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Ostprignitz-Ruppin Rotarier-Spende für Rheinsberger Kinderprojekt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rotarier-Spende für Rheinsberger Kinderprojekt
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12:02 07.12.2017
Szene aus dem Stück „Petersilienkartoffeln“ mit jungen Darstellern aus aller Welt. Quelle: Regine Buddeke
Rheinsberg

Das zweite Türchen des Rheinsberger Adventskalenders ist offen. Wenn man ins Tanz & Art hin­einschaut, sieht man viele weißgekleidete kleine Köche aufgeregt durch den Saal wuseln. Noch einmal sollen sie unter Beweis stellen, was sie gelernt haben. Und das ist nicht nur Tanz und Teamgeist – das sind auch viele deutsche Worte, die die Kinder aus Afghanistan und Tschetschenien in ihrem Stück „Petersilienkartoffeln“ zu sprechen und zu verstehen gelernt haben.

„Wir haben das Stück jetzt zehn Mal gespielt – in Lindow, Fehrbellin, Neuruppin und Rheinsberg“, erklärt Projektleiterin Ulrike Liedtke, der es Herzenssache ist, die Jungen und Mädchen aus den geflüchteten Familien spielerisch durch Musik und Tanz nicht nur zu integrieren, sondern auch die Traumata der Flucht vergessen zu lassen. Einfach Kind zu sein – und dabei die neue Sprache zu lernen. Dass diese mitunter sehr verwirrend sein kann, davon erzählt das Stück. „Und es ist richtiges Theater – mit Kulisse, Kostüm, Licht und Ton“, erklärt sie an die Zuschauer gewandt, insbesondere an Peter Neiß und seine Frau, die mit einer schönen Adventskalenderüberraschung gekommen sind – einem Scheck über 2000 Euro.

Ulrike Liedtke und die Kinder nehmen freudig den Scheck von Peter Neiß entgegen. Quelle: Regine Buddeke

Peter Neiß, ehemaliger Präsident des Neuruppiner Rotary-Clubs, hat sich in seiner Amtszeit als Masterprojekt die Förderung von Jugend und Kultur auf die Fahnen geschrieben. Fast 13 000 Euro sind bis Juli 2017 an Spenden generiert worden. „Die können wir jetzt ausreichen“, so der Rotarier. Profitieren werden davon neben dem Tanz & Art auch die Neuruppiner Jugendkunstschule, der Verein Esta Ruppin, die Kreismusikschule sowie zwei einzelne Musikschüler, die einen Lehrgang gesponsert bekamen. „Mit dem Betrag können wir uns sehen lassen“, sagt Peter Neiß. „Es ist schön, dass wir mit unserem Engagement etwas bewirken können.“ Die musisch-kulturelle Jugendarbeit gewinne zunehmend an Bedeutung – zumal Kinder hier so elementare Dinge wie Teamgeist, Verantwortung, Fleiß, Ausdauer, Kreativität, Achtsamkeit, Konzentration und Disziplin vermittelt bekämen. „Besonders schön ist es natürlich, wenn diese Arbeit sich gleichzeitig um Integration bemüht“, lobt Neiß das Projekt Liedtkes. „Das unterstützen wir gern.“ Denn Ulrike Liedtke will es nicht bei den „Petersilienkartoffeln“ bewenden lassen. Zuvor schon gab es „Die Wunderlampe“ – in Planung ist ein neues Stück mit dem Arbeitstitel „Heimaten“.

Ulrike Liedtke mit ihren Schauspielern. Quelle: Regine Buddeke

Ein letztes Mal wirbeln die Kinder auf der Bühne, singen Kinderreime, ziehen „das Rübchen“, rühren im Topf. Jedes stellt sich vor: zum Beispiel Sara aus Afghanistan. „Ich bin zwölf, gehe in die sechste Klasse“, erzählt sie in gutem Deutsch. Sechs Sprachen spricht sie, erzählt die Schülerin: Türkisch hat sie im Iran gelernt, als die Familie dort auf der Flucht Station machte. Von ihren neuen Freundinnen hat sie Russisch gelernt. Deutsch sowieso. Ein bisschen Englisch und Französisch. Und Persisch natürlich. „Eigentlich ist meine Muttersprache Pashtu“, sagt sie. „Das kann ich aber nicht sprechen – nur Persisch.“ Seit fast drei Jahren ist Sara in Deutschland. Sie weiß schon genau, was sie will und wofür sie lernt. „Ich will Arzt werden“, sagt sie. „Herz-Arzt“. Vorher aber hat sie noch viel Lust daran, im Tanz & Art Theater zu machen. „Ballett macht viel Spaß“, schwärmt sie. „Und stricken kann ich jetzt auch schon.“

„Vor einem Jahr konnten wir gerade mal drei Worte wechseln“, sagt die gute Seele des Tanz-Art-Vereins Friedrun Ferdinand. Auch Ulrike Liedtke ist voll des Lobes: „Diese Mehrsprachigkeit der Kinder ist erstaunlich. Und könnte ein Gewinn für unsere Gesellschaft sein.“ Dank des Schecks der Rotarier kann die Arbeit weitergehen.

Von Regine Buddeke

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