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Ostprignitz-Ruppin Rohrlack macht Gästen den Hof
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rohrlack macht Gästen den Hof
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15:42 15.06.2014
Die achtjährige Anouk genießt das Vegnügen im Stroh.
Rohrlack

Die Menschen strömten aus allen Richtungen nach Rohrlack. Auch immer wieder einsetzende Regenschauer konnten sie nicht davon abhalten.

Zwischen den riesigen Strohballen waren Mila, Anouk und Paul kaum noch zu sehen. Die Berliner Kinder genossen den ungewöhnlichen Spielplatz, eine Hüpfburg vermissten sie nicht. "Wir werden wohl heute Abend gründlich die Haare waschen müssen", sagte Margitta Kusch, eine der Mütter, die das Geschehen am Rande verfolgte.

Die Berlinerinnen haben sich an diesem Wochenende für eine Fahrt nach Rohrlack entschieden, weil sie sehen wollten, wo ihr Landkorb herkommt. Gemüse, Obst, Kräuter und Salate, die regelmäßig an Bio-Konsumenten nach Berlin geliefert werden, stammen aus der Demeter-Gärtnerei des Lindenhofs. Der Verkaufsstand auf dem Rosenberger Hof ist am Sonnabend dicht umlagert. Zum Anbeißen gesund sehen Salate, Kohlrabis und Rote Bete aus.

Mittelalterliche Musik klingt vom benachbarten Sternhof herüber. Bio-Gärtner und Landwirt Elmar Breit ist dort an seinem Verkaufsstand von Kräutertöpfen umgeben. Auf einem Dörrapparat liegen violette Malvenblüten. Das Angebot ist riesig, trotzdem muss auch er manchmal passen. "Das rotblättrige Basilikum ist leider bereits ausverkauft." Kräutersalz und zahlreiche Teesorten aus der hauseigenen Produktion gibt es am Nachbarstand. Dort dauert der Einkauf etwas länger, schließlich müssen erst einmal die Düfte eingeatmet werden. Aus den durchsichtigen Tüten leuchten wieder die violetten Malvenblüten hervor, die auf dem Feld gleich hinter dem Hof gerade in voller Blüte stehen. Viele Besucher genießen bei einem Spaziergang zwischen den Beeten den Anblick der orange-gelben Ringelblumen und der blühenden Kamille. Die Blüten finden sich auf den Tellern wieder, die die Sonderpädagogin Antje Schmidt mit behinderten jungen Menschen der Rohrlacker Werkgemeinschaft angefertigt hat."Wir haben schon zwei Ausstellungen gemacht", sagt sie. "Die Jugendlichen waren aufgeregt wie'ne Tüte Mücken." Die Kunsttherapeutin freut sich über die Fortschritte: "Jeder kann gestalten, was er will und auch seine Fehler machen. Es ist deutlich zu sehen, wie sie sich entwickeln." Auch Kinder und Frauen aus der Umgebung kommen seit einem Jahr regelmäßig zu ihr, um gemeinsam zu töpfern.

In ihr Café laden die Frauen vom Temnitztaler Kulturverein zur Landpartie ein. Mit dem Erlös aus Kuchen- und Getränkeverkauf wollen sie den Wiederaufbau der Rohrlacker Kirchturmspitze mitfinanzieren.

Die Bürgerinitiative "Keine neuen Windräder in der Temnitz-Region" nutzt die Gelegenheit, um Unterschriften gegen den Bau von weiteren Windrädern in der Region zu sammeln. "Die Leute sind sehr interessiert", sagt Michael Zajonz von der Bürgerinitiative. "Wir sind nicht grundsätzlich gegen Windkraft oder gegen erneuerbare Energien", erklärt er den Ausflüglern. "Aber, wir wehren uns gegen den überproportionalen Ausbau von Windparks in unserer Region. Auf einer großen Landkarte zeigt er den interessierten Besuchern, wo bereits zahlreiche Windräder stehen und wie die weitere Planung aussieht. Viele, die sich etwas Zeit nehmen und den Sprechern der Bürgerinitiative zuhören, unterschreiben schließlich auch.

 

Landpartie in Rohrlack

  • Die Brandenburger Landpartie , zu der jährlich im Juni Bauern, Imker, Fischer, Gärtner und Landgasthöfe einladen, feierte in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Weit mehr als 200 Betriebe waren beteiligt – von der Agrargenossenschaft bis zum Urlaubsbauernhof.
  • Die Rohrlacker Höfe waren bereits 1994 dabei. Der Ort ist zur Heimat für drei Demeter-Betriebe geworden:
  • Frisches Gemüse wird in der Gärtnerei Lindenhof angebaut. Kräuter, Gewürze und Teemischungen stellt die Gärtnerei Sternhof her. Die Bäckerei Vollkern bietet Brot und Kuchen an.
  • Eine Elterninitiative hat sich vor 35 Jahren als Interessengemeinschaft zur Förderung behinderter junger Menschen zusammengefunden, die gemeinsam in Rohrlack wohnen und auf den Demeterhöfen arbeiten. Die anerkannte Werkstatt für behinderte Menschen arbeitet auf anthroposophischer Grundlage. Die Pflanzen werden biologisch-dynamisch angebaut.

Von Cornelia Felsch

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