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Rheinsberg Verdacht aufs Wolfsattacke
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Verdacht aufs Wolfsattacke
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16:10 09.10.2018
In Brandenburg sollen sich 29 Wolfsrudel angesiedelt haben – eines auch in der Kyritz-Ruppiner Heide. Elektrische Zäune mit Untergrabeschutz und spezielle Hunde können Nutztiere vor Wolfsangriffen schützen. Hunderprozentige Sicherheit gibt es jedoch nicht. Quelle: dpa-archiv
Flecken Zechlin

Es war die Nachricht, vor der sich Maria Pape immer gefürchtet hatte. Am Sonntag vor zweieinhalb Wochen meldete sich ihr Vater und teilte ihr mit, dass zwei ihrer Schafe tot auf der Weide lägen. Vermutlich ein Wolf hatte die beiden Tiere in der Nacht zuvor auf der Weide in Flecken Zechlin gerissen.

Ob es tatsächlich ein Wolf war, kann Rissgutachter Uwe Schanz nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Allerdings gibt es Indizien, die dafür sprechen. So könnten die Fangzahnabdrücke auf einen Wolf hinweisen. „Aufgrund der Spurenlage ist ein Wolf als Verursacher der Übergriffe nicht auszuschließen“, sagt der Sprecher des Landesumweltamtes Thomas Frey.

Unter dem Zaun durch

Der nächtliche Räuber hatte an mehreren Stellen versucht, sich unter dem Zaun durchzugraben. „An einer Stelle ist es ihm dann gelungen“, sagt Pape. Er brach einem Schaf das Genick, bei dem anderen riss er den Bauchlappen weg.

Pape, die die scheuen und zierlichen Kamerunschafe seit gut vier Jahren als Hobby hält, ist zutiefst verunsichert. „Ich spiele mit dem Gedanken, die Tiere abzuschaffen“, sagt sie. Die 27-Jährige fürchtet weitere Wolfsangriffe. Dieser Gefahr möchte sie die verbliebenen drei Tiere nicht aussetzen.

Teure Herdenschutzhunde

Die Weide von Papes Schafen ist mit einem Knotengitterzaun umzäunt. Auch Pape weiß, dass ein elektrischer Zaun – möglicherweise sogar mit Untergrabeschutz – und Herdenschutzhunde Schafe schützen. Doch Zaun und Hunde sind teuer. Zwar fördert das Land den Bau von Zäunen und den Kauf von Herdenschutzhunden. Aber nur bei Schafhaltern, die mehr als 25 Tiere besitzen.

„Die Hobbyhalter werden vom Land nicht unterstützt“, sagt der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg Knut Kucznik. Der Schäfer würde Hobbyhaltern empfehlen, Schafe nachts in einen Stall zu sperren. Seit Längerem schon kämpft sein Verband für Änderungen im Baugesetz, die Hobbyhaltern ermöglichen, leichter Ställe zu bauen. „Die Halter sind für ihre Tiere verantwortlich.“

Fast 400 tote Nutztiere

Brandenburgweit sind im vergangenen Jahr fast 400 Nutztiere vermutlich durch Wölfe getötet worden. Bei 325 Schafen, 48 Kälbern, 17 Stück Damwild, einer Ziege und einem Fohlen konnte die Tötung durch einen Wolf nicht ausgeschlossen werden, teilte das Landesumweltamt mit.

Die Behördenstatistik weist auch Fälle aus Ostprignitz-Ruppin aus. 2017 konnte in fünf Fällen nicht ausgeschlossen werden, dass ein Wolf zugeschlagen hatte. In diesem Jahr sind es bereits neun Fälle – aus Breddin, Rheinsberg, Wusterhausen, Wittstock und Temnitzquell.

Jagd auf Wölfe ist verboten

Wölfe sind geschützt – eine Jagd auf die Tiere ist verboten. Zwar erlaubt die seit Februar geltende Brandenburgische Wolfsverordnung, dass die Wölfe bei der Annäherung auf Weidetiere oder beim Vordringen in Dörfer verjagt werden dürfen. Ein Abschuss von Wölfen ist jedoch nur in Einzelfällen erlaubt – wenn etwa ein Wolf wiederholt gut geschützte Schafe angegriffen hat.

In Brandenburg ist nach Angaben des Schafzuchtverbandes noch nicht zum gezielten Abschuss von Wölfen gekommen. Allerdings kennt auch Kucznik Fälle, in denen ein Wolf trotz Elektrozaun und Herdenschutzhunden in eine Schafherde eindrang. In Lenzen etwa hatte ein Wolf im Sommer zwei Tiere einer 350-köpfigen Herde getötet.

Nur wenige Brandenburgische Schafhalter haben große Herden. Viele halten ihre Tiere ausschließlich als Hobby. „Gerade diese Schafhalter sind für uns sehr wichtig, weil sie auch seltene Rassen halten“, sagt Kucznik. Mit Beratungen unterstützt sein Verband Hobbyhalter. Im besten Fall, sagt Kucznik, „kann das Tierleben retten“.

 

Von Frauke Herweg

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