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Rosenwinkler Heu für Schockemöhles Pferde

Zuchtbetrieb und Lieferant Rosenwinkler Heu für Schockemöhles Pferde

Christiane und Friedrich Wilhelm Böse aus Rosenwinkel züchten Trakehner-Pferde und Skuddenschafe. Doch das Hauptgeschäft von „Zahl`s Hof Agrarservice“ liegt im Handel: Die Rosenwinkler kaufen 70 000 Großballen Heu und Stroh pro Jahr in der Region ein und versorgen damit die 5000 Pferde auf Paul Schockemöhles Gut Lewitz.

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„Wir sind das beste, was uns passieren konnte“, meinen Christiane und Friedrich Wilhelm Böse.

Rosenwinkel. Als sich Christiane und Friedrich Wilhelm Böse zum ersten Mal trafen, da funkte es sofort: Die Schafzüchterin aus Templin (Uckermark) und der Pferdezüchter aus Rosenwinkel sind sich einig: „Etwas besseres hätte uns nie passieren können.“ Und so finden sich inzwischen in Rosenwinkel neben Pferden nun auch Skudden-Schafe: Eine kleinwüchsige traditionelle Schafsrasse, deren Bestand bundesweit inzwischen wieder im Aufwind ist, nachdem sie jahrelang kurz vor dem Aussterben stand.

Fohlenzeit in Rosenwinkel

Fohlenzeit in Rosenwinkel.

Quelle: Claudia Bihler

Rund 50 Pferde leben derzeit auf dem Hof in Rosenwinkel, und auch diese haben eine lange Geschichte, denn für die Trakehner-Pferde gilt, was für die meisten anderen Warmblutrassen nicht der Fall ist: Sie dürfen nicht mit anderen Warmblutrassen gekreuzt werden, sondern höchstens mit Vollblutpferden wie etwa Araber. In Ostdeutschland hatte es über viele Jahrzehnte gar keine Trakehner-Pferde mehr gegeben, obwohl sie als älteste Pferderasse Deutschlands gelten, deren Geschichte bis in die Zeit der Deutschordensritter nachweisbar ist. 1739 schenkte König Friedrich Wilhelm das ostpreußische Gestüt seinem Sohn, dem Kronprinzen Friedrich, der damit offenbar üppige Gewinne machte.

Die Pferde der ostpreußischen Rasse aus dem heutigen Oblast Kaliningrad waren vor allem als Kavalleriepferde fürs Militär gezüchtet worden, das blieb bis zum Zweiten Weltkrieg so. Nachdem das Gestüt zunächst nach Berlin evakuiert worden war, konnten lediglich 25 Stuten mit der Hilfe eines englischen Generals in Sicherheit gebracht werden, viele Tiere beschlagnahmte die Sowjetarmee.


Trakehner gelten als älteste deutsche Pferderasse

Trakehner gelten als älteste deutsche Pferderasse.

Quelle: Claudia Bihler

„Sie sind wenig schreckhaft und eigenen sich deshalb gut als Freizeitpferde oder für den Vielseitigkeitssport“, weiß der Züchter aus Rosenwinkel, der derzeit gleich zwei Pferde hat, die „sehr vielversprechend“ sind: Eine Stute, die momentan auf dem Gestüt Murtal des Redbull-Gründers ausgebildet wird, und ein Hengst, der ebenfalls in Ausbildung ist.

Friedrich-Wilhelm Böse hat schon immer mit Pferden gelebt: „Von Kindsbeinen an.“ Mit dem Stutfohlen „Esprit“ hat er vor 20 Jahren seine Zucht begründet. Esprit lebt zwar nicht mehr, aber das letzte ihrer Fohlen grast nach wie vor auf der Koppel in Rosenwinkel. Reiten ist für den Züchter und seine Frau kaum ein Thema. Böse schmunzelt und meint: „Das größte Glück der Pferde ist ein Reiter auf der Erde.“

Dennoch: Die guten Branchenkontakte sorgen dafür, dass Zahl’s Hof der Familie Böse inzwischen nicht nur seine Besitzer und die eigenen Pferde ernährt, sondern auch noch die 5000 Pferde auf Gut Lewitz, dem Gestüt von Paul Schockmöhle. „Wir haben seit drei Jahren die ehrenvolle und lukrative Aufgabe, nicht nur Heu und Stroh für das Gestüt aufzukaufen, sondern auch den Pferdemist abzufahren und ihn an eine Biogasanlage zu liefern“, sagt Böse. Zuständig ist Böse auch für die gesamte Logistik, die das erfordert. Das bedeutet nicht wenig Arbeit: Jährlich beschafft der Betrieb im regionalen Umkreis bis zu 55 000 große Ballen Stroh und liefert sie nach Lewitz, hinzu kommen 15 000 Großballen Heu. „Und wir haben weitere Kunden“, sagt Böse, „und liefern auch bis nach Holland.“ Das Heu und Stroh kauft Böse im Umkreis von rund 100 Kilometern rund um Rosenwinkel ein, größere Strecken machen nur in wenigen Fällen Sinn. Zum Einkaufen fährt er etwa nach Meyenburg, Freyenstein, Blandikow oder Papenbruch: „Weitere Lieferanten wären willkommen.“

Mit der Stute Esprit begründete Böse seine Zucht und holte auch preise nach Rosenwinkel

Mit der Stute Esprit begründete Böse seine Zucht und holte auch preise nach Rosenwinkel.

Quelle: Claudia Bihler

Jeder einzelne Ballen wird inspiziert. Per Sonde wird die Restfeuchte im Material gemessen, die nicht mehr als 15 Prozent betragen darf: „Damit kein Pilzbefall auftritt.“ Dass Böse und seine Mitarbeiter so sorgfältig arbeiten, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. „Es wäre nicht sehr schön, wenn es mit den Pferden Probleme wegen des Futters geben würde.“

Noch ist keines seiner Pferde nach Lewitz umgezogen, aber das hat unter anderem einen Grund: „Schockemöhle züchtet vor allem Pferde fürs Springreiten und in diesem Bereich arbeite ich mit meinem Tieren überhaupt nicht.“

Von Claudia Bihler

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