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River Café in unruhigem Fahrwasser

Molchow River Café in unruhigem Fahrwasser

Schwierige Zeiten für das Molchower River Café: Wegen der fehlenden Heizung muss das Café eine Winterpause einlegen. Auch der geplante Neubau der Molchowbrücke ist belastend. Während der Bauzeit wird das Café weitgehend von seinen Gästen abgeschnitten sein.

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Lauschiger Sonnenplatz: Tobias Netta hat das River Café aufgebaut. Wenige Meter vom Café entfernt rastet manchmal ein Reiher.

Quelle: Frauke Herweg

Molchow. Einer der schönsten Momente am Tag: morgens – bevor die ersten Gäste kommen – mit einem Kaffee in der Hand am Ufer sitzen. „Diese Ruhe und diese Natur“, sagt Tobias Netta. Auch mehr als ein Jahr nachdem er im Hafen zwischen Molchowsee und Tetzensee ein Café eröffnete, genießt er die Momente noch.

Nach einem erfolgreichen ersten und sehr arbeitsreichen zweiten Sommer will der Betreiber des River Cafés von Anfang November bis Ende März schließen. Das Hafengebäude hat keine ausreichende Heizung. Im vergangenen Winter hatte Netta mit Strom geheizt, um den Gastraum für die verschiedenen Musikveranstaltungen und das Mittwochscafé aufzuwärmen. „Ein Versuch“, sagt Netta. Leider ein unwirtschaftlicher.

Betriebskosten fallen auch in der Winterpause an

Bleibt das Café in diesem Winter geschlossen, kann Netta die horrende Stromrechnung kleiner halten. Die Betriebskosten fallen allerdings weiter an. Jeden Monat etwa 1000 Euro. Alle Ersparnisse wären nach dem Winter aufgebraucht. „Ich würde wieder bei null anfangen“, sagt Netta. Er hat sich dennoch für eine Winterpause entschieden.

„Ich hoffe ganz schwer auf eine Heizung im Winter 2017/18“, sagt der 55-Jährige. Schon im vergangenen Herbst hatte er mit der Stadt als Eigentümerin der Immobilie über die Notwendigkeit einer Heizung gesprochen. Der frühere Profi-Musiker holte Kostenvoranschläge ein. Etwa 10 000 Euro würde der Einbau einer Gasheizung kosten, weitere 4500 der Anschluss an das Gasnetz. „Eigentlich nicht viel“, findet Netta. Doch passiert ist nichts. Netta hatte auf mehr Tempo in der Sache gehofft.

Auf eine höhere Pacht würde sich Tobias Netta einlassen

Er selbst möchte den Einbau der Heizung nicht bezahlen. Die Heizung würde nach fünf oder möglicherweise zehn Jahren Pacht an den Besitzer der Immobilie übergehen. Nachdem Netta bereits viel in das Café und seine Außenanlagen investiert hat, ist er nicht bereit dazu. Eine höhere Pacht für die nach dem Einbau höherwertige Immobilie würde er allerdings durchaus bezahlen.

Inzwischen hat Netta weitere Gespräche mit Vertretern der Stadtverwaltung geführt. Es ging unter anderem um die Frage, ob es für die Heizung und Nettas zweites Projekt – den Anbau eines Wintergartens – möglicherweise Fördermittel geben könnte. Stadtsprecherin Michaela Ott kommentiert diese Gespräche zurückhaltend. Als Eigentümerin der Liegenschaft sei die Fontanestadt bemüht, „die Nutzungsmöglichkeiten zu sichern und zukünftig zu verbessern“, teilt sie lediglich mit. Ob die Stadt aber tatsächlich Kosten übernimmt oder Fördermittel beantragt, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen.

Ohne die Molchowbrücke wäre das Café von Gästen abgeschnitten

Nicht nur die ungeklärten Fragen um die Heizung belasten Netta. Auch der geplante Neubau der Molchower Brücke bringt das River Café in unruhiges Fahrwasser. Im ersten Halbjahr 2017 soll mit dem Bau begonnen werden. Voraussichtlich über mehrere Monate muss an der etwa 40 Meter langen Überquerung gebaut werden. Für das River Café eine Katastrophe. Denn die allermeisten Gäste kommen über die Molchowbrücke auf das Hafengelände, die wenigsten über die Heimburger Straße. „Ohne die Brücke bin ich hier abgeschnitten“, sagt Netta.

Der Café-Betreiber hofft, dass sich die Bauarbeiten möglicherweise verschieben lassen – auf eine Zeit mit weniger Gästen. Ott lässt da mit Verweis auf die aktuellen Baupläne wenig Hoffnung. „Leider ist eine gewisse Beeinträchtigung nicht zu verhindern“, teilt sie mit. „Eine längere Sperrung wird sich nicht vermeiden lassen.“ Für Netta eine enorme Belastung. Er hat viel Kraft und Energie in das Café gesteckt. In diesem Sommer arbeitete er fast durch, gönnte sich nur zwei Tage Pause. Bleiben die Gäste im kommenden Sommer aus wegen des Brückenprojektes, wird es mehr als schwierig.

Von Frauke Herweg

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