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Rückenwind für die Plattsprecher

Neue Arbeitsgruppe Niederdeutsch Rückenwind für die Plattsprecher

Im Land hat sich eine neue Arbeitsgruppe Niederdeutsch gegründet, der 50 000 Euro zum Erhalt der plattdeutschen Sprache zur Verfügung stehen. In der Arbeitsgruppe arbeiten drei Ministerien mit – und Heidi Schäfer aus Sewekow. Sie vertritt die Wittstocker Region und die Prignitz.

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In acht Bundesländern wird Plattdeutsch gesprochen – auch in der Prignitz wird die Sprache noch immer gepflegt.

Quelle: dpa

Sewekow. „Eigentlich hätten die Sektkorken knallen müssen.“ Damit meint Heidi Schäfer aus Sewekow den jüngsten und bisher größten Erfolg zum Erhalt der niederdeutschen Sprache im Land Brandenburg. Anfang dieses Monats gründete sich eine Arbeitsgruppe (AG) Niederdeutsch im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Potsdam. Damit verbunden ist erstmals auch die Mittelfreigabe für 2016 in Höhe von 50 000 Euro für den Erhalt der niederdeutschen Sprache.

In dieser AG Niederdeutsch sind Mitglieder des Kulturministeriums, des Sozialministeriums und des Bildungsministeriums vertreten. Dazu kommen die beiden Referenten auf Landesebene für Sorben, Wenden sowie Niederdeutsch. Plattsprecher aus dem Fläming, der Uckermark, Prignitz und aus Ostprignitz-Ruppin sowie vom Kulturbund reihen sich ebenfalls mit ein. Heidi Schäfer vertritt in der AG in Personalunion sowohl die Ostprignitz, den Brandenburger Verein für Niederdeutsch sowie den Bundesrat für Niederdeutsch. In den beiden Gremien auf Landes- und Bundesebene wirkt Heidi Schäfer sogar im Vorstand mit.

Die neu gegründete AG markiert für Schäfer und all ihre Mitstreiter einen Meilenstein. „Endlich können wir uns auf Augenhöhe mit den Ministerien bewegen und klar die anstehenden Aufgaben formulieren“, sagt sie. Denn auf diesen Erfolg mussten die Plattsprecher sieben Jahre warten.

Heidi Schäfer aus Sewekow kämpft für den Erhalt der niederdeutschen Sprache

Heidi Schäfer aus Sewekow kämpft für den Erhalt der niederdeutschen Sprache.

Quelle: Christamaria Ruch

Zur Erinnerung: Im Jahr 2008 gründete sich die Wittstocker Initiative zum Erhalt der niederdeutschen Sprache. „Damit wollten wir vor allem Basisarbeit leisten und die Plattsprecher in Nordbrandenburg vernetzen“, sagt Heidi Schäfer. Die Mitglieder der Initiative nahmen Ende 2010 Kontakt zur Landesregierung auf und legten einen Landesplan Niederdeutsch vor. Darin forderten sie verlässliche Regelungen für den Schutz der Regionalsprache. „Dieser Antrag scheiterte aber 2011, weil das Land keine ausreichende Basisarbeit erkennen konnte“, erinnert sich Heidi Schäfer. Erst der im Vorjahr gegründete Brandenburger Verein für Niederdeutsch brachte Bewegung in die Sache. Denn der Landesverein Niederdeutsch „ist Grundlage, um auf politischer Ebene endlich ernst genommen zu werden“, sagt die engagierte Plattsnackerin.

Der AG Niederdeutsch misst Heidi Schäfer einen hohen Stellenwert bei: „Das ist ein sehr großer Erfolg für uns, um nun gemeinsame Schritte zur Umsetzung der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen zu gehen.“ Schwerpunkt der inhaltlichen Arbeit sei nun, die niederdeutsche Sprache spielerisch in den Kindergärten zu vermitteln. „Wir müssen dabei die Alltagstauglichkeit von Plattdeutsch unter Beweis stellen“, sagt Heidi Schäfer.

Niederdeutsch in Brandenburg

Die Regionalsprache Niederdeutsch wird in acht Bundesländern gesprochen.

In Brandenburg zählen 14 Landkreise beziehungsweise kreisfreie Städte zum niederdeutschen Sprachgebiet.

Niederdeutsche Vereine sind in der Uckermark, Prignitz, in Ostprignitz, im Fläming, Havel- und Oderland aktiv.

Auf der Grundlage von Artikel 7 der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen hat sich das Land Brandenburg zum Schutz dieser Sprachen verpflichtet. Dabei steht der Erhalt der Sprachen im Mittelpunkt.

Von Christamaria Ruch

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