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Rosel Müller malt am liebsten die Natur

Dorf Zechlin Rosel Müller malt am liebsten die Natur

Wasser, Wälder und Felder: Inmitten der Natur rund um Dorf Zechlin lebt und malt Rosel Müller. Als Autodidaktin hat sie sich ein breites Spektrum an Techniken erarbeitet – nur in Öl oder Aquarell zu malen, wäre ihr zu eintönig. Ihr Wissen gibt sie in Malkursen weiter – an Kinder und Erwachsene, die Nachfrage steigt.

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Rosel Müller mit ihrem „Zechliner Wunderbaum“.

Quelle: Regine Buddeke

Dorf Zechlin. Bunt sieht er aus und prallvoll mit Leben und seinen Geheimnissen. Ein kräftiger Stamm trägt eine breite Krone – zwischen den Blättern liegen versteckt wie Inselchen kleine Bilder im Bild: ein Turm des Rheinsberger Schlosses, die Insel im Braminsee, eine Dorflandschaft und viele Eulen als Symbol schützenswerter Natur. Der „Zechliner Wunderbaum“ könnte als Sinnbild stehen für das Schaffen von Rosel Müller, die das Bild gemalt hat. Denn sie liebt es, die alltäglichen Wunder, die sie umgeben, nicht nur zu sehen, sondern auch für andere sichtbar zu machen. Und probiert dafür immer wieder gerne neue Wege aus.

„Inspiriert werde ich natürlich immer von der Natur“, sagt die Dorf Zechlinerin, die in einem flachen Bungalow mit traumhaft freiem Blick ins Grüne ihr Atelier hat. An allen Wänden hängen ihre Bilder – die Techniken so unterschiedlich wie die Motive. Zarte Aquarelle in Grün und Blau, kräftige Kreiszeichnungen, satt-leuchtende Ölbilder, Collagen aus filigranen Drucken von Blättern. Da blitzen Spiegelscherben in einem Ölbild, auf einem anderen ist ein Brief-Fragment in Sütterlinschrift verarbeitet, ein drittes schimmert hintergründig in silbrigem Ton. „Blattsilber“, erklärt die Malerin, die ihr Handwerk als Autodidaktin erlernt hat. „Ein Kollege aus Rheinsberg hat mich gefragt, wie ich das so glatt hinbekommen habe“, sagt sie und lächelt verschmitzt.

 Im Frühling aquarelliert Rosel Müller gern

Im Frühling aquarelliert Rosel Müller gern.

Quelle: Regine Buddeke

Mit den Namen für ihre Bilder habe sie immer ein Problem, bekennt die 69-Jährige. „So ein Bild wächst. Es ändert sich.“ Und die Leute sähen oftmals etwas ganz anderes darin als sie, die Malerin. Den Spielraum für Assoziationen möchte sie jedem gerne lassen, den Betrachter nicht festlegen. „Jeder soll sich seinen eigenen Titel aussuchen“, sagt sie. Sie selbst legt sich auch nicht fest. Mal malt sie lieber Aquarelle – „am liebsten im Sommer“ – mal in Öl oder selten auch mal in Acryl.

Sie versucht sich in Monotypien – einmalige Drucke von einer mit Farbe bemalten Glasplatte – aber auch in Kaltnadelradierung. Nur, dass sie die noch coloriert. „Ich bin ein Farbenmensch“, sagt sie. Drei verschiedene Farb-Platten zu drucken, ist ihr zu mühsam – daher färbt sie die Grafiken lieber mit Farbe ein – entweder während oder nach dem Druckvorgang. „Schon das Einfärben der Platte ist ein künstlerisches Experiment“, sagt sie begeistert. Ihre Collagen entstehen oft im Herbst, zum Teil abstrakt und in warmen Farben. Dafür verwendet sie auch schon einmal Pestwurz-Blätter als Druckplatte oder Rooibosh-Tee zum Färben.

Gewachsene Strukturen – wer mag, sieht Bäume darin

Gewachsene Strukturen – wer mag, sieht Bäume darin.

Quelle: Regine Buddeke

Die Touristen lieben ihre Miniaturen. „Die sind so klein, dass sie in die Satteltasche passen“, erzählt Rosel Müller, die eigentlich Erzieherin von Beruf war. Oder besser gesagt ist, denn auch heute noch bringt sie anderen etwas bei: sie gibt Malkurse für Erwachsene. Die stetig immer mehr nachgefragt werden. „Vom Bilderverkaufen allein könnte ich nicht leben“, sagt sie.

„Ich habe selber schon früh mit Malen angefangen“, erzählt die Ex-Berlinerin, die 1997 mit ihrem Mann nach Dorf Zechlin gezogen ist. 1998 hat sie sich als Künstlerin selbstständig gemacht: „Mein Berliner Lehrer hat das sehr unterstützt.“ Anfänglich malte und bastelte sie mit Kindern aus der Umgebung, unternahm mit ihnen thematische Wanderungen auf den Spuren der regionalen Sagen, die später in Bildern verarbeitet wurden. Bald kamen auch Erwachsene zu ihr – zuerst Senioren, später auch Berufstätige.

Die Tänzerin – eine von vielen

Die Tänzerin – eine von vielen.

Quelle: Regine Buddeke

Drei Kurse gibt sie pro Woche, manchmal auch noch Sonnabends-Workshops. „Da kommen oft auch Touristen“, freut sie sich. Sie gehe auf jeden einzeln ein, ob blutiger Anfänger oder langjähriger Amateurmaler: „Ich hole jeden ab, wo er gerade steht.“ Oft stellt sie eine Meditation als Fantasiereise vorweg – mit selbst geschriebenen Geschichten. „Als Einstimmung – um den Müll aus dem Kopf zu kriegen“, sagt sie. Nur so könne man sich überhaupt auf Farbe einlassen. Sie lässt jeden Thema und Technik wählen, gibt Tipps, wenn es gewünscht wird. „Ich profitiere davon, dass ich Pädagogin war. Und auch, dass ich Kunst nie studiert habe“, sagt sie. „Ich kann mich gut einfühlen, welche Ängste und Schwierigkeiten Anfänger haben.“ Dass ihre Kurse solch einen Zulauf haben, hätte sie nie erwartet, gesteht sie. „Ich wollte mit 65 kürzer treten. Man hat mich nicht gelassen.“

In Rheinsberg hängt ein von ihr entworfenes, gewebtes Altarbild – ein Antependium. „Ich hatte den Webrahmen und drei Frauen der Gemeinde haben meinen Entwurf gewebt“, erinnert sie sich. Das hänge immer noch da – nach nunmehr zwölf Jahren. Manchmal stellt sie aus – in der Lindower Kirche oder in der Richterakademie Wustrau.

Die Farben der Jahreszeiten inspirieren sie besonders

Feste Arbeitszeiten hat sie nicht. „Bei mir ist jeder Tag anders“, sagt sie. Das sei ihr auch wichtig. Es gebe Phasen, wo sie viel, mal weniger male. Das sei auch abhängig von der Saison. „Je älter ich werde, desto mehr inspirieren mich die Farben der Jahreszeiten“, erklärt sie. Das spiegele sich in ihrer Kunst.

Rosel Müller schaut sich auch gerne Ausstellungen an. „Ich kann mich sehr freuen an der Kunst anderer“, sagt sie. Oft sei es sehr inspirierend zu sehen, wie andere arbeiten – auch wenn es „no names“ seien. Sie sei oft fasziniert von fremden Techniken und probiere die dann in ihrem Atelier aus. Ohnehin sei ihr der Bezug zu anderen Menschen wichtig. „Es macht mir Freude, wenn die Leute gern zu mir kommen und Erfolgserlebnisse haben.“ Das wirkt sich auch auf ihr eigenes Schaffen aus. Und vollendet Stück für Stück das Mosaik des „Zechliner Wunderbaums“.

Von Regine Buddeke

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