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Ostprignitz-Ruppin Rheinsberger Keramiktage eröffnet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberger Keramiktage eröffnet
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00:19 11.10.2017
In der Remise des Rheinsberger Schlosses wurden mit der Vernissage der Exponate aus Römhild die ersten Internationalen Keramiktage der Prinzenstadt eröffnet. Quelle: Regine Buddeke
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Rheinsberg

Eigentlich sei es eher eine Bildhauerausstellung, bringt es Karl Fulle auf den Punkt. Seit Mittwoch hat er gemeinsam mit Hendrik Schink die Werke von 13 Keramikkünstlern aus aller Welt in der Rheinsberger Remise aufgebaut. Künstler aus den USA und Japan, Ungarn und Serbien, Israel und Russland, Österreich und Deutschland. Etliche sind bekannte Größen in der Szene. Und alle eint: Sie waren einst Teilnehmer der Römhilder Symposien 2008, 2011 oder 2015. Und die ausgestellten Werke sind in dieser Zeit entstanden. Die Keramikstadt Römhild, in der im frühen 18. Jahrhundert – ein paar Jahre vor Rheinsberg – die Keramikproduktion begann, setzt mit der Leihgabe ein Zeichen: Römhild und Rheinsberg gehören beide dem Verband deutscher Keramikstädte an.

Römhild-Rad von Marc Leuthold. Quelle: Regine Buddeke

Mit der Ausstellung wird Neuland betreten: Sie ist der Startschuss für die Internationalen Keramiktage in Rheinsberg, die vom Sonnabend bis einschließlich nächsten Sonntag dauern werden und mit dem traditionellen Töpfermarkt – dem nunmehr 23. – ihren Abschluss finden. Die Idee zu der Ausweitung hatte der im Februar gegründete Förderverein Keramik aus Akteuren der Branche, der sich just zu dem Ziel zusammenschloss, den Ruf Rheinsbergs als Keramikstadt auszubauen und noch bekannter zu machen.

Gut 40 Interessierte sind am Sonnabend in die Remise gekommen, um der Vernissage beizuwohnen und die sehr unterschiedlichen Handschriften der Symposienteilnehmer unter die Lupe zu nehmen. Keramik im Sinne von Geschirr findet sich gar nicht, eher Plastiken. Einzig Kyra Spiekers Exponat erinnert entfernt an Vasen und Schalen, ist aber eine Art 3-D-Puzzle. Marc Leuthold aus den USA dagegen setzt auf filigrane Strukturen in jungfräulichem Weiß. „Bound Earth“ – gebundene Erde – der Israelitin Tanya Preminger ist dagegen doppelbödig: da ist nicht nur zusammengeschnürter Ton zu bestaunen, das Ganze kann man auch als politisches Statement sehen.

Figuren von Heidi Preuss Grew im Keramikatelier von Hendrik Schink. Quelle: Regine Buddeke

Die Deutsche Gudrun Sailer punktet mit Figurengruppen im klassischen Stil der Antike, die jedoch Dank ihrer gefurchten Oberflächenstruktur sehr modern daherkommen. Auch Heidi Preuss Grews Arbeiten haben einen hinreißenden Charme. In der Mitte der Remise lockt ein außergewöhnlicher Blickfang die Kinder. Zu einem großen Kreis arrangiert liegen hier kleine schokoladenbraune Hasenfragmente – die wie Zwitterwesen aus gängigen Osterhasen ausschauen.

„Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass wir in Rheinsberg Keramik zeigen, die nicht aus Rheinsberg stammt“, sagt Fördervereinsmitglied Hendrik Schink, der auf dem Kirchplatz ein kleines Keramikmuseum und die eigene Werkstatt betreibt. In seinen Räumen hat er derzeit auch etliche Arbeiten von Heidi Preuss Grew aus den USA ausgestellt – auch sie eine Teilnehmerin der Symposien.

Michael Knie, Vorstand des Römhilder Keramikvereins, ist ebenfalls anwesend. Es sei eine Ehre für Römhild, mit der Ausstellung die Keramiktage zu eröffnen. Und es sei natürlich auch eine Ehre für Rheinsberg, die spannende Schau zeigen zu dürfen, setzt er mit einem Lächeln hinzu.

Luftig arrangiert: die Ausstellung in der Remise. Quelle: Regine Buddeke

Rheinsbergs Bürgermeister Jan-Pieter Rau, auch er gehört dem Förderverein an, macht in seiner Ansprache einmal mehr deutlich, dass die Prinzenstadt seit mehr als 250 Jahren ununterbrochen Keramik produziere. Er wünscht sich und dem Verein, „dass die Motivation auch für die nächsten Jahre reichen möge und wir uns hier im nächsten Jahr wieder zu den Keramiktagen treffen.“

Das letzte Wort hat Heidi Preuss Grew. Die US-Amerikanerin ist zwar nicht anwesend – aber mit einer Videobotschaft dabei. Seit langer Zeit sei sie – als Amerikanerin mit deutscher Mutter – bereits mehrfach in Deutschland gewesen, wo sie bei ihrem ersten Aufenthalt 1995 auf Hendrik Schink traf. Mehrfach habe sie in Deutschland gearbeitet – eben auch in Römhild. „Deutschland ist ein großer Teil meines Selbst“, sagt sie. „Und mein zweites Zuhause.“

Von Regine Buddeke

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