kommt, dass sich in der Nähe von Dorf Zechlin der Große Zechliner See befindet. Dieses Gewässer ist spätestens seit dem Winterhalbjahr 2015/16 als Schlafplatz für Singvögel bekannt – was einen Schutzbereich von fünf Kilometern verlangt. Laut dem Landesumweltamt wurden im Winterhalbjahr 2015/16 auf dem See 113 Singschwäne gezählt, ein Jahr später waren es demnach sogar 151 dieser Vögel. Allerdings ist ihre Zahl im Winterhalbjahr 2017/18 um zwei Drittel gesunken. „Die Tiere kamen später aus dem Baltikum und hielten sich vor allem in Ostbrandenburg und Polen auf, was vermutlich auf die wärmere Witterung zurückzuführen ist“, so Walter. Die Zahlen für den Großen Zechliner See spiegeln demnach die allgemeine Tendenz des vergangenen Winters wieder.

Wildschwäne als Zünglein an der Waage?

Ob und wie die Population der Singschwäne bei Dorf Zechlin die Entscheidung zu den geplanten Windkraftanlagen beeinflussen wird, das ist offen. Dieses Thema werde „im weiteren Verlauf des Verfahrens zu prüfen sein“, sagte die Behördensprecherin.

Mit dieser Auskunft ist Rheinsbergs Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB-Freie Wähler) nicht ganz zufrieden. „Es ist sowohl für die Bürger als auch für die Planer wichtig zu wissen, woran man ist“, sagte Schwochow am Montag. Die Rheinsberger Stadtverordneten hatten sich Ende August 2017 einhellig gegen den Bau der Windräder ausgesprochen, lediglich der Ortsbeirat von Dorf Zechlin begrüßte die Pläne. Der Beirat hofft, mit den Pachteinnahmen Projekte im Dorf umsetzen zu können, für die es seit Jahren kein Geld von der Stadt gibt. Ortsvorsteher Hartmut Winkelmann hatte dabei beispielsweise auf die Sanierung einer kaputten Straße, den Springbrunnen im Ort und Arbeiten in der Kita verwiesen – in der Kita will die Stadt jetzt aber in den nächsten Wochen die Elektroanlage auf den neueste Stand bringen (die MAZ berichtete).

Regionalplan soll bald beschlossen werden

Chefplaner Ansgar Kuschel von der Regionalen Planungsgemeinschaft geht davon aus, dass es keine Genehmigung für den Bau der sechs Windräder bei Dorf Zechlin gibt. Denn im zweiten Entwurf des aktuellen Regionalplanes ist so ein Projekt nicht vorgesehen. Der Entwurf soll noch vor der Sommerpause vom Regionalvorstand bestätigt und vermutlich Anfang September von der Regionalversammlung beschlossen werden. Würde das Land die Anlagen bei Dorf Zechlin genehmigen, müsste der Entwurf des Regionalplanes vermutlich noch einmal ausgelegt werden.

Von Andreas Vogel

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