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Rheinsberg Vernissage beim Tag der Gräfin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Vernissage beim Tag der Gräfin
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00:36 31.05.2018
Günter Rieger (l.) verehrt Bernd Donner und dem Förderverein am Tag der Gräfin ein Bild des Waldfriedhofs in Köpernitz. Quelle: Regine Buddeke
Köpernitz

Unter sattblauem Himmel liegt in fast gelbem Grün das Rheinsberger Schloss. Daneben – nicht weniger farbenfreudig – strahlt das Köpernitzer Kulturgutshaus in Öl gemalt. Darüber ein Bild des Köpernitzer Waldfriedhofs. Gemalt hat die kleinen Gemälde – keines größer als A4 – Günter Rieger. Es ist die zweite Ausstellung des Karwer Verlegers, gerade zeigt er in der Richterakademie Wustrau eine ganz ähnliche Schau mit Ruppiner Landschaften.

„Das hier ist keine Fortsetzung“, sagt Bernd Donner, Chef des Fördervereins Kulturgutshaus, der die Vernissage eröffnet. „Sondern Versuche – immer wieder“, erklärt er den gut 80 Gästen. „Versuche – immer wieder“ ist das Motto, unter dem Günter Rieger malt, sich seiner Region, die er wie kein zweiter kennt, annähert. In diesem Fall in Öl – 18 Landschaften und Stilleben. Und die am diesjährigen Tag der Gräfin erstmals zu sehen sind.

Der Tag der Gräfin wird seit vielen Jahren gefeiert und ist ein Tag für alle Sinne. Die Vernissage ist erst der Anfang. Als Laudator wurde Robert Rauh geladen. „Wer ihn noch nicht kennt – Sie werden ihn kennenlernen“, lässt Bernd Donner wissen und stellt den Laudator vor. „Er ist Lehrer – sogar bester Lehrer Deutschlands – Historiker und Autor.“ Und zudem Fontane auf der Spur.

Besucher in der Ausstellung. Quelle: Regine Buddeke

Mit „Fontanes fünf Schlösser“ hat Rauh sich in die Fußstapfen des Dichters begeben – weitere Bände zum Thema sind in Arbeit. „Er hat sich in die Ruppiner Geschichte gewagt“, zollt Donner Lob und Anerkennung. Nichts anderes tut er selbst mit seinem Verein seit Jahren.

„Ich kenne Köpernitz erst seit neun Monaten“, eröffnet Rauh. Alle, mit denen er bei seinen Buchrecherchen sprach – Frank Matthus, Jens-Peter Golde, Bernd Donner – hätten ihn gefragt: ‚Haben Sie schon mit Günter Rieger gesprochen?‘ Und immer wieder hörte er – ob bei Vernissagen, Vorträgen, Buchvorstellungen: ‚Günter Rieger muss man nicht vorstellen.‘

„Wie erreicht man solch einen Bekanntheitsgrad?“, fragt Rauh. „Nur wenn man ein Multitalent ist wie Günter Rieger. Ein Verleger, Fotograf, versierter Stadt- und Landführer, gefragter Referent. Wenn man ihm zuhört, denkt man, er wäre Zeitzeuge gewesen.“ Und überdies sei er Maler – auch wenn er sich nicht Künstler nennen wolle. „Ein Kulturbotschafter des Ruppiner Landes – ein Botschafter, der niemandem verpflichtet ist.“

Günter Rieger hat auch das Kulturgutshaus Köpernitz gemalt. Quelle: Regine Buddeke

Dann wartet Robert Rauh mit einer Sensation auf. „Ein historischer Fund, den ich heute vorstelle“, sagt er der gespannten Menge. Ein bislang unbekannter Brief, den die Gräfin Goldhaar, einst Herrin auf Köpernitz, an den Karwer Freiherrn von dem Knesebeck geschrieben hat. Bernd Donner, der alles aus dem Kontext der Gräfin naturgemäß zu seiner Chefsache macht, bekommt tellergroße Augen.

Der Inhalt des reizend fabulierten Briefes: Die Gräfin habe bei einer Kutscherpause in Wustrau Halt in der Kirche gemacht und dort ein paar wunderbare Bilder entdeckt. Der Maler, so habe der Pfarrer verraten, sei der Karwer Bürger Günter Rieger. Sie sei so angetan von seiner Malerei, dass sie ihn gern für den Prinzen Heinrich in Rheinsberg engagieren wolle. Zuvor solle er ihr Köpernitz malen. Ob er, Knesebeck, da nicht als Bote behilflich sein könne? Unterschrift: Marquise de La Roche-Aymon.

„Den Antwortbrief Knesebecks habe ich nicht gefunden“, so Rauh. Wohl aber eine fast unleserliche Notiz auf dem Brief der Gräfin. „Rieger will in Karwe bleiben – und frei. Er will mit seiner Malerei ins Reine kommen. Zumindest versucht er es, immer wieder.“ Schöner kann man eine Laudatio kaum halten.

Vernissage: Günter Rieger (v.) dankt Laudator Robert Rauh (M.). Quelle: Regine Buddeke

„Ich bin vom Donner gerührt“, scherzt Bernd Donner. „Und ich vom Blitz getroffen“, sagt ein gerührter Günter Rieger angesichts der kreativen Lobrede und setzt hinzu: „Hauptsache, ich habe meine schönen Stunden in meinem Atelier – dann können mir Trump und ähnliche Trampeltiere egal sein.“ Das Bild vom Waldfriedhof Köpernitz schenkt er dem Förderverein des Kulturgutshauses.

Den Friedhof, wo die Gräfin ruht, dürfen die Gäste am Tag der Gräfin auch gleich besichtigen – auf dem unlängst angelegten Rundwanderweg hinter dem Gutshaus. Und Bernd Donner – so ist es Brauch – hält auch noch Gräfinnen-Geschichtsstunde ab: Sein Vortrag über die mütterliche Abstammung der Gräfin de La Roche-Aymon heißt „Die Gräfin und die Neales“.

„Das Resultat ist überraschend“, verheißt er dem gespannten Publikum. Denn auch wenn der mütterliche Zweig der Gräfin lange in Surinam residierte: „Wir kommen letztlich in der preußischen Geschichte an. Und zwar ganz oben. Bei Friedrich dem Großen.“

Von Regine Buddeke

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