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Rheinsberg Wie Rheinsberger Schüler eine Exkursion im Wald genossen haben
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00:23 03.02.2019
Kinder aus der Klasse 4a der Allendeschule Rheinsberg bauen Nistkästen für Vögel für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Kuscheln mit den Hunden der Revierförsteren Meckel inklusive. Quelle: Peter Geisler
Rheinsberg

Für die Schüler der 4a der Dr-Salvador-Allende-Schule in Rheinsberg hätte der Donnerstagmorgen gar nicht aufregender starten können:

Keinen Kilometer von ihren Klassenräumen entfernt sitzen sie im Kreis um Annette Meckel, Revierförsterin der Stadt Rheinsberg, die mit ihnen Nesterkunde betreibt: Welche Vögel bauen welches Nest, aus welchen Bestandteil? Das lernen die 15 Schüler zu Beginn ihres rund dreistündigen Waldtages, den sie einmal im Rahmen des Sachkundeunterrichts machen.

Darauf haben sich die Kinder schon die ganze Woche gefreut. Vor allem deshalb, weil sie selbst Nester und Nistkästen für Vögel und Fledermäuse bauen.

Das Hämmern und Bohren von Kinder und dem Forstteam begleiten dabei mehrere Tannenmeisen aufgeregt, die es offenbar kaum erwarten können, ihr potenzielles neues Zuhause in Empfang zu nehmen.

Unterrichtsstunde in Ruppiner Forst: „Es ist der Hammer hier“

„Das Tolle ist, dass hier jedes Kind seine eigene Naturverbindung finden kann, sie zusammen hier sind und herausfinden, welche Stärken sie haben, was ihnen liegt und eine Freude bereitet“, sagt Revierförsterein Meckel.

Für die 51-Jährige ist es Teil der Waldpädagogik, die sie meist an rund zwei Tagen pro Woche betreibt. Dann zeigt sie Kindern den Wald in all seinen Facetten, beobachtet Vögel und Tiere mit ihnen, pflanzt Eicheln und Buchecker oder spielt mit ihnen Verstecken im Wald.

Grundschüler Hugo und Forstwirt Bernd Koschenz klopfen zusammen die Dachpappe auf dem Nistkasten fest. Quelle: Peter Geisler

„Es ist der Hammer hier“, sagt der neunjährige Hugo Rottke aus Rheinsberg. Ihn begeistert der Wald so sehr, dass der Viertklässler auch die sogenannte Wald-AG besucht.

„Es ist einfach eine schöne Natur“, sagt er. Dabei haben es ihm vor allem Füchse angetan, die er selbst schon im Wald gesehen hat: „Ich habe gehört, dass das freche Tiere sind. Das gefällt mir, weil ich selbst oft frech bin“, sagt der Neunjährige.

Grundschüler aus Rheinsberg im Wald: Kinder für Wald sensibilisieren

Das Gute am Waldtag: Er ist für die Schulklasse komplett kostenlos, da die Bausätze für die Nistkästen und Nester durch Fördergelder entstanden ist. Für Revierförsterin Meckel ist es sowieso immer etwas Besonderes, den Kindern den Wald zu zeigen:

„Das liebe ich und es hält mich jung“, sagt die dreifache Mutter. Vor allem mag sie es auch, damit die Kinder später „die Natur pflegen und wertschätzen“, sagt Meckel.

Das sei ihrer Meinung nach leider keine Selbstverständlichkeit, was auch die Müllberge mit Windeln, Essensresten und Grünabfällen verdeutlichen, die sie teilweise mit den Kindern im Wald entdeckt. „Man darf nicht vergessen, dass diese nicht nur die Natur schädigen, sondern oft auch Todesfallen für Tiere und Insekten sind. Es ist mir ein Anliegen, die Kinder auch darauf hinzuweisen“, sagt die 51-Jährige.

Marla und Fynn haben ein Wildschweinskelett gefunden, das die Revierförsterin für sie mitgebracht hat. Sie sollten erraten, von welchem Tier das Skelett stammt. Quelle: Peter Geisler

Grundschule Rheinsberg macht Exkursion im Wald: „Kein einziges Kind quengelt“

Für Schülerin Frieda Hain-Weidauer ist es aber auch aus einem anderen Grund ein runder Vormittag: „Im Wald zu sein, ist wie in eine andere Welt einzutauchen.

Die ist zwar auch alleine schön, aber mit Freunden macht es noch viel mehr Spaß“, sagt die Zehnjährige aus Rheinsberg. Das beobachtet vor allem Lena Führenberg, die Klassenlehrerin der 4a. mit Freude. Rund drei Stunden hat sie am Donnerstag für den Waldausflug eingeplant.

„Wir sind schon über zwei Stunden hier und noch hat kein einziger Schüler gequengelt. Und trotz der Kälte arbeiten alle fleißig, sind neugierig, genießen die Zeit“, sagt die 27-Jährige.

Nistkästen der Grundschüler schmücken den Ruppiner Wald

Dabei hat sie auch genauso wie Revierförsterin Meckel die Uhr im Blick. Es ist kurz nach elf Uhr. Die Schulstunden im Wald neigen sich langsam dem Ende.

Grundschüler Fynn und Sachkundelehrer Marc Marquardt hämmern einen zusammengebauten Nistkasten am Baum fest. Quelle: Peter Geisler

Dann steht der Fußweg zurück Richtung Klassenräume an, wo die Schüler der 4a noch eine Schulstunde erwartet: Mathematik. „Kann Mathe nicht heute auch im Wald stattfinden oder ganz ausfallen“, fragt Dwayne.

Seine Mitschüler sind ganz seiner Meinung, während sie mit bunten Stiften ihre Namen auf die Nistkästen schreiben, die wenig später an den umstehenden Kiefern hängen. Und die sich die Tannenmeisen gleich einmal ganz genau anschauen.

Von Fabian Lamster

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