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Rheinsberg Weltpremiere von Frank Matthus’ Oper
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17:23 27.06.2018
Requiem für einen Freund: Faal beweint Johannes. "A Bad Man's Life", die Opernburleske von Frank Matthus und Marc Aurel Floros an der Kammeroper Rheinsberg erlebt am Freitag seine Welturaufführung. Quelle: Regine Buddeke
Rheinsberg

Es ist nicht einfach nur Faust – auch wenn vieles an ihn erinnert: Das Vorspiel auf dem Theater, der Prolog im Himmel, der in diesem Fall die Vorhölle ist und sinnigerweise von weiß gekleideten Psychiatrie-Patienten bevölkert ist. Inmitten der durchgeknallten Irren steht Gott, ganz in weiß mit einem Engelsfedern-Schirm: eine Lichtgestalt oder ebenso verrückt wie alle anderen?

Am Freitagabend gibt es in Rheinsberg die Weltpremiere von „A Bad Man’s Life“: das Libretto ist vom scheidenden künstlerischen Direktor der Kammeroper, Frank Matthus, der auch Regie führte. Die Musik stammt von Marc Aurel Floros, der bereits die Musik für die 2016 aufgeführte Oper „Adriana“ schrieb.

Er spricht zum frisch eingelieferten Faust. Der soll, so befindet Gott, noch einmal zurück ins Leben. Nicht um nach Wissen und Macht zu streben, wie das erste Mal. Man weiß ja, wie das ausging. Er soll, so Gottes Auftrag, in Demut leben. Und fortan der göttlich Liebende sein. Faust – der nun Faal Baust heißt – ist müde. Doch er muss.

Frank Matthus, der die Oper schrieb, hat seinen Protagonisten aus Goethes Faust und Brechts Baal kreiert. Eine Bukowski-Story inspirierte ebenso: Man weiß, da kann es schmutzig werden. Aber wer sagt, dass die Welt ein reiner Ort ist? Faal jedenfalls trifft auf der Welt auf Macht und Gier, Angst und Hoffnung, Liebe und Hass, Blut, Gewalt, Tod.

So bunt wie die Bilder sind, ist auch die Musik. Frank Matthus, der der Kammeroper Rheinsberg mit seiner Oper ein Abschiedsgeschenk macht, setzt einmal mehr auf den Komponisten Marc Aurel Floros, der vor zwei Jahren bereits die Musik für die Welturaufführung „Adriana“ lieferte. Floros hat aus allen Genres geschöpft: da hört man Bachsche Fugen, Purcells Cold-Song ebenso wie Textzeilen, die sehr stark an die Karat-Rocker erinnern. Woodstock blüht auf, wenn Faal als Hippie-Gitarrist erscheint. Es wird gerappt, es gibt Arien, die gleichsam Smooth-Jazz sind.

Ein bisschen Freestyle – aber auch viel Mut zur Melodie. Frank Matthus, der mit der Uraufführung einmal mehr sein Credo verfolgt, Oper aus dem Elfenbeinturm zu holen, fährt alle Register auf. Die Sprache ist mal hart, mal zart. Und ja, es gibt auch F-Wörter und ziemlich viel Beischlaf auf der Bühne. „Ein bisschen Sex, ein bisschen Crime, so geht uns jeder auf den Leim“, sagt im Vorspiel der künstlerische Direktor. „Ohne mich, ich suche Tiefe“, kontert der Komponist.

Der Weg liegt in der Mitte. Was die jungen, engagierten Kammeroper-Sänger und die Musiker, einige aus der Region, um Dirigent Andrei Diakov daraus zaubern, kann man ab Freitag erleben. Dann ist Premiere im Schlosstheater.

Von Regine Buddeke

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