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Rheinsberg Streit um Bus nach Beckersmühle
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Streit um Bus nach Beckersmühle
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00:34 14.05.2018
CDU will, dass Beckersmühle von Bussen angefahren wird. Quelle: Celina Aniol
Flecken Zechlin

Zumindest im Sommer soll ein öffentlicher Bus nach Beckersmühle fahren. Das forderte die Rheinsberger CDU in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten. Außerdem soll dort eine Haltestelle errichtet werden. „Darüber hinaus soll erreicht werden, dass die Busse auch an den Wochenenden verkehren“, hieß es in dem Antrag. Als Begründung führte die CDU an, dass viele Gäste, aber auch Einheimische das idyllisch gelegene Fleckchen samt Badestelle aufsuchen. Ein Bus wäre gut für die touristische Entwicklung des Gebiets. Und gut, um dort den Autoverkehr zu minimieren.

Kommune müsste für Extra-Bus bezahlen

Rheinsbergs Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) ist zwar wenig begeistert über den Vorstoß, hat aber bereits deswegen Kontakt mit dem Geschäftsführer der Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft (ORP) Ulrich Steffen aufgenommen. Der habe klar allerdings gemacht, dass der Bus nur dann Beckersmühle anfahren kann, wenn die Kommune das auch bezahlt, berichtete Schwochow. Das könne Rheinsberg sich aber nicht leisten. Die Stadt habe nicht einmal Geld, um die Straße nach Beckersmühle zu sanieren, die aus seiner Sicht im „katastrophalen Zustand“ ist.

Schmidt: Straße hält Busverkehr nicht stand

„Wenn wir den schweren Busverkehr über die Straße schicken, dann ist sie in wenigen Monaten kaputt“, warnte auch der fraktionslose Stadtverordnete Wilfried Schmidt aus Flecken Zechlin. Er befürchte, dass die Strecke dann im Nu gesperrt werden muss, um eventuellen Haftungsansprüchen zuvorzukommen. „Hier ist niemand gegen die Erweiterung des Nahverkehrs“, sagte Schmidt. „Die Straße wurde aber als Baustraße errichtet. Wenn wir da mit Bussen fahren, dann setzen wir uns ganz schnell Schachmatt.“

Gutenmorgen: Menschen nicht alleinlassen

Lysann Gutenmorgen opponierte vehement – trotz des Hinweises, dass sie bei dem Thema befangen sein könnte, weil sie in Beckersmühle das Hotel „Gutenmorgen“ führt. „Unsere Bevölkerung wird älter“, sagte die CDU-Frau, die weiter im Gremium saß. Die Kommune soll die alten Menschen nicht alleinlassen, wenn sie sich aufgrund ihrer Gebrechlichkeit entscheiden wollen, den Führerschein abzugeben. Es gehe ihr auch nicht darum, dass der Bus schon demnächst die Strecke bedient. Aus ihrer Sicht wäre es in Ordnung, wenn der öffentliche Nahverkehr in vier oder fünf Jahren dort angeboten wird – Hauptsache, die Stadt kümmert sich.

Schwochow: Busverkehr da stärken, wo er gebraucht wird

Schwochow und Schmidt wunderten sich, welche Menschen davon betroffen sein sollen. Aus ihrer Sicht würde die Buslinie in der abgelegenen Gegend fast ausschließlich den Touristen zugutekommen. „Mir fällt niemand ein, der dort mit Hauptwohnsitz gemeldet ist“, sagte der Bürgermeister. „Aus meiner Sicht sollten wir den Busverkehr dort stärken, wo er auch gebraucht wird.“

Bürgermeister soll trotz Bedenken mit ORP verhandeln

Nichtsdestotrotz bot Schwochow an, das Thema im Kreistag vorzubringen. Schließlich sei er dort immer noch Mitglied. Richtig eingegangen sind die Stadtverordneten auf diesen Vorschlag nicht. Nur Sven Alisch meinte, dass ein solcher Antrag im Kreistag nicht nur von einer Fraktion eingebracht werden sollte, sondern von allen gemeinsam. „Es wäre schön, wenn sich alle Stadtverordneten durchringen könnten, einen Konsens zu finden“, sagte Alisch, der ebenfalls Mitglied des Kreistags ist. Eine Einigung dazu gab es am Ende aber nicht. Die Rheinsberger beschlossen lediglich mit zehn Ja- und sechs Nein-Stimmen, dass Schwochow mit der ORP in Verhandlungen zum Bus nach Beckersmühle treten soll.

Von Celina Aniol

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