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Rheinsbergs Touristiker müssen nachbessern

Expertin stellte Konzept vor Rheinsbergs Touristiker müssen nachbessern

Noch ist Rheinsberg der zweistärkste Tourismusort in Brandenburg. Doch das könnte sich bald ändern, warnt eine Tourismus-Expertin. Im Auftrag der Stadt hat sie ein Tourismusentwicklungskonzept erarbeitet, das zahlreiche Schwächen in der Infrastruktur aufdeckt. Will die Stadt attraktiv bleiben, muss sie neue Angebote entwickeln.

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Tristesse vor der Tourist-Information in Rheinsberg.

Quelle: Celina Aniol

Rheinsberg. Fehlende Freizeitangebote bei schlechtem Wetter, veralteter Internetauftritt, Investitionsstau bei einigen Hotels: Die Mängelliste, die Experten für das Reiseziel Rheinsberg aufstellen, ist lang. Noch ist Rheinsberg mit 535 500 Übernachtungen im vergangenen Jahr der zweitstärkste Tourismusort im Land Brandenburg. „Doch Rheinsberg muss wirklich aufpassen, dass es diese Stellung nicht verliert“, warnt Katja Stefanis, Leiterin der Potsdamer Freizeit- und Tourismusberatungsgesellschaft, die ein Tourismusentwicklungskonzept für die Prinzenstadt und ihre Ortsteile geschrieben hat.

Zahl der Betten stagniert, deren Auslastung auch

Andere Reiseziele in der Mark haben sich in den vergangenen Jahren deutlich besser entwickelt. Rheinsberg dagegen stagniert – bei der Zahl der Betten, aber auch bei deren Auslastung. „Das Schloss ist etwas absolut Schönes“, sagt Stefanis. Doch dürften sich Rheinsbergs Touristiker nicht allein auf die Zugkraft des Schlosses und die schöne Natur verlassen. „Es gibt kein nennenswertes Freizeitangebot“, sagt Stefanis, die das Konzept gemeinsam mit einem Kollegen erstellt hat. Gerade im Winter sei Rheinsberg „sehr traurig“. Schon im Herbst beginne das gastronomische Angebot sich deutlich auszudünnen. „Wenn Rheinsberg neue Zielgruppen erschließen will, dann braucht es neue Attraktionen“, so Stefanis.

Vor allem bei Regenwetter fehlen Angebote für Touristen, heißt es in dem Papier

Vor allem bei Regenwetter fehlen Angebote für Touristen, heißt es in dem Papier.

Quelle: Peter Geisler

Ebenfalls dringend notwendig: frische Marketing-Ideen. Die Image-Broschüre der Stadt sei nicht mehr zeitgemäß, bemängelt die Expertin. Im Internet präsentiert sich die Stadt nach Einschätzung der Betriebswirtin zu text­lastig und zu unübersichtlich. Die 45-Jährige vermisst zudem vernetzte Angebote, die Übernachtungen und kulturelle Höhepunkte verknüpfen.

Doch wie kann sich Rheinsberg besser aufstellen? Nur indem die touristischen Anbieter untereinander, aber auch Stadt und Tourismusbranche mehr miteinander reden. In ihrem Konzept attestiert die Potsdamer Expertin den Anbietern „fehlende Kommunikations- und Abstimmungsstrukturen“ und auch „Kirchturmdenken“. Stefanis empfiehlt, die Tourist-Informationen in Rheinsberg, Flecken Zechlin und Zechlinerhütte unter einem Dach zusammenzuführen. Bislang arbeiteten die Büros zu sehr nebeneinander her – eine perfekte Beratung von Gästen sei so nicht möglich.

Es fehlt an einem Parkleitsystem

Kritikwürdig auch: die fehlende Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, reparaturbedürftige Radwege oder der irritierende Schilderwald. Im zweiten Teil ihres Konzeptes knüpft Stefanis ein Maßnahmenpaket mit vielen ganz konkreten Vorschlägen. Auf ihrer Prioritätenliste ganz oben: die Parkplätze. Bislang fehlt es an einem Parkleitsystem, kritisiert die Expertin. Für ältere Menschen sei der große Parkplatz am Ortsrand viel zu weit entfernt. Auch bei der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und der Pflege der Rad- und Wanderwege müssen Stadt und Landkreis dringend nachbessern.

Katja Stefanis hatte das Konzept in den vergangenen sechs Monaten im Auftrag der Stadt erstellt. Am Montagabend stellte sie es im Bau- und Wirtschaftsausschuss vor. Welche Maßnahmen sich verwirklichen lassen, ist völlig offen. Ende Oktober beraten die Stadtverordneten über das Konzept.

Von Frauke Herweg

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