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Rheinsberger Tafelsorgen

Essenausgabe stößt an Grenzen Rheinsberger Tafelsorgen

In der Ruppiner Tafel in Rheinsberg besteht mit dem Zustrom an Flüchtlingen eine unheimliche Nachfrage an Lebensmitteln. Der Andrang ist sogar so groß, dass die Aufgabe manchmal kaum zu bewältigen ist. Mittlerweile hat auch der Fußboden der Tafelräume gelitten, doch niemand will für die Reparatur aufkommen.

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Das Vereinshaus der Schützen dient auch als Tafelausgabe

Quelle: Aniol

Rheinsberg. 40, vielleicht 50 Menschen standen noch bis vor Kurzem im Vereinsheim der Rheinsberger Schützengilde immer dienstags an, um sich gratis Lebensmittel von der Ruppiner Tafel zu holen. „Seitdem aber Flüchtlinge in Rheinsberg leben, sind es bis zu 150 an einem Ausgabetag“, berichtet Ursula Dombrowski, die sich gemeinsam mit ihrem Ehemann und Schützenpräsidenten Ewald Dombrowski um das Haus kümmert. „Wir stoßen an unsere Grenzen.“

Und zwar nicht nur personell. Auch räumlich sei die große Anzahl der Menschen kaum zu bewältigen. Zudem nun durch den Andrang der Hilfsbedürftigen der alte Linoleumboden sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde und ausgetauscht werden muss. 1500 Euro soll es kosten, den Fußbodenbelag zu erneuern. „Entweder findet sich eine Lösung dafür – oder ich mache zu“, kündigt Ursula Dombrowski im Ortsbeirat von Rheinsberg am Montagabend an.

Das Gremium will die Summe trotzdem nicht bewilligen. Es sieht sich schlicht nicht zuständig für die Folgen der Flüchtlingszuteilung. Diese steht in Rheinsberg ohnehin in der Kritik, weil der Landkreis im Vergleich zu anderen Kommunen unverhältnismäßig viele Asylsuchende in der Prinzenstadt untergebracht hat (die MAZ berichtete). Zudem passe die Bitte des Vereins um finanzielle Unterstützung in keine Schublade im Aufgabenfeld der Ortsvertreter, erklärt Ortsbeirätin Petra Pape: Denn mit Geld aus der 2-Euro-Pauschale werde Vereinsarbeit gefördert, mit Mitteln aus dem Kurbeitrag wiederum der touristische Sektor. Die Essensausgabe der Tafel gehöre zu keiner der beiden Kategorien.

Ortsvorsteher Sven Alisch macht den Vorschlag, dass sich die Schützengilde direkt an den Kreis wenden soll. „Wir stimmen zu, dass eine Ausstattung eurer Räume erfolgt – aber vom zuständigen Amt des Landkreises“, sagt Sven Alisch.

Der Landkreis wird an diesem Punkt allerdings voraussichtlich nicht einspringen. Dieser sei nämlich lediglich für die Unterbringung von Asylsuchenden zuständig, so Sprecherin Britta Avantario. Lokale Initiativen können aber bei der Integrationsbeauftragten des Landes um Hilfe bitten.

Gabriela Manthei, die Leiterin des Arbeitslosenservice „Die Brücke“, der die Tafel betreibt, sieht das Problem gelassen. Sie hofft, dass entweder die Stadt oder der Landkreis die Kosten für den Fußboden übernehmen. Insgesamt sei der Zustrom der Asylsuchenden in der Region bislang kein großes Problem für die Tafel, die im Gegensatz zu Rheinsberg in der Stadt Neuruppin nur ein leichtes Plus an Interessenten verzeichnet. „Wir sind nicht an der Kapazitätsgrenze, aber viel mehr Menschen dürfen es auch nicht werden“, so Manthei.

Von Celina Aniol

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