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Rheinsberg Unter Wasser steht die Zeit nicht still
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19:46 11.01.2019
Die Taucher vom Tauchclub Nehmitzsee aus Rheinsberg sind auch im Winter unter Wasser unterwegs. Quelle: Silke Oldorf
Rheinsberg

Es ist frisch. Das Wasser hat eine Temperatur zwischen vier und fünf Grad Celsius. Nur Hartgesottene gehen jetzt noch baden. Die Frauen und Männer vom Tauchclub Nehmitzsee zum Beispiel. „Naja, der harte Kern jedenfalls“, sagt Silke Oldorf.

Sie arbeitet als Fachfrau für Landschaftsplanung und Artenschutz für die Verwaltung des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land. Tauchen ist für sie die ideale Möglichkeit, Hobby und Beruf zu verbinden.

Seit 2008 arbeitet der Tauchclub Nehmitzsee eng mit dem Naturschutzbund Deutschland und dem Naturpark zusammen. Jedes mal, wenn die Taucher in einem der vielen Seen des Naturparks ins Wasser gehen, haben sie ein besonderes Auge auf die Vegetation unter Wasser.

Wie sich die Pflanzen entwickeln, welche Arten in einem See leben und wie es ihnen geht, sagt viel über die Qualität des Wassers aus. Die Taucher dokumentieren alles genau in speziellen Formularen. Ihre Angaben sind wichtige Grundlage für die Arbeit der Naturschützer.

„Das ist ein einmaliges Projekt“, sagt Silke Oldorf. Der Tauchclub Nehmitzsee und der Nabu Gransee haben dafür 2013 den Deutschen Naturschutzpreis gewonnen. Doch nach wie vor sorgen Taucher und Naturschützer mit ihrer Zusammenarbeit für Aufsehen.Inzwischen bilden die Taucher aus Rheinsberg andere Sporttaucher aus, damit die andernorts in Deutschland dieselbe Arbeit übernehmen können.Vom 25. bis 27. Januar ist der Tauchclub mit seinem Projekt sogar auf der weltgrößten Messe für Wassersport vertreten, der „Boot“ in Düsseldorf. „Dorthin kommen Taucher aus ganz Deutschland“, sagt Silke Oldorf. Mit einem eigenen Stand wollen die Taucher aus dem Ruppiner Land ihr Naturschutzprojekt noch bekannter machen.

Für die Messe machen die Taucher keine kurze Pause. Sonst gehen sie jeden Sonnabend irgendwo im Naturpark ins Wasser. „Im Winter ist es zwar kalt, aber man hat gute Sicht“, sagt Silke Oldorf. Viele Seen sind jetzt klarer als im Sommer.

Und die meisten Pflanzen lassen sich auch in der kalten Jahreszeit beobachten. Wie etwa das filigrane Quirlige Tausendblatt, das Winterknospen gebildet hat, die im Frühling austreiben. Im Winter tauchen die Frauen und Männer vor allem in den Seen, in denen die Sicht im Sommer nicht so gut ist.

Im Winter sind allerdings ein paar besondere Vorsichtsmaßnahmen nötig. Die Taucher dürfen erst mit dem Atmen aus dem Tauchgerät beginnen, wenn sie ganz unter Wasser sind. Wer sich nicht daran hält, geht unter Umständen das Risiko ein, dass die Regler an seinen Flaschen mit der Atemluft vereisen. Dann bekommt der Taucher keine Luft mehr.

Eine halbe bis eine Stunde lang halten es die Taucher unter Wasser aus, dann ist in der Regel Schluss. „Durch die gute Sicht entdeckt man oft Dinge, die sonst verborgen sind“, sagt Silke Oldorf. Da machen die Taucher auch schon mal die Reste eines alten Bootes unter Wasser ausfindig, das vor ewigen Zeiten gesunken zu sein scheint. Das wäre in andere Jahreszeiten vielleicht gar nicht zu erkennen, selbst wenn die Taucher nur wenige Meter davon entfernt sind.

Nur Fische sind im Winter rar. Die meisten haben sich zur Winterruhe auf den Grund der Seen zurückgezogen.

Trotz der Kälte ist das Tauchen im Winter spannend. So spannend, dass jetzt sogar einige Taucher aus Neuruppin nach Rheinsberg kommen. An diesem Sonnabend geht’s gemeinsam zum Giesenschlagsee. Der liegt ganz im Norden. Die Landesgrenze zu Mecklenburg führt mitten hindurch. Auf Mecklenburger Seite wollen die Taucher ins Wasser gehen und bis nach Brandenburg durchtauchen.

Von Reyk Grunow

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