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Rheinsberg Absturzstelle des US-Bombers gefunden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Absturzstelle des US-Bombers gefunden
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00:21 16.06.2018
Rheinsbergs Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (2.v.r.) mit den Gästen aus den USA: Historiker Eric Klinek (l.), Archäologin Kristen Baker und Historikerin Nicole Eilers (r.) Quelle: Regine Buddeke
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Rheinsberg

Zeit spielt keine Rolle. Nicht wenn es um die Suche nach vermissten US-Bürgern geht. Auch Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkrieges kümmern sich die 500 Mitarbeiter des DPAA (Defense POW/MIA Accounting Agency), die dem US-Verteidigungsministerium angehören darum, Landsleuten nachzuspüren, die im Zweiten Weltkrieg, im Vietnamkrieg oder auch im Kalten Krieg als vermisst gemeldet worden.

„Die Angehörigen wollen ja wissen, was aus ihnen geworden ist oder ob und wie sie zu Tode kamen“, erklärt DPAA-Mitarbeiterin Nicole Eilers.

Die Historikerin weilte von vergangenem Freitag bis Mittwoch mit ihrem sechsköpfigen Team aus Historikern, einem Archäologen, einem Kampfmittelexperten, einem Sanitäter und einem Dolmetscher in Rheinsberg.

Vorausgegangen war eine E-Mail aus dem US-Verteidigungsministerium an Rheinsbergs Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow, in der ankündigt wurde, dass die Behörde bei Großzerlang nach Überresten oder Hinweisen auf den Verbleib von acht der insgesamt elf Besatzungsmitgliedern eines B17-Bombers suchen will, der am 5. Dezember 1944 dort abgestürzt sein soll.

Rund 500 DPAA-Mitarbeiter forschen weltweit nach vermissten US-Bürgern

Der Pilot habe überlebt, die Überreste zweier Insassen seien nach dem Krieg gefunden worden. Aber was geschah mit den anderen acht Soldaten? Konnten sie sich vorher aus dem Flugzeug retten? Oder stürzten sie mit ihm ab? Das Team um Nicole Eilers hat in Archiven gekramt und Zeitzeugen aufgerufen, sich zu melden. „Das ist das übliche Procedere“, so Eilers.

Man nehme zuerst Kontakt zum Bürgermeister auf und recherchiere dann in Sterbebüchern, Gemeindearchiven und auch auf Friedhöfen – gerade in kleineren Gemeinden suche man den Kontakt zu Zeitzeugen. „Wenn wir in einem Wald suchen, nehmen wir Kontakt zum Förster auf – wenn wir auf einem Feld forschen, arbeiten wir mit dem Landwirt zusammen.“ Im Fall von Großzerlang wurde im Wald gesucht.

„Wir haben die Absturzstelle gefunden“, erklärt Nicole Eilers bei der Pressekonferenz am Mittwoch. Auch ein Zeitzeuge aus Missouri, der damals in der Region gelebt hat, habe sich bei ihm gemeldet, erzählt Frank-Rudi Schwochow. „Er hat bestätigt, dass es zur fraglichen Zeit einen Flugzeugabsturz in diesem Gebiet gab.“

Ob in Rheinsberg ein zweites Ermittler-Team antritt, ist noch offen

Hinweise auf die acht Vermissten hat das Team um Eilers indes noch nicht gefunden. Und selbst wenn, würde sie darüber nicht reden. „Es gibt so viele Schatzjäger, die dann mit Metalldetektoren durch die Gegend rennen – in der Hoffnung auf Fundstücke, die sie dann bei ebay einstellen“, klagt sie.

Nach der Rückkehr des Teams nach Amerika würde erst einmal geprüft, ob es lohnt, noch ein zweites Experten-Team für die genauere Suche zu entsenden. Wann das der Fall sei, kann Nicole Eilers nicht sagen. „Es kann Jahre dauern, bis alle Regeln und Routinen durchlaufen sind“, verweist sie auf die Mühlen der Bürokratie. Das gelte auch für den Fall, wenn tatsächlich Knochen gefunden werden. „Da darf zuerst die deutsche Kripo ran“, weiß sie.

Stattdessen bedankt sie sich für die unkomplizierte und herzliche Kooperation mit Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow. Der zeigt sich ebenfalls erfreut: „Wir haben uns über Land und Leute ausgetauscht. Ich würde das Team sehr gern ein zweites Mal bei uns begrüßen.“

Von Regine Buddeke

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