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Rheinsberg Überraschungsfund in Rheinsberger Kirche
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Überraschungsfund in Rheinsberger Kirche
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00:19 26.12.2018
Im Frühjahr begann die Restaurierungsarbeiten in der Rheinsberger Kirche. Thomas Theloke (l.) erklärt, was die Restauratorinnen bisher machten. Quelle: Frauke Herweg
Rheinsberg

Es war auch für die Restauratorinnen ein Überraschungsfund. An der Nordwand der Rheinsberger Kirche haben sie unter mehreren Schichten Putz und Farbe mittelalterliche Malereien entdeckt. Zu sehen sind ein Schmuckwerk aus Ranken und Teile der Passionsgeschichte. Die Expertinnen haben Jesus auf dem Esel und eine Person mit gefalteten Händen ausgemacht.

Noch ist unklar, was mit den Malereien geschehen soll. Die Restauratorinnen haben den darunter liegenden Putz gesichert. Doch fehlt der Kirchengemeinde das Geld, die großflächigen Malereien restaurieren zu lassen. Im Budget, das die Gemeinde für die Sanierung des Gotteshauses hat, sind die 12 500 Euro teuren Arbeiten nicht eingerechnet.

Arbeiten im Chor sind abgeschlossen

Seit Ostern lässt die Gemeinde den Innenraum der 550 Jahre alten Laurentius-Kirche sanieren. Inzwischen sind die Arbeiten im Chor abgeschlossen. „Wir haben viel erreicht in diesem halben Jahr“, sagte Kirchenführer Thomas Theloke, der am Sonnabend einen Einblick in die bisherigen Arbeiten gab. Im kommenden Jahr machen die Restauratorinnen Sandra Bothe und Ute Gemajew im Kirchenschiff weiter.

Auch an einem Fenster an der Nordwand entdeckten sie Überraschendes – einen Vers, dessen römische Großbuchstaben auf das Jahr des Rheinsberger Stadtbrandes verweisen. Zu lesen ist – in der damals üblichen Rechtschreibung: „Rheinsberg ist Gott erbarme helfd abgebrand und verwüstet.“

Bildnis von Mose

Auch auf den Türen der Kirche konnten die Restauratorinnen Malereien freilegen. Für Theloke, der Interessierte seit acht Jahren durch das Gotteshaus führt, allerdings wenig überraschend. In den Annalen der Familie von Bredow, den früheren Lehnsherren, hatte er bereits entsprechende Hinweise gefunden.

Auf der Tür wurde ein Bild des Propheten Mose entdeckt Quelle: Frauke Herweg

Auf der Tür in der Kirchennordwand konnten die Restauratorinnen den Propheten Mose mit den Gesetzestafeln freilegen. Strahlt Thomas Theloke das Bildnis mit einer starken Taschenlampe an, ist sein von einem dunklen Bart umrahmtes Gesicht deutlich zu erkennen.

Der jetzt restaurierte Chorraum ist um 1250 entstanden. Das Kirchenschiff der Rheinsberger Kirche ist etwa 50 Jahre jünger. Geplant ist, die Marmorierung, die einst in den Fensterlaibungen und auf der Säule zu sehen waren, wieder sichtbar zu machen. Unklar ist dagegen, was mit dem Gestühl passieren soll.

Bänke künftig beheizbar

Das Landesdenkmalamt setzt sich dafür ein, die Bänke, die künftig beheizbar sein sollen, lediglich aufarbeiten zu lassen. Die Kirchengemeinde würde sich dagegen wünschen, dass zumindest die mittlere der drei Reihen erneuert wird. „Das wird also ein Streitpunkt“, sagt Thomas Theloke.

Die Treppenaufgänge tragen derzeit einen Farbanstrich von 1968. „In diesem DDR-Grau“, sagt Theloke. Im kommenden Jahr sollen sie eine andere Farbe bekommen. „Wir wissen allerdings noch nicht welche“, sagt der ehrenamtliche Sanierungsbetreuer. „Es gibt noch einiges zu klären.“

Alter Farbglanz kommt nicht zurück

Die Farben der Rheinsberger Kanzel müssen einst geleuchtet haben. Zwar soll auch die Kanzel überarbeitet werden. Doch schon jetzt ist klar, dass der alte Farbglanz nicht zurückkehren wird. Denn die Farben wurden inzwischen mit einer speziellen Firnis überzogen. „Wenn man die Firnis abnimmt, dann verschwindet auch die Farbe“, sagt Theloke. „Dann stehen wir hier vor dem nackten Holz.“

Von Frauke Herweg

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