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Ostprignitz-Ruppin Rotkreuzler üben für den Ernstfall
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rotkreuzler üben für den Ernstfall
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17:29 12.03.2017
Die Behandlungszelte wurden mit Luft aufgepumpt und mit Wasser stabilisiert. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Mehrere Stunden herrschte vor der Wittstocker Stadthalle am Sonntag der Ausnahmezustand. Mit allerlei Fahrzeugen, Gerätschaften und ehrenamtlichen Helfern übten die Bereitschaftsdienste des Katastrophenschutzes beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) den Aufbau eines „BHP 25“. „Das steht für einen Behandlungsplatz, auf dem pro Stunde 25 Patienten versorgt werden könnten“, erklärte Kreisbereitschaftsleiter Hendrik Janz. Im Ernstfall bräuchten die Helfer keine zwei Stunden, sondern nur eine halbe. „Dann wären wir aber auch 20 Leute mehr“, ergänzte Janz.

21 Helfer des DRK-Katastrophenschutzes waren in Wittstock dabei. Für die Kamera formten sie ein großes Kreuz. Quelle: Christian Bark

Den Auf- und Abbau der Zelte hatten die Männer und Frauen bereits am Samstag im Wittstocker DRK-Stützpunkt geübt. „Da hatten wir auch Stangenzelte“, sagte Max Schröder. Der 15-Jährige aus Kyritz rückt erst im nächsten Jahr zum Katschutz auf, wie er erklärte. Das gehe erst mit 16 Jahren. Die Übung könnte er aber trotzdem schon gut gebrauchen – als Vorbereitung. Derzeit ist Max Schröder noch bei der Wasserwacht, die dem Katschutz angehört. „Da haben mal die Streckenabsicherung während eines Schwimmens in Neuruppin übernommen“, erzählte er. Einen so groß angelegten Einsatz wie am Sonntag habe er bislang aber noch nicht erlebt. Ganz im Gegensatz zu Paula Laue. Mit ihren 79-Jahren dürfte sie die älteste Teilnehmerin am BHP 25 gewesen sein. In 25 Jahren DRK-Tätigkeit habe sie schon so einige Einsätze hinter sich. „Nächstes Jahr höre ich aber auf und mache Platz für die Jungen“, sagte sie.

Zelte stehen durch Luft und Wasser

Fasziniert waren die „Jungen“ wie Max Schröder vom gezielten Einsatz der Elemente Wasser und Luft. „Die Zelte werden mit Luft aufgeblasen und bleiben dadurch stabil“, erklärte Hendrik Janz. Durch die freundliche Unterstützung der Wittstocker Feuerwehr, die unter anderem mit einem Tanklöschfahrzeug angerückt waren, hätten die Helfer die Unterteile der Zelte mit Wasser befüllen können, damit sie nicht weggeweht werden.

Die Kameraden des Katastrophenschutzes sowie der Feuerwehr bauten am Sonntag in Wittstock einen Behandlungsplatz vor der Stadthalle auf. In den sieben Zelten könnten im Notfall 25 Patienten pro Stunde betreut werden.

Das erste Zelt direkt an der Einfahrt zum Stadthallen-Parkplatz war das Sichtungszelt. „Hier findet eine erste Bestandsaufnahme statt“, sagte Hendrik Janz. Die Dokumente über den Zustand der Patienten seien einfach und übersichtlich gehalten. „Damit uns auch andere Helfer, die nicht beim Katschutz arbeiten, unterstützen könnten“, erklärte der Kreisbereitschaftsleiter. Deshalb seien die Behandlungszelte auch farblich in Kategorien eingeteilt. Grün stehe für leichte, gelb für mittlere und rot für schwere Verletzungen. „Wenn der Ernstfall jetzt in der Stadthalle gespielt hätte, wären die Kameraden sicher nicht auf dem Parkplatz davor stationiert“, sagte der Wittstocker Bereitschaftsleiter Mario Grabow nach der Übung im Telefongespräch mit der MAZ. Dann wäre womöglich der Parkplatz an der Tourist-Information für die Behandlungszelte gewählt worden. „Vor der Halle wäre zuviel los, der Platz davor könnte allenfalls als temporäre Sammelstelle für die Verletzten dienen.

Aufbauübung findet einmal im Jahr statt

21 Helfer aus den Bereitschaftsdiensten des DRK-Katastrophenschutzes in Wittstock, Neuruppin und Kyritz nahmen an dem Einsatz teil. Unterstützt wurden sie von Kollegen aus Gransee sowie von sechs Feuerwehrleuten aus Wittstock.

Der Fachbegriff für den errichteten Behandlungsplatz lautet „BHP 25“. Pro Stunde könnten dort 25 Patienten versorgt werden. Einmal im Jahr üben die Bereitschaften den BHP. Im Ernstfall muss der Platz in einer halben Stunde stehen.

Im rotgekennzeichneten Zelt gab es so ziemlich alles, was zum Lebenretten nötig ist. „Hier könne wir medizinische Maßnahmen wie die Kreislaufstabilisierung, Beatmen oder Luftröhrenschnitte durchführen“, sagte Hendrik Janz. Die nötigen Hilfsmittel waren in zahlreichen Boxen verstaut, unter anderem auch ein Beatmungsgerät, das nur durch Druck vier Patienten gleichzeitig für eine Stunde mit Sauerstoff versorgen könnte.

Nur etwas pumpen, dann steht das Zelt schon. Quelle: Christian Bark

Wenige Schritte neben dem Zelt wurde ein weiteres „aufgepumpt“. Dabei hielten einige Helfer die Seile an der Seite. „Um das Ganze etwas zu straffen“, erklärte Hendrik Janz. „Der Abbau geht einfacher als der Aufbau“, sagte Katschutz-Helfer Stephan Ingendahl. Für den 29-jährigen Wittstocker war es auch der erste Einsatz in dieser Größenordnung. „Es ist schön, sich mit den Kameraden aus Kyritz und Neuruppin auszutauschen“, sagt er. Und am Ende gebe es zur Belohnung noch ein leckeres Essen. Das hatte Feldkoch Eric Kratzer zubereitet. Er und seine Kyritzer Kameraden waren am Sonntag für die Verpflegung zuständig. Es gab Schnitzel mit Kartoffeln und Gemüse – frisch zubereitet versteht sich. „Mit so einer Feldküche sind sogar Dreigängemenüs möglich“, sagt Kratzer. Das Essen stärke die Kameraden nach dem anstrengenden Einsatz und helfe dabei, die Moral der Truppe aufrecht zu halten, wie der Koch bemerkte.

Von Christian Bark

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