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Ostprignitz-Ruppin Einzigartige Osterpyramide in Rheinsberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Einzigartige Osterpyramide in Rheinsberg
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00:35 12.03.2018
Osterpyramide von Regine und Lothar Blache aus Wittenberge im Maritim Hafenhotel Rheinsberg Quelle: Peter Geisler
Rheinsberg

Ja, ist denn schon Ostern? Im „Maritim Hafenhotel“ in Rheinsberg kann sich, wer will, in die passende Stimmung versetzen lassen. Seit vergangenem Freitag steht dort eine handgefertigte 1,40 Meter hohe Osterpyramide im Eingang zum Restaurant. Alle 15 Minuten springt ihr Motor an, dann dreht das Kunstwerk seine Runden und 24 Lichter erstrahlen dazu durch bunte Ostereierrahmen. Hinter der holzbelassenen Vorderfront ziehen über fünf Etagen etliche farbenfrohe Häschen und Küken vorüber.

Regine und Lothar Blache aus Wittenberge zeigen im Maritim Hafenhotel in Rheinsberg ihr nächstes Meisterwerk: eine 1,40 Meter-Osterpyramide, einmalig in ihrer Art. Neben anderem Holzschmuck zum bevorstehenden Fest steht diese am Eingangsbereich zum Restaurant. In mühsamer Handarbeit entstanden all die filigranen Stücke. 400 Stunden benötigten die beiden Holzkünstler allein für die große Osterpyramide.

Das Schmuckstück stammt von Lothar Blache und seiner Frau Regine aus Wittenberge, die im Maritim-Hafenhotel keine Unbekannten sind. An Weihnachten schmückte bereits ihre 2,40 Meter hohe Märchenpyramide das Foyer. „Diese geht jetzt auf Reisen quer durch die Republik und wird in unseren anderen Häusern zu sehen sein“, sagt Marcel Jeschke, stellvertretender Hoteldirektor.

Da die Weihnachtspyramide bei den Gästen so gut ankam, entstand auch die Idee, zum diesjährigen Osterfest Familie Blaches Häschenpyramide aufzustellen. Das Handwerkskünstler-Ehepaar hatte diese vor einem Jahr für das Krankenhaus in Perleberg angefertigt, erneut als Dankeschön an die Belegschaft für die gute Betreuung. Die Blaches sind gesundheitlich angeschlagen und daher oft im Krankenhaus in Behandlung.

Ihr Hobby hält sie fit. Die Augen der beiden Rentner leuchten, wenn sie erzählen, wie sie die Motive für ihre Osterpyramide fanden. „Wir haben sie aus Malbüchern übernommen und im Internet gestöbert“, sagt Regine Blache und ihr Mann ergänzt: „Auf dem Computer habe ich die Motive dann in der Größe angepasst.“ Je höher die Etage liegt, desto kleiner werden die filigranen Figuren. Passionierte Handarbeit in ihrer Bestform. „Meine Frau bringt die Motive auf Transparentpapier. Ich übertrage sie auf das zwischen drei und vier Millimeter dünne Sperrholz, dann säge ich sie aus. Einzelne Figuren bemalt meine Frau.“

Die Blaches haben schon zig Pyramiden und andere Modelle im Archiv

Marcel Jeschke hat das hochwertige Kunstwerk erneut persönlich mit dem Transporter aus Wittenberge geholt. Es hat die Reise im selbst gefertigten Karton gut überstanden. Der Kleber steht unangetastet vor Lothar Blache so wie zwei Ersatzlämpchen. Der ein oder andere Hotelgast bleibt bereits vor dem rotierenden Meisterwerk stehen. „Einer meinte vorhin, dass sei bestimmt Kunst aus dem Erzgebirge “, erzählt Marcel Jeschke und Lothar Blache kommentiert: „Dort gibt es zwar Pyramiden, aber sie sind nur um die 20 Zentimeter hoch und mit Teelicht. Unsere ist ein Unikat und in dieser Größe einmalig“

Der 64-Jährige hätte im Netz nichts vergleichbares gefunden, versichert er. Die Idee zu seiner Osterpyramide war ihm vor zwei Jahren gekommen, und er hatte sofort seine Frau damit angesteckt. 400 Stunden saßen sie an dem Schmuckstück – sie wie immer am Küchentisch, er in seiner zur Werkstatt umgebauten, muckeligen Garage im heimischen Wittenberge.

Außer des 1,40-Meter-Osterschmucks hat Ehepaar Blache noch verschiedene Osterlichterbögen ins Maritim-Hafenhotel mitgebracht und in luftiger Höhe eine passende Deckenpyramide mit ovalen Ostereiern über drei Etagen. Eine technische Raffinesse: Die Lichter wechseln die Farben, angetrieben wird das gute Stück von einem Motor für Discokugeln. Bis kurz nach Ostern wird die kleine Ausstellung zu sehen sein und sowohl Hotelgäste als auch interessierte Schaulustige erfreuen.

Sie planen nun eine Dauerausstellung

„Bei uns ist jeder willkommen, ob über Nacht, auf einen Kaffee oder aus reiner Neugier“, sagt Marcel Jeschke. „Die Handwerkskunst von Familie Blache finde ich beeindruckend. In unserer schnelllebigen Zeit gibt es immer weniger Menschen, die sich so hingebungsvoll mit etwas beschäftigen. Daher ist es mir wichtig, die Sachen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“

Immer wieder kommen Anfragen, ob Lothar und Regine Blache ihre Werke verkaufen. Auftragsarbeiten führt das Ehepaar nicht aus. Alle handgefertigten Heimatkunstarbeiten sind Unikate oder Geschenke. Falls sie von den Blaches für jemanden bestimmt sind und den Besitzer wechseln, wird noch eines von der Sorte angefertigt, sagt Lothar: „Für unsere Dauerausstellung.“

Noch lagern die Exponate dafür in Tüten und Kartons verpackt bei den Blaches zu Hause – ein Teil wurde jedoch schon abgeholt. Denn die Holzkünstler haben nach langer Suche Räumlichkeiten gefunden. Das Maritim Hafenhotel Rheinsberg wird ab Herbst die Dauerausstellung veranstalten. In den letzten zwölf Jahren entstanden neben den Pyramiden auch Puppenhäuser, die Regine Blache liebevoll mit Gardinen und Zwergenmobiliar ausgestattet hat.

Ab Herbst werden alle Exponate im Maritim Hafenhotel gezeigt

Dazu über 500 Modellautos von Firmenwagen und Fahrzeugtypen aus der DDR, über hundert Schwibbögen mit heimatbezogenen Motiven wie dem Rathaus in Perleberg, aber auch weltweiten Sehenswürdigkeiten wie der Kathedrale in Palma de Mallorca. Lothar Blache hat für die Ausstellung auch schon eine neue Idee: „Ich würde den Leuten gern an einem Tisch zeigen, wie man Holz einspannt und sägt. Das können sie dann selber ausprobieren.“ Marcel Jeschke findet die Idee gut.

15 Minuten sind herum. Die Osterpyramide setzt sich erneut in Gang, die Deckenpyramide auch. Statt in Grün erstrahlen deren 18 Lichter jetzt in Blau. Beim Anblick des heimeligen Festtagsschmucks wird jedem ganz österlich zumute.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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