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Rhinstadt wünscht sich ein Kulturhaus

Fehrbellin Rhinstadt wünscht sich ein Kulturhaus

Der Fehrbelliner Ortsbeirat will, dass in der Rhinstadt ein Kulturhaus für die gesamte Gemeinde entsteht. Um das zu verwirklichen, soll eine ehemalige Markthalle gekauft werden. Die Verwaltung hält nicht so viel von diesen Plänen. Sie schlägt vor, dass stattdessen die Rhinhalle für mehr Besucher ertüchtigt werden soll – für 120 000 Euro.

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Damit in der Fehrbelliner Rhinhalle 200 Besucher und mehr Platz finden, soll das Gebäude nun umgebaut werden.

Quelle: Peter Geisler

Fehrbellin. Die Fehrbelliner lassen nicht locker. Sie haben für den diesjährigen Etat die Schaffung eines Kulturzentrums beantragt. Diesen Wunsch hat die Verwaltung aber nicht berücksichtigt. Bei der Beratung über den Haushalt im Ortsbeirat stimmten deren Mitglieder dafür, dass das nachgeholt wird. „Fast alle anderen Ortsteile haben ein Gemeindezentrum, ausgerechnet wir, der größte Ort, haben nichts“, sagt Ortsvorsteher Jürgen Sternbeck. Ihm schweben der Kauf und der Umbau des früheren Plus-Marktes in ein Kulturhaus für die gesamte Gemeinde vor. „Dort könnten wir Tanzveranstaltungen machen und die Räume wie überall sonst auch für Familienfeiern anbieten.“ Das Gebäude ist nicht zum ersten Mal im Gespräch. Vor einigen Jahren erkundigte sich Sternbeck nach dem Preis für das Objekt. Schnell war damals aber klar, dass rund 700 000 Euro zu viel sind. „Jetzt steht es wieder zum Verkauf“, berichtet der Ortsvorsteher. Diesmal soll es 390 000 Euro kosten. Sternbeck ist sich aber sicher, dass bei dem Preis noch etwas zu machen ist. „Das wäre immer noch viel Geld, aber es wäre machbar.“

Bürgermeisterin sieht einen Immobilienkauf kritisch

Das sieht Fehrbellins Bürgermeisterin ganz anders. Bei einem Minus von 4,4 Millionen im diesjährigen Haushalt sei ein Kauf der Halle kaum zu verantworten. „Zumal das Objekt der Begierde nicht sofort nutzbar wäre: Eine Verkaufsstelle ist keine Veranstaltungsstätte.“ Wie viel Geld die Gemeinde für den Umbau drauflegen müsste, weiß sie nicht – und wird es auch nicht bis zur Entscheidung in der Gemeindevertretung ausrechnen. Denn erstens ist die Zeit dafür zu knapp. Die Kommune entscheidet in wenigen Wochen über den Haushalt. Zweitens sollten aus ihrer Sicht zuerst die Gemeindevertreter entscheiden, ob die Ausgabe für sie überhaupt in Frage kommt, bevor der Verwaltungsapparat über den Kaufpreis verhandelt und belastungsfähige Pläne ausarbeitet.

Ute Behnicke kann den Wunsch nach einem Kulturhaus in Fehrbellin zwar gut nachvollziehen. „Machen kann ich so was aber nur, wenn ich nicht mehr weiß, was ich sonst mit meinem Geld anfangen soll.“ Das angebliche Ungleichgewicht zwischen der „Hauptstadt“ der Kommune und ihren Ortsteilen sei kein Argument. „Ich kann Fehrbellin nicht mit den Dörfern vergleichen.“ Schließlich sei dort das Gemeindehaus oft die einzige noch verbliebene Einrichtung. „Fehrbellin hat da definitiv mehr zu bieten.“ Hinzu komme, dass es einen Gemeinderaum in dem 2013 erbauten Heimatmuseum gibt. Dass er nur sporadisch genutzt werde, sei schade, bedauert Ute Behnicke.

Verwaltung schlägt vor, die Rhinhalle umzubauen

Einige Vereine und der Ortsbeirat nutzen den Raum, sagt Jürgen Sternbeck. „Aber eine Feier kann man dort nicht machen.“ Die steile Treppe ins Obergeschoss, die Dachschrägen, die Größe – all das spreche dagegen. Und auch der Gegenvorschlag der Verwaltung – denn so ganz einfach beiseitegewischt wurde der Wunsch des Ortsbeirats nun doch nicht – gefällt dem Ortsvorsteher nicht ganz.

Das Rathaus rät dazu, auf den Marktkauf zu verzichten und stattdessen die Nutzung der Rhinhalle als Kulturhaus zu intensivieren. Das will sich die Gemeinde auch etwas kosten lassen. Mit insgesamt 120 000 Euro würde die Umnutzung zur sogenannten Versammlungsstätte zu Buche schlagen. Bis jetzt darf die Rhinhalle als Mehrzweckgebäude von höchstens 199 Gästen genutzt werden. Damit wie gewünscht mehr Besucher hinein dürfen, müssen der Brandschutz und die sanitären Anlagen angepasst werden. Dieser Umbau ist bereits im Etat berücksichtigt. Das sei schon ein Entgegenkommen, denn so oft werde die Halle für Großveranstaltungen nicht gebraucht. Ute Behnicke fällt da eigentlich nur eine Sache ein: das Schulweihnachtskonzert, das zugegebenermaßen 2016 ausfallen musste, weil mehr Gäste erwartet wurden. Dass die Gemeinde allein dafür einen Raum vorhält, sieht die Bürgermeisterin nicht ein. „Das ist nicht unsere Aufgabe.“ Genauso wenig wie die Schaffung eines Tanzraumes. Sternbeck plädiert dennoch für die andere Lösung. Schließlich sei die Rhinhalle jetzt schon so gut wie ausgebucht. Auch wäre der Umbau nach einem Sportturnier für einen Tanzabend zu aufwendig und zu teuer. „Und eine siberne Hochzeit oder den 60. Geburtstag will dort sicher auch niemand feiern.“

Von Celina Aniol

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