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Ostprignitz-Ruppin Rollstuhl-Rugby in Rheinsberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rollstuhl-Rugby in Rheinsberg
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00:19 22.02.2016
Zwei Schweizer und ein Thüringer kämpfen um den Ball. Männer und Frauen wie Silvana (r.) spielen in der gleichen Mannschaft. Quelle: Peter Geisler
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Rheinsberg

Laut krachen die Rollstühle ineinander. „Ja, zerfleischt euch! Stimmung!“, ruft Stefan von der Reservebank. Die Rollstuhlfahrer schneiden sich gegenseitig den Weg ab. Sie wollen ihre Gegner daran zu hindern, in eine gut Position zu fahren, den Ball zu fangen und ihn über die Torlinie zu fahren. Philipp mit den grünen Haaren überschlägt sich mehr als einmal bei den rasanten Duellen. „Ich fliege gern“, sagt der 25-Jährige aus Erfurt. Wie man fällt, wie man sich abfängt, das weiß er noch aus der Zeit, als es gesund war wie jeder andere, Judo und Karate trainierte. Heute spürt er keinen Schmerz mehr, seit er mit 14 eine Krankheit bekam, die seine Beine lähmt.

„Rollstuhl-Rugby ist wie eine Mischung aus Schach und Autoscooter“, bringt es Heike Trautmann auf den Punkt. Sie begleitet ihren Mann, einen der „Thuringia Bulls“, zum Turnier.

Sportler aus Israel, Polen, Deutschland und der Schweiz

Zu sehen ist die spektakuläre Behindertensportart noch bis Sonntag in der Seehalle im Haus Rheinsberg. Das barrierefreie Hotel am Grienericksee stiftet für die Siegermannschaft 1000 Euro. Der Zweite bekommt 500, der Dritte 150 Euro. Acht Teams aus vier Nationen sind angereist: Israelis, Polen, Schweizer und Deutsche aus Hamburg und aus Thüringen.

Die jungen Frauen und Männer, die da über das Spielfeld rasen, sind fast alle querschnittgelähmt. Gartenhandschuhe helfen, den Ball besser zu greifen und die Räder des Rollstuhls anzutreiben.

Rollstuhl mit Rammhaken für 8000 Euro

Sich gegenseitig mit dem Rollstuhl zu rammen ist erlaubt. Die maßgefertigten Renner kosten 7000 bis 8000 Euro, und es gibt sie als Angriffsmodell mit glatter Rammfläche. Als Verteidiger mit einer Art Haken zum Festhalten des Gegners sowie als Mischform. Mitspielen dürfen nur Tetraplegiker – das sind Menschen, die Einschränkungen an beiden Armen und beiden Beinen haben – durch Lähmungen oder durch Amputationen. So wie Silvana aus der Schweiz. Sie war zwei Jahre alt, als sie wegen einer Blutvergiftung mehrere Gliedmaßen verlor. Heute ist sie 17, fegt mit ihrem Kampfrollstuhl flink durch die Halle und hilft kräftig mit beim ersten Sieg der „Fighting Snakes“ über die „Thuringia Bulls“. Dabei spielt die junge Frau mit dem strahlenden Lächeln kein halbes Jahr Rugby und hat viel dünnere Arme als mancher männliche Muskelprotz.

Die Anweisungen der Trainer schallen durch die Halle – mal auf Hebräisch, mal auf Polnisch, mal auf Schwizerdütsch. Von der Stadt und der Natur rund ums Haus Rheinsberg haben die Sportler bisher noch nicht viel gesehen.

So herzlich, so fröhlich gehe es beim Rollstuhl-Rugby zu, lobt Silvana. Sie kam durch Zufall dazu und hat sich vorher nicht sehr für Sport interessiert.

Philipp dagegen fährt auch noch Skateboard und bereist gern die Welt. Mit seiner Behinderung habe er sich noch nicht wirklich abgefunden, sagt der junge Mann. Dann stürzt er sich wieder ins Getümmel – um zu kämpfen und zu fliegen.

Von Christian Schmettow

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