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„Hungersnot“ beendet: Aldi wieder offen

Kyritz „Hungersnot“ beendet: Aldi wieder offen

Da werden Erinnerungen an die Wendezeit wach: Am Kyritzer Aldi-Markt war Freitagfrüh die Hölle los. Hunderte Kunden warteten in eisiger Kälte darauf, dass sich nach dem Umbau die Türen wieder öffneten. Genauso war es, als 1990 in Kyritz der erste Aldi Ostdeutschlands eröffnete.

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Aldi eröffnet Filiale in Kyritz nach Umgestaltung wieder

Quelle: Sandra Bels

Kyritz. Szenen, die an alte Zeiten erinnerten, spielten sich am Freitagmorgen vor dem Aldi-Markt ab: Nach vier Tagen Abstinenz aufgrund einer Umbauphase wurde der Supermarkt nun endlich wiedereröffnet. Die Kyritzer wollten dabei sein und bildeten schon eine Stunde vor der Ladenzeit eine lange Schlange vor dem Geschäft. Doch nicht nur die Neugier und leere Kühlschränke trieben die Bürger von Kyritz an, so früh vor dem Supermarkt zu warten.

Einkaufsgutscheine für die ersten Kunden

Für Marlies Reinhold war der Freitag ein richtiger Glückstag. Sie hatte nicht nur frei, sondern gewann auch bei der Wiedereröffnung des Kyritzer Aldi-Marktes einen Einkauf im Wert von 500 Euro. „Ich habe noch nie etwas gewonnen, noch nie Glück gehabt“, sagt sie, als ihr Regionalverkaufsleiterin Heike Perlt die zehn Gutscheine á 50 Euro überreichte.

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Da werden Erinnerungen an die Wendezeit wach: Am Kyritzer Aldi-Markt war Freitagfrüh die Hölle los. Hunderte Kunden warteten in eisiger Kälte darauf, dass sich nach dem Umbau die Türen wieder öffneten. Genauso war es, als 1990 in Kyritz der erste Aldi Ostdeutschlands eröffnete.

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Mit ihrem Lebensgefährten Karsten Winkelmann hatte sich Marlies Reinhold bereits um zehn nach sieben vor dem Einkaufsmarkt angestellt. Sie waren zu dieser frühen Stunde längst nicht die einzigen. Die Schlange reichte über den ganzen Parkplatz. „Aber wir waren ganz vorn“, erzählt Karsten Winkelmann. Die Türen öffneten sich um 8 Uhr.

Der Ansturm war das Resultat des Angebots von Aldi, dass die ersten 100 Kunden die Chance auf den 500-Euro-Gutschein haben. Filialleiterin Kathrin Borck verteilte am Eingang Einkaufsbeutel mit Rubbellosen an die ersten 100 Einkäufer. Wer beim Rubbeln kein Glück hatte, konnte später mit seinem Los und dem Einkaufszettel vor dem Markt noch in einen Lostopf greifen und etwas gewinnen.

Kleine Geschenke aus dem Sortiment zählten zu den Gewinnen. Daneben gab es frischen Kaffee, Waffeln am Stiel und eine Backwarenverkostung. Kathrin Borck freute sich über die vielen Kunden, die zur Eröffnung gekommen waren. „Das ist wirklich ein besonderer Tag, den wir gerne mit unseren Kunden zusammen feiern. Wir hoffen, dass sich alle in der neuen Filiale wohl fühlen.“

Die meisten Leute in der langen Schlange waren wegen des Gutscheins da. So eine Chance könne man sich doch nicht entgehen lassen, hieß es. Die Leute sorgten aber auch dafür, dass sich die Kyritzer wieder an alte Zeiten zurück erinnerten und teilweise auch zurück versetzt fühlten.

Es gab sogar Buslinien zum Aldi-Markt

Schließlich wurde in der Knatterstadt am 8. August 1990 in einer Scheune der erste Aldi-Supermarkt in der DDR eröffnet. Anstehen musste man damals auch. Aber da war die Schlange noch viel länger, denn die Kyritzer teilten sich den Markt mit Menschen aus dem ganzen Nordwesten des Landes. Es gab sogar Buslinien zum Einkauf. Die Wartezeit betrug damals eine Stunde, nur um an einen Einkaufswagen zu kommen. Dann folgte das Gedränge an den Regalen in der Scheune und später das Warten an der Kasse.

Ähnlich war es am Freitag. Wer gekommen war, wollte sich natürlich die Veränderungen ganz genau anschauen. „Wir haben den Markt komplett umgestaltet“, sagt Steffen Siegmund, Leiter Verkauf bei Aldi und zuständig für 58 Filialen. Das neue Konzept sei innerhalb einer Woche umgesetzt worden. „Ein Kraftakt“, wie Siegmund betont.

Neues Konzept für den Einkauf

Der Markt zeigt sich mit einem komplett neuen Gesicht. Keine Fliesen mehr an den Wänden, eine große Obst- und Gemüseabteilung und ein größerer Backwarenstand als zuvor. Er befindet sich gleich hinter dem Eingang. „Das ist unser Konzept: Wir begleiten den Kunden durch den Tag und fangen mit dem Frühstück an“, so Siegmund. Erst am Ende des Einkaufs findet man jetzt die Tiefkühlprodukte. „Sie sollen möglichst lange gefroren bleiben“, so der Verkaufsleiter.

Das neue Konzept ist das größte Projekt in der Geschichte von Aldi Nord. Dabei sollen in den kommenden Jahren alle gut 2300 Märkte modernisiert werden, heißt es aus der Pressestelle des Unternehmens. Die Filialen werden dadurch heller und freundlicher, das Angebot vor allem bei frischer Ware wird ausgebaut.

Von Sandra Bels

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