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Rotmilane versus Windräder

Naturschutz-Experte warnt Rotmilane versus Windräder

Durch Windräder werden in der Region weit weniger Tiere getötet als durch den Straßenverkehr und intensive Landwirtschaft. Davon ist Anselm Ewert von der Naturschutzbehörde in Neuruppin überzeugt. Jedoch grämt den Experten, dass es beim Aufstellen von Windrädern keine Rolle spielt, ob Rotmilane in der Nähe leben. Für die Vögel sind die Rotoren eine Gefahr.

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Für Rotmilane sind Windkraftanlagen eine Gefahr.

Neuruppin. Ohne die 60 ehrenamtlichen Naturschutzhelfer in Ostprignitz-Ruppin wüsste die Kreisverwaltung in Neuruppin weit weniger über die Vielfalt an Pflanzen und Tieren in der Region bescheid. „Wir sitzen überwiegend im Büro und verschimmeln am Bildschirm“, sagte am Mittwoch Anselm Ewert von der unteren Naturschutzbehörde. Ewert hat zwar selbst jahrelang verschiedene Vögel beringt, um festzustellen, ob deren Bestand rückläufig ist. Doch seit zehn Jahren hat Ewert sich hauptsächlich um den „behördlichen“ Naturschutz zu kümmern: Er listet und prüft die Daten, die die ehrenamtlichen Naturschutzhelfer melden – und kommt dadurch selbst weit weniger in der heimischen Natur rum.

Helfer sollen rund um Windräder Ausschau halten

Die Daten der ehrenamtlichen Helfer sind wichtig für die Behörde. „Wir brauchen die Fakten beispielsweise für das Bewerten von Windkraftprojekten“, betonte Ewert. Die Kritik von Windkraftgegnern kann der Experte aber nur teilweise nachvollziehen. Zwar stimme es, dass es durch die Windräder Verluste bei Fledermäusen und einigen Vogelarten gebe. Doch mehr tote Tiere finden sich am Straßenrand, so Ewert. Demnach vernichtet auch intensive Landwirtschaft mehr Tiere als die rotierenden Windräder. Allerdings gibt es dazu keine aktuellen Daten. Die ehrenamtlichen Naturschutzhelfer sollen erst noch dafür sensibilisiert werden, bei ihren Streifzügen auch nach toten Tieren in der Nähe von Windkraftanlagen zu schauen. Das muss regelmäßig passieren. Denn Kadaver werden oft innerhalb weniger Tage von Füchsen, Mardern, Greifvögeln oder Waschbären aufgefressen. Besonders grämt Ewert, dass der Rotmilan, der als heimlicher Wappenvogel Deutschlands gilt, in der Mark keine Rolle beim Aufstellen von Windrädern spielt. „Vermutlich hätten wir sonst deutlich weniger Eignungsflächen für Windräder.“

Freuen können sich die Naturfreunde indes darüber, dass eine Orchideenwiese bei Zippelsförde wieder zum Leben erweckt werden konnte. Der Eigentümer hatte den Schilf- und Weidenwuchs auf der Feuchtwiese vor zwei Jahren mähen lassen. Mitarbeiter der Naturschutzbehörde haben die etwa 7000 Quadratmeter große Fläche dann beräumt. Im vergangenen Jahr übernahmen das Naturschutzhelfer. „Entstanden ist eine richtig schöne bunte Wiese“, schwärmte Ewert. Dort wachsen auch Bachnelkwurz, das Breitblättrige Knabenkraut und das Sumpf-Blutauge.

Von Andreas Vogel

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