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Ostprignitz-Ruppin Rheinsbergs Musikakademie wird 25
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsbergs Musikakademie wird 25
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12:15 04.04.2016
Brigitte Kruse hat für die Ausstellung zum Jubiläum monatelang Fotos, Unterlage und alte Requisiten gesichtet. Eie Auswahl ist ab Sonnabend in der Remise des Schlosses zu sehen. Quelle: Reyk Grunow
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Rheinsberg

„Das Schwierigste war das Weglassen“, sagt Brigitte Kruse. Monatelang hat sie sich durch Berge von Fotos, durch Dokumente und Dutzende Plakate früherer Aufführungen der Musikakademie Rheinsberg gearbeitet. In 25 Jahren Geschichte ist viel Spannendes zusammengekommen. Brigitte Kruse fiel es schwer auszuwählen. Für die Ausstellung zum Jubiläum der Akademie stehen zwar drei Räume in der ehemaligen Remise des Schlosses zur Verfügung. Trotzdem kann nur ein Bruchteil der historischen Fotografien gezeigt werden, wenn die Ausstellung morgen eröffnet wird.

Die jungen Musiker der Deutschen Streicherphilharmonie nutzen seit Ostern das Angebot der Musikakademie zum Proben. Beim Festakt geben sie ein Konzert. Quelle: Peter Geisler

Seit 15 Jahren arbeitet Brigitte Kruse für die Musikakademie. Die meiste Zeit über als Dramaturgin, ein halbes Jahr lang leitete sie den gesamten Kulturbetrieb. Die Jubiläumsausstellung in der Remise ist eine Art Abschlussarbeit. Bei der Festveranstaltung morgen wird Brigitte Kruse verabschiedet.

Die Ausstellung beginnt mit einem Rätsel. Die Fotos auf der ersten Tafel zeigen heruntergekommene Häuser: undichte Fenster, bröckelnden Putz, umgeben von einer wuchernden Wiese. Brigitte Kruse muss schmunzeln, wenn sie auf die Bilder schaut: „Ich frage die Mitarbeiter immer, ob sie wissen, wo das ist.“ Auf den Fotos ist das Kavalierhaus der Schlossanlage kaum wiederzuerkennen, so heruntergekommen wirkt es.

Das Künstlerhaus, in dem die Teilnehmer der vielen Kurse an der Akademie wohnen, gab es damals noch gar nicht. Das Schlosstheater – heute der wichtigste Aufführungsort – war nur eine Ruine. An diese ersten Jahre Anfang der 90er Jahre kann sich heute kaum noch einer der Mitarbeiter erinnern.

Kammeroper-Gründer Siegfried Matthus (l.) mit Ulrike Liedtke, der langjährigen Direktorin der Musikakademie, mit Hans-Joachim Giersberg, dem damaligen Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten bei der Eröffnung des Schlosstheaters 1999. Quelle: Peter Geisler

Siegfried Matthus erinnert sich ziemlich genau. Der Gründer und langjährige Leiter der Kammeroper hat 1991 auch die Musikakademie mit aus der Taufe gehoben. „Schon zu DDR-Zeiten machte ich zusammen mit Kurt Masur und Harry Kupfer an das Ministerium Vorschläge zur kulturellen Nutzung des Schlosses in Rheinsberg“, sagt Siegfried Matthus. Ein Erholungsheim für Künstler schwebte ihnen damals vor. Das kam allerdings nie zustande, weil sich kein anderer Ort für das Diabetiker-Sanatorium fand, für das damals das Schloss genutzt wurde. Erst 1990 beschlossen die Rheinsberger Stadtverordneten, dass Schloss und Kavalierhaus kulturell genutzt werden sollten.

Eine Akademie für die Zeit außerhalb der Opernsaison

Matthus schlug die Gründung eines internationalen Festivals für junge Opernsänger vor und die Stadtverordneten nahmen an. Kurz darauf kam die Frage auf, wie das Kavalierhaus am Schloss eigentlich genutzt werden soll, wenn gerade keine Opernsaison ist. Matthus überzeugte Hinrich Enderlein, den damals frisch ernannten Kulturminister des neuen Landes Brandenburg, eine Landesmusikakademie ins Leben zu rufen.

Ulrike Liedtke wurde erste Leiterin der Musikakademie. Matthus hatte sie 1991 aus Berlin nach Rheinsberg geholt. Später überwarfen sich die beiden zwar, dem Erfolg von Kammeroper und Musikakademie tat das aber keinen Abbruch. Beide gehören heute zu den erfolgreichsten Kulturbetrieben in ganz Brandenburg.

Die Akademie holte in 25 Jahren Zehntausende Musiker nach Rheinsberg. Für eigene Opern- und Musikproduktionen, aber auch für hunderte Kurse.

Künstler aus aller Welt kommen ins wiederaufgebaute Schlosstheater

Lange hat Ulrike Liedtke das Haus geleitet. „Für mich war die Musikakademie Lebensinhalt für 23 Jahre“, sagt sie. Einer der größten Erfolge war der Wiederaufbau des Schlosstheaters. Das einstige Theater des Prinzen Heinrich war seit dem Zweiten Weltkrieg nur noch eine Ruine. Kaum jemand hatte es Anfang der 90er Jahre für möglich gehalten, dass das Theater einmal wiedererstehen wird.

In ihren ersten Jahren nutzte die Akademie vor allem den Gartensaal im Schloss und die St.-Laurentius-Kirche als Veranstaltungsort. Die Eröffnung des neuen Theaters 1999 war der große Wurf. „Der Aufbau des Schlosstheaters ermöglichte den Auftritt internationaler Künstler und zahlreiche hervorragende Kurse“, sagt Ulrike Liedtke. Ohne Schlosstheater wäre das so nicht möglich gewesen, auch wenn das Theater teuer ist.

Geld sollte von Bund, Land, Kreis und Stadt kommen

Geldsorgen treiben die Landes- und Bundesmusikakademie seit jeher um. Zuschüsse sollten von Land und Bund, Stadt und Landkreis kommen, doch sie fließen nicht immer so wie gehofft. Bis heute konnte erst ein Teil des Kavalierhauses saniert werden; auch der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten als Eigentümerin der Räume fehlte das Geld.

Juliane Wandel ist seit 2015 künstlerische Direktorin der Bundes- und Landesmusikakademie Rheinsberg. Quelle: Peter Geisler

Jetzt hofft Kustos Detlef Fuchs auf einen neuen Zuschuss vom Bund. Bundes- und Landesregierung haben auch für die Ausstattung der Akademie mehr Geld in Aussicht gestellt. Zur Erleichterung von Juliane Wandel, die 2015 die Leitung der Musikakademie übernommen hat.

Sie will bewahren, was seit vielen Jahren mit Erfolg läuft. „Aber ich will natürlich auch eigene Akzente setzen“, sagt die Musikwissenschaftlerin. Nach 25 Jahren steht die Musikakademie wieder vor Veränderungen.

Zur Festveranstaltung im Anschluss an die Eröffnung der Ausstellung am Sonnabend werden so viele Gäste erwartet, dass das Schlosstheater ausgebucht ist. Die Musik kommt von der Deutschen Streicherphilharmonie. Die 70 Mädchen und Jungen zwischen zwölf und 19 Jahren kommen aus ganz Deutschland. Die Rheinsberger Musikakademie bietet ihnen die Chance, konzen­triert zu proben. Mit dabei ist auch das Armida-Quartett, die Rheinsberger Hofkapelle. Die Förderung junger Musiker ist die wichtigste Aufgabe der Akademie.

Von Reyk Grunow

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