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Ostprignitz-Ruppin Pikiert und eingetopft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Pikiert und eingetopft
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00:23 21.03.2018
Wenn Gundula Tittel am Abend aus ihrem Blumenladen kommt, bleibt noch etwas Zeit für die Arbeit in der Gärtnerei. Quelle: Cornelia Felsch
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Rheinsberg

Noch wirkt der Verkaufsstand der Rheinsberger Gärtnerei Wimmer an der Reuterpromenade etwas verwaist. Was jetzt in den Märzwochen zu tun ist, spielt sich zum großen Teil in den Gewächshäusern und Folienzelten ab. Paprika- und Tomaten sind bereits ausgesät und im beheizten Gewächshaus untergebracht.

Gundula Tittel experimentiert gern mit verschiedenen Sorten. Paprikaschoten und Tomaten gibt es bei ihr im Sommer in vielen Farben, Formen und Größen. „In diesem Jahr will ich einmal Grilltomaten ausprobieren“, sagt sie. „Die Tomaten werden so groß wie Fleischtomaten, sind aber fester, so dass man sie gut schneiden und auf den Grill legen kann.“ Die Gärtnerin schwärmt schon jetzt von ihrer Gemüsevielfalt. „Die Paprika-Sorte Pinokkio bekommt leuchtend gelbe Früchte und die Sorte Beluga hat eine tief violette Farbe.“ Bis zur Reife vergehen allerdings noch einige Monate – die kleinen Pflänzchen sind jetzt gerade einmal vier bis fünf Zentimeter groß.

In wenigen Sekunden hat das kleine Pflänzchen seinen neuen Platz in der Schale gefunden. Pikieren ist für die Gärtnerin keine komplizierte Arbeit. Quelle: Cornelia Felsch

Arbeit gibt es jetzt ausreichend in der Gärtnerei und die Zeit wird langsam knapp. Vor zwei Wochen hat die Gärtnerin damit begonnen, eines der Gewächshäuser zu beheizen, denn die jungen Pflänzchen, die sie aus einer Hamburger Gärtnerei geholt hat, brauchen schon noch etwas Wärme, um zu wachsen. Dicht gedrängt sitzen sie in den Kästen – Männertreu, Leberbalsam, Silberblatt, Fleißiges Lieschen, Eisenkraut und Eisblumen. Sie alle müssen pikiert werden, denn der Platz im Aussaatgefäß wird jetzt zu eng. Mit dem hölzernen Pikierstab bohrt sie ein Loch in die Erde und löst die Sämlinge vorsichtig aus der Anzucht-Schale. Die kleinen Pflanzen werden tief in die neue Erde gesteckt und müssen gut angedrückt werden.

Im Gewächshaus bilden die gelben Stiefmütterchen ein Blumenmeer. Sie sorgen für Vorfreude auf den Sommer. Quelle: Cornelia Felsch

Begonien- und Geranienpflanzen können jetzt schon getopft werden, Petunien und Hängepflanzen, wie die Schneeflockenblume, werden später angeliefert. Die Blumen selbst auszusäen, wäre für Gundula Tittel viel zu mühsam und aufwendig, schließlich betreibt sie in Rheinsberg neben der Gärtnerei auch noch einen Blumenladen, in der sie allerdings von einer Mitarbeiterin unterstützt wird. „Die Aussaat wird in großen Gärtnereien maschinell erledigt“, sagt sie. „Der Samen von Eisblumen ist ja so fein wie Staub.“

Die Eltern von Gundula Tittel haben die Gärtnerei vor über 40 Jahren gegründet. 2011 hat die Tochter den Betrieb übernommen. Als Kind hat sie miterlebt, wie ein Gewächshaus nach dem anderen entstand. Dass sie einmal Gärtnerin werden will, stand für sie schon in der Schule fest. Nach der politischen Wende wurden im Osten Deutschlands viele Gewächshäuser abgerissen. Sie waren veraltet und die Heizkosten zu hoch. Gundula Tittel hat die alten Gebäude vor einigen Jahren sanieren lassen. Scheiben und morsche Holzrahmen wurden erneuert, ein neues Bewässerungssystem wurde installiert.

Die Stiefmütterchen und Hornveilchen, die in den gläsernen Gebäuden überwintert haben, bilden bereits einen großen gelb- und weiß blühenden Teppich. Nicht alle Pflanzen sind gut über die kalte Jahreszeit gekommen. „Bei zu nasser und warmer Witterung sind die Pflanzen eher anfällig für Pilzerkrankungen“, sagt die Gärtnerin, die nun erst einmal kontrollieren muss, welche Pflanzen gut über den Winter gekommen sind.

Die Salatpflanzen sind schon recht kräftig. Sie wurden in großen Kisten angeliefert und müssen nun verpflanzt werden. Quelle: Cornelia Felsch

Die Kräutertöpfe mit Büscheln von Lavendel, Rosmarin, Minze und Schnittlauch sind gut über den Winter gekommen, sie beginnen bereits auszutreiben. Aus ihnen bindet Gundula Tittel später Kräutersträuße und stellt verschiedene Öle und Essigsorten her, die man dann am Verkaufsstand vor ihrem Haus erwerben kann. Dort verkauft sie auch selbst zubereitete Konfitüren und Sirup. Bei soviel Gartenarbeit drängt sich die Frage auf, wann Gundula Tittel die Zeit dafür findet. „Das ist Nachtarbeit“, sagt sie lächelnd.

Im März erwacht die Natur aus dem Winterschlaf – Radieschen und Möhren hat die Gärtnerin schon im Folienzelt im Freiland ausgesät. „Sie vertragen auch ein paar Minusgrade“, sagt sie. Kohlrabi, Sellerie, Salat und Petersilie stehen bereits als Jungpflanzen in Kästen bereit. Sie sind gerade angeliefert worden und müssen nun umgepflanzt werden. Viel Zeit bleibt ihr nicht mehr; bald müssen Balkonkästen und Töpfe für die Gasthäuser der Stadt und das Ärztehaus bepflanzt werden. „Im Frühjahr ist der Stress besonders groß, denn die Zeit ist knapp und man muss sehen wie man alles hingezirkelt bekommt“, sagt die 50-Jährige.

Als Hobbygärtner schießt es einem durch den Kopf „Wie soll das alles zu schaffen sein?“ Für die Rheinsberger Gärtnerin ist das kein Problem: „Das sind doch gerade mal 100 Pflanzen, das ist ruckzuck erledigt.“

Von Cornelia Felsch

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