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Rheinsberg Mit Sellerie-Gitarren und Gurkophon
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Mit Sellerie-Gitarren und Gurkophon
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00:32 30.05.2018
Für einen richtigen Rock müssen an diesem Abend mehrere Kohlköpfe daran glauben. Quelle: Cornelia Felsch
Rheinsberg

Der rote Fruchtbrei spritzt den Musikern um die Ohren – mehrere Melonen wurden bereits während des Konzerts verschlissen. Als das Vegetable Orchestra die Bühne verlässt, ähnelt die einem Gemüseschlachtfeld. Zerfledderte Kohlköpfe und Auberginen liegen zwischen Melonenmatsch und Rübenschnitzeln.

Auf einer ausgehölten Gurke oder Karotte kann man Musik machen. Glauben Sie nicht? Das Vegetable Orchestra aus Wien hat es im Rheinsberger Schlosstheater bewiesen. Es war ein ganz hübsches Gemüse-Gemetzel.

30 Auberginen, fünf Gurken, ein Kilogramm französische grüne Bohnen, 150 Möhren, 20 Lauchstangen sowie Paprikaschoten, Kartoffeln und Zwiebeln gehören zum Instrumentarium der außergewöhnlichen Band, die im voll besetzten Rheinsberger Schlosstheater am Sonnabend für viele Lachsalven sorgt.

Melonen als Trommeln

Auf Kürbisse als Schlaginstrument mussten die Musiker verzichten, die sind zurzeit noch nicht zu bekommen. Weniger stabile Melonen mussten als Alternative herhalten.

Für jeden Auftritt der Musiker müssen die Instrumente neu gefertigt werden, denn verschrumpelte Möhren lassen nicht nur im Geschmack, sondern auch in der Klangqualität nach.

Die Mohrrübe als Flöte

Damit die Metamorphose einer Mohrrübe zur Flöte gelingt, greifen die Instrumentalisten zur Bohrmaschine. Karotten und Radiwurzeln werden ausgehöhlt und mit Löchern versehen.

So präpariert lassen sie sich sowohl als Blas- als auch als Schlaginstrument verwenden. Selleriegitarren, Karottenflöten, ein Gurkophon oder Auberginenrasseln beleben die weitere Klangfülle und sorgen bei den Konzertbesuchern immer wieder für neue Überraschungen. Schon beim ersten Stück lässt eine Karotte den Instrumentalisten im Stich, sie muss durch eine Radiwurzel ersetzt werden.

Das erste Wiener Gemüseorchester wurde 1998 in Wien gegründet. Zu den Ensemblemitgliedern gehören sowohl ausgebildete Musiker als auch Architekten, Designer, Medienkünstler, Bildhauer und Literaten. Zum Repertoire des Orchesters zählen vor allem Eigenkompositionen, aber auch Musikstücke der Klassik und der Moderne.

Von sphärischen Klängen bis Krautrock

Das Spektrum reicht von sphärischen Klängen bis zum Krautrock – was durchaus wörtlich zu nehmen ist, denn es ist eine Komposition für vier Kohlköpfe. Beim Stück „Brazil“ entstehen beim Aneinanderreiben der Wirsing-Kohlblätter quietschende Geräusche und auch die Lauchstangen tun als Geige und Bogen gute Dienste.

Allerdings darf der Lauch-Violinist nicht vergessen, sein Instrument regelmäßig mit Speichel zu benetzen, da sonst der quietschende Ton ausbleibt.

Die leisen Geräusche der raschelnden Kräuter werden mit Hilfe einer ausgefeilten Mikrofontechnik verstärkt. Für die Aufführung von Igor Strawinskys „Le sacre du printemps“ aus dem ein „Massacre du printemps“wird, werden Akkuschrauber benötigt, die Radiwurzeln durch die Luft schleudern. Was während des Konzerts nicht zermanscht wird, wandert in den Suppentopf.

Von Cornelia Felsch

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