Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rheinsberg Keramiksymposium stellt Ergebnisse vor
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Keramiksymposium stellt Ergebnisse vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:05 07.10.2018
Ein ganzer Saal mit Keramik-Werken jedweder Couleur. Die Schau ist sehenswert. Quelle: Regine Buddeke
Rheinsberg

Die Vielfalt der Exponate im Rheinsberger Friedrichzentrum ist überbordend. Tönerne Konstrukte, die aus Fragmenten alten Geschirrs zusammengepuzzelt wurden, zierliche Vasen, die wie stelzbeinige Küken mit drei Füßchen ausschauen, Frauenfiguren, die durch ihre Oberflächenstrukturen verzaubern, Blumenvasen auf Rokoko-Stilettos, hölzern anmutende Keramiken wie frisch aus dem Wald lassen genauer hinschauen.

Neun Künstler, neun Handschriften. Die Form- und Farbenvielfalt der Arbeiten, die in drei Symposiums-Wochen entstanden, ist absolut sehenswert.

Witzig sind die schneeweißen Teekannen in der typisch Rheinsberger Form. Auf Tülle, am Schnabel und auch den Henkeln drängeln sich Arm-Fragmente, gestiefelte Beine und der Kopf des Kronprinzen Friedrich. Preußen und der Rheinsberger Hof hat viele der Keramikkünstler inspiriert, die gerade drei Wochen schöpferische Arbeit in einer kreativen Atmosphäre hinter sich haben.

Blauschimmernde, dynamisch-ungleichmäßige Schalen, die an Muscheln erinnern, zeugen von der Inspiration des Workshopleiters Karl Fulle, der mit seinem Rheinsberger Keramik-Kollegen Hendrik Schink das 1. Keramiksymposium in Rheinsberg anleitete. Neun Teilnehmer haben drei Wochen gedreht, geformt, getöpfert, lasiert, glasiert, gemalt, gebrannt. Die Ergebnisse wurden am Samstag vor ausgewählten Gästen in einer einmalig gezeigten Schau präsentiert.

Etliche – aber nicht alle – der Werke werden demnächst in der Rheinsberger Remise gezeigt. Einige sollen im öffentlichen Raum aufgestellt werden: Welche, steht noch nicht fest. „Wir werden demnächst darüber beraten“, sagt Wolfgang Titze, Vorsitzender des Fördervereins Keramik. Dass auch Skulpturen für die Prinzenstadt entstehen, war nur einer der Gründe, weswegen der Förderverein Keramik in Rheinsberg das Symposium gestemmt hat. Ein ambitioniertes Unterfangen für eine so kleine Stadt, betont Hendrik Schink.

Für die Teilnehmer und den Förderverein war das Symposium ein großer Erfolg

„Rheinsberger Keramik schickt sich an, die Welt zu erobern“, sagt er weiter und meint das nicht nur in Bezug auf die neun Künstler, die aus Slowenien und der Ukraine, aus Deutschland, Österreich und Polen kommen. Ihm und dem Verein sei es wichtig, die Künstler zu vernetzen und über den Töpfermarkt hinaus Rheinsberg als Keramikstandort ganzjährig präsent zu machen.

„Es ist ein uraltes herrliches Handwerk“, wirbt er um die Besucher und Keramiksammler im Saal. „Wir wollen Sie umgarnen – mit dem Privileg, heute hier eine Schau zu sehen, die einmalig ist. Und mit allen neun Künstlern.“ Alle neun stellt er einzeln vor, erklärt Arbeiten und Techniken.

Heinke Binder, die eine Kartoffel-Tafel kreierte – im Sinne Friedrichs, der die Frucht unters Volk brachte. Die Schablonenmalerei von Marlies Wieking und Magdalena Dziewit, Jan Herzogs unbändige Lust am Holz, Barba Stembergar, die sich von einer Tapete im Rheinsberger Schloss inspirieren ließ. Puline Ulrichs wunderbare Frauenfiguren, die melancholisch entrückt fast zu schweben scheinen.

Viele Arbeiten daraus werden demnächst in der Rheinsberger Remise ausgestellt

Tausendsassa Andreas Vormayr, der nahezu alles ausprobierte, was nur möglich war und am Ende sogar einen „Elefanten im Porzellanladen“ schuf. Nico Zupan brachte die Raku-Technik mit. „Manche Stücke sind leider noch im Ofen“, bedauerte Hendrik Schink.

„Wir hatten großes Glück mit der Zusammensetzung des Teams“, schwärmt Wolfgang Titze. Alle hätten gut harmoniert und mit großem Respekt vor der Leistung des anderen unglaublich fleißig gearbeitet. „Manchmal bis nachts um zwei“, verrät Titze. Anwohner hätten einmal die Polizei geholt, weil in dem sonst ungenutzten Raum so spät Licht brannte.

Der Verein möchte den Keramik-Standort Rheinsberg international und ganzjährig bekanntmachen

Ein Symposium trage ja immer das Risiko, dass man nie wisse, was am Ende dabei herauskommt. Was hier jetzt auf den Tischen stehe, übertreffe alle seine Erwartungen, ist Titze des Lobes voll. Ebenso wie Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin von „Kulturland Brandenburg“, einem Sponsor des Symposiums: „Tolle Arbeiten! Unser immaterielles Kulturerbe – da kann man in die Zukunft denken.“

Die Teilnehmer bekommen am Ende der Präsentation einen Jahresbecher als Dankeschön.

Von Regine Buddeke

In Rheinsberg gründet sich am Samstag die Arbeitsgruppe des Rheinsberger Gartenreiches direkt am Ort ihres künftigen Wirkens – Am Platz der vier Alleen im Wald von Warenthin. Statt langer Gründungszeremonien absolvierten sie einen Arbeitseinsatz.

07.10.2018

2014 wurden die Musikakademie und die Kammeroper zusammengelegt. Sie haben einen Geschäftsführer und seit 1. Oktober einen neuen gemeinsamen künstlerischen Direktor. Jetzt bekommt die Musikakademie zusätzlich einen separaten Leiter.

05.10.2018

Teile des städtischen Friedhofs in Luhme gehören nicht der Stadt. Auch der öffentliche Bolzplatz am Stadion befindet sich in privater Hand. Rheinsberg will die Situation jetzt ändern.

05.10.2018